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#Jens Spahn ist ohne Twitter besser drauf

„Jens Spahn ist ohne Twitter besser drauf“

Der Griff zum Smartphone in jeder freien Minute ist für viele längst zur Routine geworden. Die Gefahr, etwas zu verpassen, ist vermeintlich groß: Auf Twitter werden pro Minute etwa 350 .000 Beiträge veröffentlicht, auf Instagram sind es noch mal 66 .000, und auch der Nachrichtenstrom reißt nie ab – irgendwo auf der Welt ist immer jemand wach, der eine Schlagzeile liefert. An der „fear of missing out“ ändern dabei auch die Kata­strophen nichts, die auf jeden einprasseln, der die sozialen Netzwerke öffnet. Von „Doomscrolling“ ist die Rede, wenn man nicht aufhören kann, negative Nachrichten zu konsumieren, bis man unter Schlaf­störungen und Angstgefühlen leidet.

Julia Anton

Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

Jens Spahn wird dabei plötzlich zum Vorreiter in Sachen Wohl­befinden. Wie der ehemalige Bundesgesundheitsminister im Podcast „Wochentester“ des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und des Redaktionsnetzwerks Deutschlands verriet, hat er Twitter von seinem Smartphone gelöscht. „Es macht schlechte Laune“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete, der als Oppositionspolitiker vermutlich weiß, wovon er spricht. „Wenn du halt jedes Mal, wenn du gerade ins Auto steigst, im Aufzug stehst, mal ’ne ruhige Sekunde hast, als Erstes auf Twitter schaust, das ist fast eine kleine Sucht, und guckst, was ist jetzt wieder los? Unbewusst macht das echt schlechter gelaunt.“

Und dann auch noch Shitstorms

Spahn kann auch gleich von positiven Effekten berichten: Seither verspüre er „eine bessere Grundstimmung“. Denn auch mit der Debattenkultur auf dem Kurznachrichtendienst, einem wichtigen Barometer politischer Großwetterlagen, zeigt Spahn sich unzufrieden: Die Themen seien oft zu einseitig fokussiert und hätten deshalb nur wenig mit realen Debatten gemein. Zudem habe er auch schon „teilweise drei Shitstorms“ parallel gehabt, „weil irgendeine Aussage oder irgendeine politische Aktivität (. . .) einem Teil der Twitter-Blase nicht gefallen hat“.

Ähnlich hatte sich in der vergangenen Woche auch SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert geäußert – und seinen Account mit 370.000 Followern deaktiviert. Ganz so radikal geht Spahn nicht vor, dem immerhin 275.000 Nutzer folgen. „Zu früh gefreut“, kommentierte er Medienberichte über seinen vermeintlichen vollständigen Twitter-Rückzug. Seine Löschaktion habe nur sein Smartphone betroffen, sein Account werde weiterhin von seinem Team betreut, erklärte der CDU-Politiker.

Solch ein Team dürften die meisten Nutzerinnen und Nutzer nicht haben. Im Auto künftig statt auf das Smartphone einfach mal nach draußen zu schauen (vor allem, falls man am Steuer sitzt) und im Aufzug die Fahrstuhlmusik mitzusummen, statt zu zwitschern: Schlecht ist die Idee des ehemaligen Gesundheitsministers vielleicht trotzdem nicht. Eine „bessere Grundstimmung“ verträgt nämlich nicht nur die Opposition.

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