#Spotify sperrt Konten und verstößt damit womöglich gegen die eigenen AGBs
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„Spotify sperrt Konten und verstößt damit womöglich gegen die eigenen AGBs“

Mehrere Nutzer des Software-Unternehmens Audials haben in dessen Forum behauptet, Spotify hätte ihre Konten gesperrt. Audials bietet dabei unter anderem Programme, die die Ausgabe von Spotify aufzeichnen und etwa als MP3-Dateien abspeichern. Demzufolge habe Spotify als Begründung für die Sperrungen angegeben, dass das entsprechende Konto an einer unzulässigen Nutzung des Dienstes beteiligt sei, die die Nutzungsbedingungen verletze – darunter möglicherweise unzulässige Downloads. Auf den ersten Blick liegt der Grund also auf der Hand und ist berechtigt. Doch bei einer näheren Betrachtung der Spotify-Nutzungsbedingungen und des geltenden Rechts ergibt sich ein anderes Bild.
Vervielfältigungen von Titeln sind erlaubt
Spotify untersagt das „Kopieren, Weiterverbreiten, Vervielfältigen, „Rippen“, Aufzeichnen, Übertragen, öffentliche Aufführen oder Ausstellen“ von Inhalten in den eigenen Nutzungsbedingungen, wenn es „nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen“ nicht ausdrücklich zulässig ist. Das deutsche Urheberrechtsgesetz gestattet solche Vervielfältigungen allerdings in §53, solange diese dem privaten Gebrauch dienen. Entsprechend sollten auch die Vervielfältigung von Spotify-Titeln erlaubt sein, zumal die Audials-Software diese nicht herunterlädt, sondern aufzeichnet. Wir haben den Musik-Streaming-Dienst um eine Stellungnahme gebeten und werden den Artikel aktualisieren, sobald diese vorliegt.
Kontensperrung aufgrund von Vermutungen?
Unabhängig davon, ob die Account-Sperrungen gegen die Spotify-Nutzungsbestimmungen beziehungsweise gar das geltende, deutsche Recht verstoßen, bleibt noch eine Frage offen: Wie hat der Musik-Streaming-Dienst die Nutzer, die gesperrt wurden, ausfindig machen können? Die Verantwortlichen bei Audials vermuten, dass Spotify hierfür eine versteckte Funktion mit der Bezeichnung „hohe Geschwindigkeit“ nutzte. Diese sorgt dafür, dass die Musikwiedergabe deutlich schneller abläuft und die Titel sich somit schneller aufzeichnen lassen.
Spotify kann zwar nicht feststellen, ob Nutzer die Titel tatsächlich kopierten. Allerdings bleibt die Nutzung der „hohe Geschwindigkeit“-Funktion dem Dienst nicht verborgen. Daher scheinen die Sperrungen lediglich auf einem Verdacht zu beruhen, wenngleich dieser sicherlich berechtigt ist. Audials empfiehlt auf seiner Website daher, dass Nutzer das Feature künftig nicht mehr verwenden und stattdessen Spotify-Recorder einzusetzen, die die Aufnahme in Echtzeit unterstützen. Diese seien für den Musik-Streaming-Dienst nicht sichtbar.
Bildquellen
- Musik hören auf dem E-Bike und Fahrrad: Das ist erlaubt und so hoch sind die Strafen: Andrea Piacquadio/Pexels
- Spotify auf Smartphone: Hayo Lücke / inside digital
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