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#Wetter: Hitzewelle zieht über Europa und bringt Waldbrände und Dürre

„Wetter: Hitzewelle zieht über Europa und bringt Waldbrände und Dürre“



In Portugal, Italien und Griechenland wüten Feuer. Deutschland erwartet Rekord-Temperaturen. Und in Frankreich muss man wegen der Hitze Überstunden machen.

Radrennfahrer Alexis Vuillermoz ist extreme körperliche Belastungen gewöhnt, am letzten Sonntag aber konnte auch er nicht mehr – Hitzschlag nach der neunten Etappe der Tour de France. Seit dem vergangenen Wochenende stieg das Thermometer vor allem im Süden Frankreichs noch weiter an, stellenweise auf 40 Grad Celsius, und Hitze und Trockenheit werden – wie in ganz Europa – zu einem immer größeren Problem. In der Gegend um Bordeaux etwa zerstörten Brände bis Freitag mehr als siebeneinhalb Hektar Wald. Rund 10.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Ein Flächenbrand wütet in der Nähe von Landiras im Südwesten Frankreichs.

Foto: Uncredited/Service Communication-Protocole SDIS 33/AP, dpa

Besonders dramatisch ist die Lage in Portugal. Dort wüteten am Freitag 13 größere und Dutzende kleinere Feuer. Touristen- und größere Wohngebiete waren nicht betroffen. Die Brandserie hatte vor einer Woche begonnen, begünstigt von einer seit Monaten anhaltenden Dürre.

Die in diesem Jahr bereits durch Waldbrände zerstörte Fläche erhöhte sich nach Angaben der Naturschutzbehörde ICNF auf 38.600 Hektar. Im gesamten Vorjahr waren es 28.415. Am Mittwoch war in Pinhão im Distrikt Viseu im Norden des Landes mit 47 Grad die höchste jemals im Juli auf dem Festland Portugals registrierte Temperatur gemessen worden. Der genaue Wert muss aber noch bestätigt werden.

Hitzewelle über Südeuropa: zahlreiche Brände in Portugal

In Italien wurde in fünf Regionen entlang des Flusses Po der Notstand verhängt. Die Feuerwehr in Südtirol bekämpfte in der Nacht zum Freitag einen Großbrand im Wandergebiet bei Frauwaal. Am nördlichen Teil des Gardasees beschäftigen seit Tagen Brände die Behörden. In Griechenland seien binnen 24 Stunden 108 Waldbrände gezählt worden, teilte die Feuerwehr am Freitag mit. In Spanien galt an dem Tag in 16 der 17 Autonomen Gemeinschaften Hitzealarm. Die Hitzewelle werde von Ausmaß und Länge her eine der längsten seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1975 sein, erklärte der nationale Wetterdienst Spaniens.

In Deutschland und Großbritannien erwartet man ebenfalls Rekordwerte. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes könne nächste Woche örtlich die 40-Grad-Marke überschritten werden. Vor allem am kommenden Mittwoch sei mit einer Aufheizung auf 30 bis 36 Grad zu rechnen – im Süden und in der Mitte Deutschlands werden demnach bis zu 38 Grad erreicht.

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Erstmals in seiner Geschichte gab am Freitag der britische Wetterdienst eine Warnung vor extremer Hitze – am Montag und Dienstag – heraus. Sie gilt für ein Gebiet zwischen London, Manchester und dem Tal von York. Der britische Hitzerekord liegt bei 38,7 Grad Celsius – gemessen am 25. Juli 2019 im Botanischen Garten der Universität Cambridge.

Ein Löschflugzeug in Spanien während eines Waldbrandes im Einsatz.

Foto: Gustavo Valiente/EUROPA PRESS, dpa

Seit der Hitze-Katastrophe von 2003 hat Frankreich einen Hitzeplan

In Frankreich ist man auf die Hitzewelle eingestellt. Seit 2004 gilt ein nationaler Hitze-Plan, der Maßnahmen und Zuständigkeiten genau festlegt. Mitarbeitende der Rathäuser erkundigen sich in regelmäßigen Telefonaten bei besonders gefährdeten Bürgerinnen und Bürgern, die in Datenbanken vermerkt sind, nach deren Wohlergehen. In Radio- und Fernsehsendern laufen Spots, die die Menschen erinnern, zum Wasserglas zu greifen. Es gibt eine Hitze-Hotline und „Frische-Räume“ in Städten; Obdachlose werden mit Wasser versorgt oder zeitweise untergebracht. Um jeden Preis wollen die Behörden Dramen wie im August 2003 vermeiden.

Damals forderte die Hitze des Sommers einer Erhebung des nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung zufolge innerhalb weniger Wochen 19.490 Todesopfer in Frankreich und 20.089 in Italien, insgesamt 70.000 in Europa. Frankreichs Hitze-Plan hat vier Stufen. Zwischen 1. Juni und 31. August sind die Behörden demnach grundsätzlich in Alarmbereitschaft und fahren Infokampagnen. Bei Warnstufe drei können die Präfekten Maßnahmen wie das Verbot öffentlicher Versammlungen ergreifen. Im äußersten Fall wird ein ministerieller Krisenstab eingerichtet. Krankenhäuser und Altenwohnheime können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch aus dem Urlaub zurückholen.

Am Gardasee brennt es: Flammen und Rauchschwaden über Nargo-Torbole nahe Riva del Garda im Norden des Urlaubsziels.

Foto: Screenshot Facebook, Feuerwehr Trient

Personalengpass in Alten- und Pflegeheimen wird bei Hitze ein Problem

Pascal Champvert, Präsident der Vereinigung von Direktoren von Altenwohnheimen, warnte in der Zeitung Le Parisien schon vor Engpässen. Viele Mitarbeitende seien nach den Corona-Jahren erschöpft. Manchmal habe man auch Personal einsparen müssen, um Gehaltserhöhungen zu kompensieren. „Alle Vorschriften des Staates drohen wirkungslos zu bleiben, wenn es nicht genug Personen im Gesundheitsbereich gibt, um sie umzusetzen“, sagte er.

Um Aktionen für geschwächte oder ältere Menschen zu finanzieren, wurde 2004 ein „Solidaritäts-Tag“ eingeführt: Jeder Arbeitnehmer hat sieben Stunden pro Jahr mehr abzuleisten. Oft geschieht das am Pfingstmontag. (mit dpa)

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