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#"Das ist das Geheimnis eines guten Horrorfilms!": Schocker-Guru Jason Blum und Five Nights at Freddy's-Regisseurin Emma Tammi über die wichtigsten Genre-Regeln

Das Videospiel-Phänomen Five Nights at Freddy’s erblickt heute als Horrorfilm das Licht der Kinoleinwand und Moviepilot hat die zwei kreativen Köpfe hinter der Umsetzung zu Horror-Geheimnissen, Story-Entscheidungen und mehr ausgefragt.

Mit Five Nights at Freddy’s startet heute, am 26. Oktober 2023, die Verfilmung des beliebten gleichnamigen Horror-Spiels in den deutschen Kinos. Darin übernimmt Mike (Josh Hutcherson) widerwillig einen Job als Nachtwächter, um
auf eine verlassene Pizzeria aufzupassen. Doch bei Dunkelheit erwachen die einst zur Unterhaltung gedachten Tierroboter des Restaurants zum Leben und sind nicht gut auf Eindringlinge in ihrem Revier zu sprechen.

Moviepilot sprach im Vorfeld mit der Regisseurin von Five Nights at Freddy’s, Emma Tammi, sowie dem Horror-Produzenten Jason Blum, der mit seiner Firma Blumhouse Horror-Franchises wie Paranormal Activity, Insidious und The Purge mit erschuf.

Five Nights at Freddy’s: Das große Horror-Interview mit Jason Blum und Emma Tammi

Five Nights at Freddy’s: Regisseurin Emma Tammi

Moviepilot: Horror hat im Gaming-Bereich faszinierende Möglichkeiten, aber es ist ein Unterschied, Five Nights at Freddy’s als Videospiel zu spielen und als Film zu schauen. Wie seid ihr an die „Übersetzung“ vom Spiel zum Film rangegangen?

Emma Tammi:
Es sind natürlich zwei völlig verschiedene Medien und wir wussten, dass wir einen Film erschaffen mussten, der in seinem Format für sich allein stehen konnte. Aber es gab so viele Dinge, die wir als Inspiration aus dem Spiel übernehmen konnten. Verweise, Referenzen und sogar immersive Momente, die man aus dem Gameplay erkennen würde.

Der Film Five Nights at Freddys hat deutlich weniger Jump-Scares, also Erschreck-Momente, als das Spiel. Habt ihr euch bewusst dagegen entschieden?

Emma Tammi: Wir wussten, dass wir eindrucksvolle Jump-Scares im Film brauchen würden, weil das Spiel komplett daraus besteht. Aber im Film wollten wir auch viel Handlung unterbringen. Es ging darum, die Balance für ein PG-13-Rating [entspricht etwa dem deutschen FSK 12] zu finden, um auch die jüngere Zuschauerschaft für diese Erfahrung an Bord zu holen.

Jason, die Anzahl der Projekte, die du gleichzeitig stemmst, ist erstaunlich – allein 2023 sind es neben Five Nights at Freddy’s über zehn Horrorfilme. Wie wählst du deine Filme aus und wie eingebunden bist du in ihre Entstehung?

Jason Blum: In manche bin ich weniger involviert, in andere sehr. Wir [Blumhouse] sind eine große Firma mit über 100 Menschen. Ich bin meistens dann gefragt, wenn ein Projekt in Schwierigkeiten steckt. Wenn ich involviert bin, ist das meistens ein schlechtes Zeichen.

Five Nights at Freddy’s Hauptdarsteller Josh Hutcherson

Dann hoffe ich, du warst in Five Nights at Freddy’s nicht zu sehr involviert.

Jason Blum: Ich war sehr involviert in die Entwicklung von Five Nights at Freddy’s. [lacht] Aber sobald Emma an Bord kam, hatte ich sehr viel weniger zu tun und das hat mich sehr glücklich gemacht.

Five Nights at Freddy’s durchlief viele Drehbuch-Fassungen und Regie-Wechsel, bevor ihr bei der jetzigen Fassung gelandet seid. Wie kam es zu dieser Version?

Jason Blum: [Spieleschöpfer] Scott Cawthon war letztendlich der Schiedsrichter bei der Entscheidung, welches Skript zum Film gemacht werden sollte. Er lernte aus den verworfenen Fassungen, was funktionierte und was nicht, und schrieb dann, als Emma [Tammi] dazu kam, mit ihr das jetzige Drehbuch.

Scott Cawthon hat auch eine Buch-Reihe zu Five Nights at Freddy’s * geschrieben

Gibt es ein Geheimrezept, was jeder gute Horrorfilm braucht?

Jason Blum: Es gibt ein Geheimrezept! Und zwar muss der Film auch dann noch funktionieren, wenn du die Schreck-Effekte wegnimmst. Wenn ein Horrorfilm sich nur auf Jump-Scares oder Grusel verlässt, wird er nie völlig effektiv sein. Aber wenn du den Schrecken weglässt und eine einnehmende Geschichte, tolles Schauspiel, Konflikte und eine emotionale Verbindung zu den Figuren übrig bleiben, wird er funktionieren. Und das ist das Geheimnis eines guten Horrorfilms!

Emma Tammi: Ich würde noch hinzufügen: Wenn du ein paar ikonische, hervorstechende Bilder hast, die sich visuell ins Hirn deines Publikums brennen, ist das eine echte Errungenschaft.

Five Nights at Freddy’s

Emotionale Figuren-Bindung ist aber normalerweise nicht gerade ein hervorstechendes Merkmal im Horror-Genre, oder?

Jason Blum: Da würde ich widersprechen. Jeder große Horrorfilm hat einen emotionalen Kern. Sogar Paranormal Activity dreht sich in Wahrheit um einen Mann, der eine Frau manipuliert. Aber die Frau hat recht. Denn sie sagt: ‚Im Haus spukt es.‘ Der Typ aber meint: ‚Du redest Blödsinn‘. Und es stellt sich heraus, dass es im Haus wirklich spukt. Und wenn du diesen Konflikt zwischen den beiden nicht hättest, würden die Grusel-Effekte nicht funktionieren. Aber du fieberst mit, weil du nicht weißt, ob du ihm oder ihr glaubst.

Die meisten [Blumhouse-]Filme, die beim Publikum wirklich etwas ausgelöst haben, wie Get Out, sind immer in einer glaubhaften, menschlichen Geschichte verwurzelt.

Werden Horrorfilme heute anders gemacht als früher? Habt ihr neue Strömungen im Genre beobachtet?

Jason Blum: Nein. Horror ist zyklisch. Ein paar Filme funktionieren und dann machen viele Menschen Horror-Filme. Und dann funktionieren ein paar von ihnen nicht, und weniger Menschen machen sie. Gerade sind wir in einer Zeit, wo viele Menschen Horror-Filme drehen. Um also einen zu erschaffen, der heraussticht, muss er richtig gut sein.

Das Genre schwingt hin und her zwischen sehr grafischem Horror wie Saw und übernatürlichem Horror wie Insidious. Dann wieder zurück zu grafischem Horror wie Halloween oder The Purge. Aber generell sind die Dinge, die heute einen guten Horrorfilm ausmachen, die gleichen wie vor 20 Jahren.

Schon seit über 20 Jahren im Horror dabei: Scream-Star Matthew Lillard in Five Nights at Freddy’s

Aber spielt viel „moderner Horror“ nicht mit aktuellen Ängsten wie Social-Media-Bekanntheit oder Klimawandel?

Jason Blum: Ich glaube nicht, dass man das tun muss. Aber Horror ist ein großartiger Weg, um unsere Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Probleme zu lenken. Wir haben den Film The Hunt darüber gedreht, wie kaputt das politische System in den USA ist. In The Purge – Die Säuberung geht es um Waffenkontrolle. Get Out widmet sich Rassismus. Aber das hat nicht erst jetzt angefangen. John Carpenter hat das schon vor 40 Jahren getan.

Einer der großen Horrorfilm-Hypes dieses Jahr war Talk to Me. Habt ihr den gesehen?

Jason Blum: Ich habe ihn geliebt! Wir haben versucht, ihn zu kaufen, aber ich habe ihn verloren. Und das bedauere ich zutiefst! [lacht]

Emma Tammi: Ich wurde gerade erst aus der Postproduktion „freigelassen“ und habe noch viel nachzuholen, aber Talk to Me steht ganz oben auf der Liste.

Danke für das Gespräch und alles Gute für eure weitere Zukunft im Horror-Genre.

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