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#Ein turbulentes Jahr zu dritt

„Ein turbulentes Jahr zu dritt“

Drei Bundestagsabgeordnete, einer rot, einer gelb, einer grün, die Ampel im Miniaturformat – wie war das Jahr für sie? Die drei Männer kennen sich ganz gut, denn alle drei kommen aus Bochum. Da haben sie gegeneinander Wahlkampf gemacht, jeder für sich, und trotzdem alle gewonnen. Der Rote holte das Direktmandat, aber der Gelbe und der Grüne konnten über die Landeslisten ins Parlament einziehen.

Jetzt ist es Ende November, ziemlich genau ein Jahr vorbei, seit ihre Parteivorsitzenden den Koa­litionsvertrag unterzeichneten. Die drei Abgeordneten haben volle Terminkalender, wie das so ist kurz vor Weihnachten und überhaupt als Abgeordnete. Aber sie nehmen sich eine Stunde fürs Ge­spräch. Ein Konferenzraum im Bundestag, draußen dämmert es, drinnen schnelle Begrüßung: Die Abgeordneten sind per Du, der Rote führt erst mal das große Wort, der Grüne kontert fröhlich, der Gelbe hört sich beide an und sagt dann auch etwas.

Der Rote, das ist Axel Schäfer, 70, ein Urgestein der SPD, seit 53 Jahren Mitglied. Er war schon Europareferent unter Willy Brandt und Europaabgeordneter. Seit zwanzig Jahren sitzt er im Bundestag. Der Gelbe ist Olaf in der Beek, 55, ebenfalls schon seit jungen Jahren in der FDP, wenngleich mit Pause – er trat für ein paar Jahre aus, weil ihm seine Partei zu klientelpolitisch geworden war. Seit neun Jahren ist er wieder dabei, seit fünf Jahren im Bundestag. Und der Grüne heißt Max Lucks, 25, er sitzt erst seit ei­nem Jahr im Parlament.

Schlechte Stimmung bei den Wählern

Was war das also für ein Jahr für die Regierung? Sie hatte sich hohe Ziele ge­setzt. Deutschland müsse leistungsfähig sein, gerade in Krisen. Die dringendste Aufgabe sei es, die Pandemie zu besiegen. Das klingt wie aus einer anderen Zeit – und ist es ja auch. Inzwischen herrscht Krieg in Europa, und die Preise für Essen und Energie sind explodiert. Jede Woche melden Umfragen, wie schlecht die Stimmung sei. Mal heißt es, drei Viertel der Deutschen seien unzufrieden damit, wie die Regierung in der Krise handle. Oder: Weniger als ein Drittel sei zufrieden mit Kanzler Scholz. Diese Woche meldete ein Institut, die Deutschen zwischen 30 und 59 Jahren seien so pessimistisch wie lange nicht. Und auch die drei Abgeordneten sitzen da nicht mit stolzer Brust und Wahlkampflächeln, sondern ernst und nachdenklich.

Max Lucks, 25, ist neu in den Bundestag eingezogen. Und sieht sich mit den Fehlentscheidungen älterer Generationen konfrontiert.


Max Lucks, 25, ist neu in den Bundestag eingezogen. Und sieht sich mit den Fehlentscheidungen älterer Generationen konfrontiert.
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Bild: Jens Gyarmaty

Alle drei finden immer noch, dass das mit der Ampelregierung eine gute Idee war. Schon im Wahlkampf hatten sie das gedacht. Da gab es einen Abend, erzählt der Grüne, da hätten er und der FDP-Mann nach einem Auftritt noch eine geraucht, und da habe er, der Grüne, gesagt: „Ja, Olaf, ich fände ja eine Ampel gar nicht schlecht.“ Und der erinnert sich, so war’s, und dieser Eindruck habe Bestand gehabt. Schäfer, der Rote, gibt zu Protokoll, dass das Wichtigste sei, „dass die Sachkonflikte viel geringer sind, als meine lieben Freunde von der FDP geglaubt haben“, was natürlich eine kleine Frechheit ist, da er gern von „lieben Freunden“ spricht, wenn er die meint, die ihn nerven. Aber von der FDP ist er, da sie die SPD nun mit neuen Augen sieht, durchaus weniger genervt als früher.

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