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#Wiglaf Droste fehlt: Neues Buch „Chaos, Glück und Höllenfahrten“

Wiglaf Droste fehlt: Neues Buch „Chaos, Glück und Höllenfahrten“

Was würde sich gut auf dem Grabstein von Wiglaf Droste machen? Vielleicht ja „Hier war ich noch nie“. An den 2019 gestorbenen Dichter, Musiker und Polemiker erinnert nun ein neuer Band mit autobiographischen Texten: „Chaos, Glück und Höllenfahrten.

Wiglaf Droste 2018 bei der Verleihung des Satire-Preises "Göttinger Elch". Foto: Imago/Hubert Jelinek
Wiglaf Droste 2018 bei der Verleihung des Satire-Preises „Göttinger Elch“. Foto: Imago/Hubert Jelinek

Für Wiglaf Droste war die Steigerung von lustig: angriffslustig

Als Wiglaf Droste ahnte, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, machte er, was er immer machte. Er spielte mit den Worten. Wenn die Welt schon hässlich ist, kann man sich immer noch am Spiel mit der Sprache erfreuen. Zum Beispiel mit der Frage, was sich gut auf dem Grabstein des Dichters machen würden. Wie wäre es mit „Hier war ich noch nie“? Was erstens stimmt, zweitens angemessen lakonisch ist und drittens bei aller Verachtung für religiösen Irrsinn einen gewissen Optimismus und die Neugierde darauf erkennen lässt, wie das wohl so sein wird, im Jenseits. Wir spielen, bis der Tod uns abholt, und dann noch ein bisschen länger.

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Wozu sind Scherze, erst recht finale Scherze wie dieser, auch sonst gut, wenn nicht, um der Bitterkeit ein Schnippchen zu schlagen. Zuschlagen konnten Wiglaf Drostes Texte natürlich auch. Oft war bei ihm die Steigerung von lustig: angriffslustig.

Ich weiß nicht, was auf Wiglaf Drostes Grabstein steht. Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 15. Mai 2019 ist er gestorben, mit gerade mal 57 Jahren. Jetzt hat Drostes Freund und Verleger Klaus Bittermann, ein Mann von erlesenem Geschmack, in „Chaos, Glück und Höllenfahrten“, einem sehr schönen und sehr lustigen Buch „eine autobiographische Schnitzeljagd“ veranstaltet: autobiographische Texte von der Jugend des Dichters in Bielefeld bis zu den Abenteuern in Berlin, Palermo und der Zone. Droste reist mit Max Goldt nach Finnland, mit Joachim Król nach England, mit Vincent Klink nach Portugal und mit Wolfgang Neuss ins Nirvana. Auch traumatische Erfahrungen sparen die intimen Bekenntnisse nicht aus, etwa die Verheerungen, die Keith Jarretts Klavierspiel in den zarten Seelen junger Menschen anrichten kann: „Schwarze Tasten, weiße Tasten / Töne, die das Herz belasten / Junge Menschen wurden Greise / Wenn Keith Jarrett klimperte / Auf dem Flokati litt ganz leise / Wer vorher fröhlich pimperte.“

  • Wiglaf Droste: „Chaos, Glück und Höllenfahrten“ Edition Tiamat, 360 S., 24 €
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Zum Tod des Polemikers und Dichters erinnerte sich Erik Heier an dessen Zeit beim tipBerlin: R.I.P. Wiglaf Droste. Die Edition Tiamat gehört zu den Berliner Verlagen, die ihr unbedingt kennen solltet.

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