#Pokémon Go in Abu Dhabi: Eine der dümmsten Ideen des Jahres
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„Pokémon Go in Abu Dhabi: Eine der dümmsten Ideen des Jahres“

Du gehst mit deinem Handy durch die reale Welt und kleine Monster werden sicht- und fangbar. Dann machst du ein Foto davon, küsst deinen Partner vor Freude, weil es „shiny“ ist und scannst zur Feier des Tages mit deiner Smartphone-Kamera einen Pokéstop, um eine Belohnung zu bekommen. All das geht genau dort nicht, wohin dich Niantic zurzeit lockt. Denn das nächste Sonder-Event von Pokémon Go ist Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAR). Partner ist jedoch nicht nur das Emirat selbst, sondern auch Etihad Airways, wo es 25 Prozent Rabatt auf deinen Flug in der Economy Class gibt.
Abu Dhabi – Hauptsache geimpft?
Eine der großen Vorteile am Reiseort Abu Dhabi ist zurzeit, dass er eine Impfquote von annähernd 100 Prozent hat. Er gilt als die Nummer 1 bei Impfung und Zweitimpfung. Auch die Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen sind streng und man kann sich dort sehr sicher vor Corona bewegen. Doch damit sind die Vorteile auch schon erschöpft. Denn die Vereinigten Arabischen Emirate sind wohl eine der schlechtesten Gegenden der Welt, die ein Pokémon-Spieler besuchen kann.
Fangen wir damit an, dass das Fotografieren von Infrastruktur und das Speichern sowie Teilen von Fotos und Videos unter Strafe steht. Ist das bei militärischen Anlagen, Industrieanlagen und Erdöl-/Erdgasanlagen noch völlig egal, wird es bei der Liste der verbotenen Einrichtungen des Auswärtigen Amtes schon ziemlich kribbelig: Flughäfen, Häfen, öffentliche Gebäude, Botschaftsgebäude und Brücken. Mit einem Schnappschuss in der AR-Anwendung drohen demnach „Beschlagnahme der Aufnahmegeräte, Geld- und Freiheitsstrafen sowie die Ausweisung. Für die Dauer des strafrechtlichen Verfahrens wird regelmäßig eine Ausreisesperre verhängt“. Und wer sich einmal ansieht, wie Abu Dhabi aussieht, wird schnell feststellen, dass es dort sehr viel „Hafen“ gibt. Der Status als Hauptstadt vermindert die Anzahl der „öffentlichen Gebäude“ auch nicht gerade.
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Läuft dir dann noch eine Person ins Bild, die es mit dem Datenschutz genau nimmt, drohen dir Strafen von bis zu 120.000 Euro. Oder eben eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten.
AR kann man deaktivieren – Menschenrechte nicht
Kann man den Widerspruch der Regeln des Event-Ortes mit dem Spielprinzip von Pokémon Go noch irgendwie ausblenden, muss man bei den Menschenrechten schon ganze Personengruppen ausblenden, um guten Gewissens dem Angebot von Niantic zu folgen. Denn laut auswärtigem Amt sind außereheliche Schwangerschaften, gleichgeschlechtliche Beziehungen und außerehelicher Geschlechtsverkehr strafbar. Und so wird eine vergewaltigte Frau vor Gericht gleich mit zum Täter gemacht. Queere, homo- oder transsexuelle Personen droht Strafverfolgung da homosexuelle Beziehungen respektive „cross-dressing“ verboten sind. Dazu kommt die politische Verfolgung von Oppositionellen und die Gefangenschaft und Folter von unliebsamen Personen.
Ein virtuelles Spiel – mit dem Flugzeug
Pay to Win? Wem das nichts sagt, dem sei es kurz erklärt: Wenn in einem Game Geld gezahlt wird, um einen entscheidenden Vorteil zu haben, nennt man es Pay to Win. Niantic verfolgt das Prinzip bisher selten. Die Events sind jedoch schon immer eine etwas andere Geschichte, denn sie teilt die Spieler ein. Wer es sich nicht leisten kann, sein virtuelles Game in einen anderen Ort zu transportieren, hat eben Pech gehabt. Bei stationären Events dreht sich die Demokratisierung des Vergnügens durch das Smartphone immer wieder ins Gegenteil um.
Als letzten Punkt sei hier ein Zitat Niantics zu nennen: „Wir haben nur eine Erde und möchten uns darum aktiv daran beteiligen, sie zu schützen. Derzeit bemühen wir uns durch weltweite Aufräumaktionen, den Schutz von Nationalparks und die Förderung von nachhaltigem Tourismus um Nachhaltigkeit.“ In diese Aussage passt eine Flugreise um den viertel Globus, um ein virtuelles Spiel zu spielen, nicht ganz.
Das sollte jedoch kein Problem sein, denn es gibt für Pokémon-Go-Spieler wahrlich genug Gründe, sich diese Umweltbelastung zu sparen. Lass also diesen Favoriten auf den Titel der dümmsten Idee des Jahres einfach liegen und beachte ihn nicht.
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