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#Die Wehklagen über die Anti-Covid-Politik sind unangebracht

Die Wehklagen über die Anti-Covid-Politik sind unangebracht

Halb Deutschland scheint auf die Anti-Covid-Maßnahmen zu schimpfen. Dabei zeigt die jüngste Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass die Bundesregierung und die Bundesländer vieles richtig gemacht haben. Eine Vielzahl von Ziffern und Grafiken, welche die OECD-Fachleute über die Monate zusammengestellt haben, belegen das vergleichsweise gute Abschneiden: So hat Deutschland zweimal einen vergleichsweise schwachen Lockdown eingeführt und dennoch die Zahl der Todesfälle begrenzt: Bis Ende Oktober lag sie bei 126 je 1 Millionen Einwohner. Das ist weniger als ein Drittel des Durchschnittswerts der Europäischen Union.

Christian Schubert

Die Bewertung der OECD erfolgt chronologisch in verschiedenen Etappen. Eine Erkenntnis: Vor allem bei Ausbruch der Pandemie hat Deutschland sehr schnell reagiert und die Testkapazitäten rasch hochgefahren. Schon einen Monat nachdem die Zahl der Todesfälle die Grenze von 10 pro 1 Million Einwohner erreichte hatte, gab es in Deutschland schon rund doppelt so viele Tests wie in der nachfolgenden Gruppe der Länder Dänemark, Schweden, Niederlande, Litauen, Spanien und Malta. Kein anderes Land hatte zu diesem Zeitpunkt annähernd die deutsche Zahl von 434 Tests je 100.000 Einwohnern erreicht. Der Nachbar Frankreich lag damals noch bei nicht einmal 50 Tests.

Nicht zuletzt in den Altenheimen zahlte sich die Strategie aus: Bis Anfang Oktober verzeichnete Deutschland 696 Covid-Tote in Seniorenheimen im Alter von mindestens 80 Jahren, während beispielsweise Belgien auf fast 9700, Spanien auf mehr als 7600 und Frankreich auf gut 3600 kamen.

Europäische Spitzenposition bei den Intensivbetten

Im Krankenhausbereich hat Deutschland hat vor allem von seiner hohen Bettenzahl und von seiner guten Ausstattung mit Ärzten und Pflegepersonal profitiert. Die verschiedenen Länderangaben sind zwar nicht leicht mit einander zu vergleichen, weil die verfügbaren Zahlen sich teilweise auf unterschiedliche Jahre beziehen, doch klar ist, dass Deutschland mit größeren Kapazitäten in die Krise ging als alle anderen EU-Länder. So kam Deutschland 2018 auf 8 Betten je 1000 Einwohnern gegenüber 5,9 Betten in Frankreich, 3 in Spanien und 2,5 in Großbritannien.

Die europäische Spitzenposition hält Deutschland auch bei den Intensivbetten. Die Spreizung in Europa ist groß: Den 34 entsprechenden Plätzen je 100.000 Einwohnern in Deutschland standen vor der Krise in Irland laut OECD etwa nur 5 Intensivbetten gegenüber. Die Unterschiede dürften sich seit der Pandemie verringert haben, weil viele Länder ihre Kapazitäten hochfuhren.

Die Bemühungen stoßen allerdings oft an Grenzen, denn Betten alleine reichen nicht, es braucht auch das entsprechende Personal und die dazugehörige Ausstattung wie Beatmungsgeräte, Sauerstoff, Infusionspumpen, Anästhesie-Mittel oder einfach nur Antibiotika.

Lange Zeit hatte die OECD gefordert, dass die Gesundheitssysteme sich stärker von einer stationären auf eine ambulante Versorgung umstellen und somit Krankenhaus-Kapazitäten abbauen sollen. Denn es sei nicht effizient, bei recht schwacher Auslastung große Bettenkapazitäten vorzuhalten. Seit der Covid-Pandemie wird diese Forderung teilweise kritisch gesehen. Deutschland folgte den Empfehlungen deutlich weniger als andere Länder.

Engpass Krankenhaus-Personal

Katerina Bathova, Direktorin im Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik bemängelte am Donnerstag in einer von der OECD organisierten Diskussionsrunde, dass „eine Reihe von internationalen Organisationen, einschließlich der EU und der OECD, wiederholt hohe Zahlen von Krankenhausbetten als einen Schwachpunkt der Gesundheitssysteme bezeichnet haben. Wir haben jedoch herausgefunden, dass gerade dies im Kampf gegen Covid-19 einer unserer größten Vorteile war“.

Heute fordert die OECD, dass die Länder die Kapazitäten rasch erweitern können. Das gelte auch für das Krankenhaus-Personal. „In den meisten Ländern liegt dort immer noch der größte Engpass, zumal die Ausbildung einer Krankenschwester drei Jahre und die einer Ärztin zehn Jahre dauert“, schreibt die OECD.

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