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#Entwicklung der Industrie – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – Konradin Wissens-Ecke

Entwicklung der Industrie – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – Konradin Wissens-Ecke

Seit mehreren Jahrhunderten bringt der technologische und industrielle Fortschritt die Wirtschaft immer wieder voran. Welche konkreten Entwicklungen gab es bis heute? Und wie könnte die Zukunft der Industrie aussehen?

Industrialisierung als Grundlage des Fortschrittes

Der Begriff Industrialisierung beschreibt die Entwicklung eines Agrarstaates (diese waren über einen historisch langen Zeitraum gewachsen) hin zu einem Industriestaat. Dabei werden auch Faktoren wie Handel, Gewerbe und die Infrastruktur zunehmend weiterentwickelt. Die Ausbreitung des industriellen Fortschrittes hatte gerade in der Anfangsphase massive Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Aspekte.

Zeitlich lässt sich die erste Industrialisierungswelle im 19. Jahrhundert verorten. Während sie in England bereits um 1800 einsetzte, begann sie in Deutschland erst einige Jahrzehnte später. Das Ende der industriellen Revolution im eigentlichen Sinne wird häufig um 1900 angesetzt.

Zunächst waren die Folgen der Entwicklung eher problematisch und äußerten sich unter anderem in Hunger und Aufständen. Nach relativ kurzer Zeit jedoch konnten sich viele Menschen durch den Umzug in die wachsenden Städte und die dortigen Arbeitsmöglichkeiten mit dem Fortschritt arrangieren. In logischer Konsequenz hatte die Industrialisierung auch eine Urbanisierung zur Folge.

Stufen industrieller Entwicklung

Sowohl im Rahmen der industriellen Revolution, als auch zu späteren Zeitpunkten fanden immer wieder neuartige und innovative Veränderungen der Industrie statt, die sich in Abschnitte einteilen lassen. Die Kategorisierung wird vor allem anhand der jeweiligen revolutionären Neuheiten des jeweiligen Zeitabschnitts möglich.

Industrie 1.0

Die Stufe der Industrie 1.0 lässt sich gleichsetzen mit dem Zeitraum der Industrialisierung. Um 1800 war es erstmals möglich, durch gewisse Maschinen erste Massenproduktionen umzusetzen. Zunächst wurden die meisten dieser Geräte noch mit menschlicher Kraft betrieben. Durch den Einsatz von Webstühlen beispielsweise konnte eine umfangreichere und effizientere Textilproduktion erzielt werden.

Mit fortschreitender Entwicklung wurden immer mehr Maschinen eingesetzt, die mechanisch angetrieben wurden. Vor allem die Erfindung der Dampfmaschine bildete hierfür eine Basis. Durch sie konnten einerseits Geräte wie Pflüge oder Mühlen betrieben werden. Zudem revolutionierte sie die Schifffahrt, war Grundlage für den Einsatz von Eisenbahnen und schuf so bis dato nie da gewesene Transport- und Infrastrukturmöglichkeiten.

In der Folge der Entwicklungen wurden immer mehr Farbriken errichtet, durch welche erste Ballungszentren, die vielleicht als eine Art frühe Industriehochburgen bezeichnet werden könnten, entstanden. Bekannte Beispiele für den exorbitanten Bevölkerungsanstieg in urbanen Gebieten zu dieder Zeit sind Berlin oder auch Gelsenkirchen, wobei zweiteres vor allem vom zunehmenden Kohleabbau profitierte.

Die “2. Industrielle Revolution”

Durch das Automobil entstand Anfang des 20.Jahrhunderts ein Durch das Automobil entstand Anfang des 20. Jahrhunderts ein neuer, heute unverzichtbarer Industriezweig. Foto: Adobe Stock, © Ericus

Diese Phase des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeichnet sich unter anderem durch die Fortsetzungen der vorherigen Entwicklungen aus. Die Automatisierung von Fabrikanlagen machte weitere Fortschritte, auch Fließbandarbeit findet hier ihren Ursprung. Das Ergebnis waren weitere massive Steigerungen der Effizienz.

Besonders geprägt wurde der Fortschritt in dieser Phase durch die Entwicklung des Automobils. Allerdings ging die Verbreitung in der Gesellschaft zunächst eher schleppend voran. Nichtsdestotrotz lieferte die Automobilproduktion die Basis für weitere Fabrikhallen, die Motorentechnik wurde auch zur Vereinfachung anderer Produktionsweisen genutzt.

Weitere Innovationen dieser Zeit betreffen vor allem die Kommunikationsmöglichkeiten. Sowohl Telefonate, als auch die Option der Aufgabe eines Telegramms erleichterten den Alltag vieler Menschen wie auch der Wirtschaft zusehends.

Industrie 3.0. oder: Die Entwicklung des Computers

Die nächste große Entwicklungsstufe wurde durch die Verbreitung und den zunehmenden Einsatz von Computern in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eingeleitet. Dieser Zeitabschnitt wird auch als digitale Revolution bezeichnet. Damals hielt Informationstechnik in der Geschäftswelt, teilweise aber auch in einem kleineren Rahmen in das Privatleben der Menschen Einzug.

Vor allem in den Büros wurden zunehmend Personal Computer verwendet. Aber auch in der Massenproduktion diente die IT-Technik schon zu dieser Zeit als Hilfe für eine fortschreitende Automatisierung. Dabei war die Idee des Computers schon in den Jahrzehnten zuvor herangereift und entwickelt worden. Diese Stufe des Fortschrittes bildet die Basis für die industrielle Welt, wie wir sie heute kennen.

Faktor Globalisierung

Das Thema der Entwicklung der Industrie ist gerade in den letzten Jahrzehnten zunehmend an die wachsende Globalisierung gekoppelt. Der internationale Handel hat exorbitant an Relevanz gewonnen.

Von diesem Umstand profitierten und profitieren vor allem die Staaten, in denen die Industrie eine besonders große Rolle spielt. Das ist wenig verwunderlich. Im Prinzip setzt die Globalisierung für die Industrie schlicht und einfach die positiven Faktoren, die beispielsweise durch eine Verbesserung der Infrastruktur im Rahmen der Entwicklung der Eisenbahn begannen, auf einer höheren Ebene fort.

Durch die zunehmende Bedeutung des Internets in den letzten Jahrzehnten wird dieser Trend weiter begünstigt. Aufgrund einer starken Vernetzung verschwimmen reale Distanzen. Zudem bildet das Internet die Basis für aktuelle Entwicklungen im Rahmen der sogenannten Industrie 4.0.

Heutige Entwicklungsstufe: Industrie 4.0

Der Begriff Industrie 4.0 wurde von der deutschen Bundesregierung geprägt und hat im letzten Jahrzehnt zunehmend an Bedeutung gewonnen. Er bezeichnet die heutigen Ideen und Fortschritte des industriellen Sektors, die im Kern im Zusammenhang mit der Optimierung der Digitalisierung stehen. Im Unterschied zur ersten digitalen Revolution bietet nicht der Computer, sondern das Internet entsprechende Möglichkeiten.

Digitale Vernetzung als neue Maxime

Für die Industrie 4.0 ist vor allem das Thema digitale Vernetzung zentral. Foto: Adobe Stock, © Marco

Vor allem die zunehmende Vernetzung in verschiedenen wirtschaftsrelevanten Bereichen spielt eine tragende Rolle. Beispiele hierfür sind die Optimierung in der Logistik, wachsende Kundenzentrierung oder Flexibilität bei der Produktion verschiedener Waren.

Nicht nur Kommunikation zwischen Menschen, sondern vor allem die Vernetzung von Gegenständen wird immer relevanter. Diese Technik wird auch als Internet der Dinge oder Internet of Things (IoT) bezeichnet. Bekannte Formen des IoT für den Privatgebrauch sind beispielsweise verschiedene Smarthomeanwendungen.

Bedeutung für die Industrie

In der Industrie wird die Technologie unter anderem dafür eingesetzt, verschiedene Fabriken und Standorte zu einer großen virtuellen Fabrik zusammenzuführen. Dies ermöglicht eine problemlose, flexibel und innovative Zusammenarbeit auch über große Entfernungen hinweg. Analog zum bekannten Smart-Home werden solche Betriebe und Vernetzungen als Smart-Factory bezeichnet.

Vor allem in der Automobilindustrie werden diese Möglichkeiten zunehmend genutzt. Aber auch im Bereich des Transports und der Logistik gewinnen sie an Relevanz. Gerade in diesem Sektor dienen sie aktuell vor allem, beispielsweise in Form der Sendungsverfolgung von Paketen, einer gesteigerten Kundenzufriedenheit.

Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Von diesem Fortschritt wird auch der Arbeitsmarkt nicht unberührt bleiben. Durch die Entwicklungen werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einige Berufsfelder obsolet werden oder zumindest zunehmend gefährdet sein. Hierzu gehören vor allem Tätigkeiten im Bereich der Fertigung sowie der Führung und Organisation von Firmen.

Allerdings schafft die Industrie 4.0 alternativ andere Betätigungsfelder. Die destruktive Wirkung auf die Beschäftigungsmöglichkeiten ist daher nicht so groß, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte. Anders formuliert: Es wird im Rahmen der Umstellungen nicht weniger gearbeitet werden, sondern anders.

Vielleicht ist an dieser Stelle eine historische Analogie passend: Durch die erste industrielle Revolution wurden damals übliche Berufe ebenfalls in Teilen überflüssig. Aufgrund der neuen Möglichkeiten des Fortschritts fanden viele Menschen aber auch in dieser Zeit neue Berufsfelder und den Zugang zu einem moderneren Leben. Bei Betrachtung der seit dem 19. Jahrhundert massiv gestiegenen Relevanz des sozialen Aspektes in Politik und Gesellschaft ist davon auszugehen, dass der Übergang durch verschiedene Hilfen in der heutigen Zeit eventuell sogar einfacher zu bewältigen sein könnte.

Zukunft der Industrie

Die aktuellen Entwicklungen der Industrie 4.0 werden auch die Zukunft massiv beeinflussen. Dies zeigt sich in verschiedenen Ansätzen eines Ausblickes auf die nächsten 15 Jahre der Industrieentwicklung sowie die dadurch notwendigen Maßnahmen am Standort Deutschland.

Rasend schneller Wandel

Durch die Technologisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen wird der Faktor Arbeit zunehmend an Stellenwert verlieren. Vielmehr wird es für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens darauf ankommen, bei den technischen Entwicklungen innovativ zu bleiben und eigene Impulse zu setzen. Zukunftsfähiges Know-how gewinnt exorbitant an Bedeutung.

Zudem wird die Entwicklungsgeschwindigkeit im Industriesektor aller Voraussicht nach konstant hoch bleiben. Für industrielle Unternehmen ist es also ebenfalls wichtig, bei einer solch hohen Schlagzahl an neuen Grundlagen für entsprechende Arbeitsweisen und Produkte mithalten zu können. Zur realen Umsetzung dieser wichtigen Schritte ist es zudem unabdingbar, dass die Politik entsprechende Grundlagen in Form eines zukunftsfähigen Wirtschaftsstandortes schafft und auch in der Gesellschaft eine Akzeptanz für die Veränderung der Umstände wächst.

Weitere technologische Revolutionen möglich

Schlussendlich ist es unmöglich, die nächsten großen Innovationen der Industrie präzise vorherzusagen. Bei Betrachtung der letzten 200 Jahre der Industriehistorie wird deutlich, dass Entwicklungen wie der Computer oder das Internet Tore zu neuen Welten geöffnet haben, die einige Jahrzehnte zuvor noch undenkbar gewesen wären. Ähnlich revolutionäre Entwicklungsstufen könnten der Industrie auch in den nächsten 50 bis 100 Jahren bevorstehen.

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