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#Der Sohn des Physikers

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„Der Sohn des Physikers“



Erwin Planck (links) mit seinem Vater beim Wandern in den Bergen, um 1935

Bild: bpk/Staatsbibliothek zu Berlin

Erwin Planck war im Widerstand aktiv und wurde von den Nazis umgebracht. Was mag in seinem Vater vorgegangen sein? Wie war das Verhältnis zwischen beiden? Zu den Umständen einer literarischen Annäherung.

Es muss Mitte der Achtzigerjahre gewesen sein, ich war elf oder zwölf Jahre alt. Noch heute sehe ich meinen Vater an seinem Schreibtisch sitzen, einige vergilbte Zeitungsausschnitte der Frankfurter Allgemeinen vor sich. Sie stammten aus dem Jahr 1973, aus der Rubrik „Briefe an die Herausgeber“, und es ging darum, dass das alte bundesdeutsche Zweimarkstück kürzlich aus dem Verkehr gezogen worden war. Angeblich aus Betrugsgründen, weil an Zigarettenautomaten statt der zwei Mark mit ausländischen Münzen bezahlt worden war. Nun hatte man das Geldstück verändert, und das Auffälligste daran war, dass nicht mehr das Profil Max Plancks die Rückseite zierte, sondern die Porträts von Konrad Adenauer oder Theodor Heuss.

Für Münzen interessierte sich mein Vater nicht. Ihm ging es um Max Planck und die Diskussion um seine Figur. Denn Max Planck ist Teil unserer Familie. Meine Ururgroßmutter war Plancks Schwester, genau genommen Halbschwester, aber natürlich waren wir immer stolz auf diese, wenn auch entfernte, Verwandtschaft. Mein Großvater hat noch mit „Onkel Max“ korrespondiert, ich erinnere einen Brief mit einem großen Tintenfleck darauf, der bei meinen Großeltern gerahmt an der Wand hing und mir den Nobelpreisträger als Kind nahbar machte: „Entschuldige den Klecks!“, hatte Planck unter dem Fleck kommentiert.

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