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#“Tatort“-Kolumne: „Tatort“ aus Mainz: Klischees über Klischees, doch es funktioniert

„“Tatort“-Kolumne: „Tatort“ aus Mainz: Klischees über Klischees, doch es funktioniert“



Wer ist Hannes P.? Der Mainzer Fall um einen dubiosen jungen Liebhaber lebt von Klischees, überzeugt aber trotzdem.

Wer ist Hannes Petzold? Gigolo oder Liebhaber mit reinem Herz? Treusorgender Vater oder eiskalter Killer? An dieser Frage entzündet sich alles im neuen Fall aus Mainz. Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) ist überzeugt davon, dass der Ex-Häftling der an Geld, Gold und Immobilien reichen Rentnerin Bibiana Dubinski eine Überdosis Insulin verabreicht hat.

Und dass er sich mit den verwerflichsten Hintergedanken an das treu sorgende Muttchen Charlotte Mühlen (Michaela May) heranmacht, die Alleinerbin. Berlinger sieht all das „In seinen Augen“ und deshalb heißt auch die Folge so (Sonntag, ARD, 20.15 Uhr).

Letzter „Tatort“ vor der Sommerpause

Das Ermittlungsteam muss man erst einmal neu kennenlernen. In sechs Jahren löst Berlinger gerade mal ihren vierten Fall. War sie schon immer so aggro wie diesmal? Und hat ihr Partner Martin Rascher (Sebastian Blomberg) seit jeher diesen leicht ironischen Zug? Egal, passt gut zusammen.

So wohlhabend wie das Opfer, so reich ist die letzte Folge vor der Sommerpause jedoch an Klischees. Im schlechteren Fall hat man die schon etwas zu oft gesehen, wie bei Petzolds psychotischem Sohn, der mit verschwitztem Gesicht und irrlichterndem Blick durch die Folge hetzt. Oder bei Bibiana Dubinski (Ulrike Krumbiegel), die nicht nur schönheitsoperiert ist, sondern auch ein sehr spezielles Liebesleben führt. Auf ihrem Sexspielzeug sind Petzolds Fingerabdrücke – und noch dazu saß er im Knast, weil er alte Frauen um ihre Kohle erleichterte. Zu dick aufgetragen? Nicht unbedingt.

Ellen Berlinger (Heike Makatsch) misstraut Hannes Petzold (Klaus Steinbacher).

Foto: Daniel Dornhöfer, SWR/dpa

Im besten Fall entlarvt das Klischee sich nämlich selbst. Zum Beispiel bei der Sache mit dem Altersunterschied. Wenn ein Ex-Kanzler eine Frau heirate, die seine Tochter sein könnte, sagt die liebenswerte Kittelschürze Charlotte einmal, dann sei das spätes Liebesglück. „Aber wenn einer alten Schachtel wie mir dieses Glück widerfährt, geht’s natürlich nur ums Geld.“ Auch diesmal? Die Antwort darauf bleibt tatsächlich das einzige, das an diesem „Tatort“ nicht vorhersehbar ist (Regie: Tim Trageser, Buch: Thomas Kirchner). Aber erstaunlicherweise reicht das Spiel mit dem Zweifel, um sich mit dem Fall aus Mainz gut unterhalten zu fühlen. Vor allem liegt das an Klaus Steinbacher. Er spielt den muskulösen Liebhaber Hannes Petzold so, dass man ihm misstrauen und ihn gleichzeitig sympathisch, fast sogar herzensgut finden kann. Gefühlschaos am Bildschirm so groß wie in der Omaküche von Witwe Mühlen.

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Steinbacher, einst Nachwuchsdarsteller im bayerischen Kinoerfolg „Wer früher stirbt, ist länger tot“ und inzwischen 28 Jahre alt, spielt als nächstes Franz Beckenbauer in der Sky-Biografie „Der Kaiser“. Nach seiner Leistung im Mainzer „Tatort“ weiß man: Der kann das.

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