#Geheimnis gelüftet: Schufa-Score verbessern – so geht’s
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Wird ein kostenpflichtiger Bonitätscheck oder eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragt, steht man am Ende mit einem Score respektive einer Zahl dar. Auf welcher Datenbasis und vor allem mit welcher Formel die Auskunftei den Score errechnet, war bisher jedoch nicht bekannt. Nun hat Schufa zumindest einige Details darüber offengelegt, wie sich der Schufa-Score verbessern lässt.
Schufa-Score verbessern – wichtigste Aspekte:
- Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen
- Ungerechtfertigten Forderungen widersprechen
- Nicht allzu viele Kredite / Kreditkarten anfragen / beantragen
- Laufender Kredit wirkt sich positiver aus als gar kein Darlehen
Schufa-Score verbessern: Darauf musst du achten
Das Wichtigste zuerst: Wie erwartet, führen primär nicht erfüllte Zahlungsverpflichtungen dazu, dass der Schufa-Score herabgesetzt wird. Doch eine Zahlungserinnerung oder eine um wenige Tage verspätete Zahlung reichen nicht aus, um dem Scoring zu schaden. Laut Schufa werden Zahlungsstörungen nur im Anschluss an zwei Mahnungen weitergeleitet, zwischen denen eine Mindestfrist von vier Wochen liegen muss. Ferner muss der Gläubiger den Schuldner über eine mögliche Meldung unterrichtet haben, bevor er diese an die Auskunftei übermittelt. Allerdings auch dann nur in dem Fall, wenn der Forderung nicht widersprochen wurde.
Einen weiteren Aspekt, der in den Schufa-Score einfließt, stellen Kreditanfragen dar. Viele Anfragen deuten nach Angaben der Auskunftei darauf hin, dass bei einer Person ein hoher Finanzbedarf besteht. Dementsprechend steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Schuldner die Zahlungsverpflichtungen nicht in Gänze erfüllen, und der Score fällt. Das gilt allerdings nur für verbindliche Kreditanfragen und nicht für Konditionsanfragen, bei denen die Konditionen verschiedener Kredite miteinander verglichen werden.
Auch eine Vielzahl an abgeschlossenen Kreditverträgen und die Anzahl der Kreditkarten wirken sich negativ auf den Schufa-Score aus – insbesondere, wenn das Kreditvolumen und die monatliche Gesamtbelastung hoch ausfallen und die Verträge über eine längere Laufzeit abgeschlossen werden. Die Idee dahinter ist simpel: Das Risiko von Zahlungsstörungen ist höher, wenn zahlreiche Rückzahlungsverpflichtungen bestehen. Allerdings verbessert sich der Score wieder, sollten die Verträge langfristig ordnungsgemäß erfüllt werden. Denn dadurch steigt das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers. Aus ebenjenem Grund können Verbraucher mit einem laufenden Kredit einen besseren Schufa-Score erhalten als solche, ohne Darlehen.
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Schufa-Score: Negative Merkmale
Ergänzend zu den Tipps, die den Schufa-Score verbessern sollen, hat die Auskunftei auch eine Liste an Merkmalen veröffentlicht, die sich negativ auf die Bonitätsbeurteilung auswirken können:
- Saldo nach Gesamtfälligstellung
- Saldo nach gerichtlicher Entscheidung / Titulierung
- Eidesstattliche Versicherung über ein dem Gericht vorzulegendes Vermögensverzeichnis
- Haftbefehl zur Erzwingung einer eidesstattlichen Versicherung über ein dem Gericht vorzulegendes Vermögensverzeichnis
- Insolvenzverfahren eröffnet
- Restschuldbefreiung erteilt
Score-Berechnungsformel bleibt weiterhin geheim
Zwar helfen die neuen Angaben dabei, den Schufa-Score zu verbessern, doch die eigentliche Formel hinter der Bonitätseinschätzung bleibt weiterhin geheim. Als Grund werden potenzielle Manipulationsversuche angegeben, die bei einer Offenlegung der Formel stattfinden können. Dennoch hebt die Auskunftei hervor, die Formel bereits der zuständigen Datenschutzbehörde vorgelegt zu haben. Einige Hinweise gibt auch der sogenannte Schufa-Score-Simulator. Damit können Verbraucher ihren Score getreu dem Namen simulieren. Im Rahmen des Simulators benennt die Schufa sieben wichtige Faktoren:
- Girokonten
- Kreditkarte
- Ratenkredite
- Immobilienkredite
- Online-Käufe auf Rechnung
- Umzüge
- Zahlungsausfälle
Nur Reaktion auf Kritik?
Eine transparentere Strategie, die es Bürgern ermöglicht, den eigenen Schufa-Score zu verbessern, könnte eine Reaktion auf die Kritikwelle sein, mit der sich die private Auskunftei konfrontiert sah. So soll Schufa zusammen mit weiteren Wirtschaftsauskunfteien rechtswidrig Nutzerdaten aus Mobilfunkverträgen gesammelt haben. Zudem sorgten Anfang 2022 erschienene Meldungen über eine mögliche Übernahme der Schufa durch den schwedischen Finanzinvestor EQT für weitere Kritik seitens der Bürger und Datenschützer. Denn in diesem Fall könnten unzählige Verbraucherdaten die deutsche Grenze überqueren.
Bildquellen
- Schufa-Score verbessern: Schufa
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