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#12 Krankenhäuser in Berlin: Architektur für den Ernstfall

12 Krankenhäuser in Berlin: Architektur für den Ernstfall

Jedes Jahr werden in Berlins Krankenhäusern rund eine Million Patient*innen versorgt. 60 Kliniken befinden sich in der deutschen Hauptstadt, und viele von ihnen blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Dabei sind sie keine reinen Zweckbauten, sondern auch Architekturdenkmäler und Zeugen der medizinischen Vorstellungen ihrer Zeit. Wir stellen euch 12 wichtige Krankenhäuser in Berlin vor.


Bettenhochhaus der Charité

Überragt die anderen Krankenhäuser in Berlin: das Bettenhaus der Charité. Foto: Imago/Reiner Zensen
Überragt die anderen Krankenhäuser in Berlin: das Bettenhaus der Charité. Foto: Imago/Reiner Zensen

Die Charité ist ohnehin Berlins berühmtestes Krankenhaus, aber der heutige Verbund von Kliniken hat natürlich nicht mehr viel zu tun mit den Anfängen als Larzarett für Pestkranke. Vier Standorte unterhält die Charité in Berlin, der wohl sichtbarste ragt in den Himmel: Das von 1977 bis 1982 gebaute Bettenhochhaus warf seinen Schatten als DDR-Vorzeigeprojekt in den Westteil der Stadt, das monumentale Hochhaus lag direkt an der Mauer. Die Arbeiten am Fundament hatten Auswirkungen auf ganz Mitte, mutmaßlich lag es sogar am absinkenden Grundwasserspiegel durch den Krankenhaus-Neubau, dass der alte Friedrichstadt-Palast abgerissen werden musste.

2016 wurde das Krankenhaus saniert und erstrahlt seitdem ganz in Weiß. Auch das Innere wurde völlig umgestaltet. Verfügte das größte Krankenhaus der Hauptstadt der DDR über 30 Stationen, 1050 Betten und 24 Operationssäle auf einer Fläche von 65.000 Quadratmetern, sind es derzeit noch 327 Zimmer mit insgesamt 615 Betten.

  • Bettenhochhaus der Charité Luisenstraße 58-60, Mitte

Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Der "Graue Riese": das Universitätsklinikum Benjamin Franklin. Foto: Imago/Joko
Der „Graue Riese“: das Universitätsklinikum Benjamin Franklin. Foto: Imago/Joko

Mit der Teilung der Stadt zeichnete sich für den Westen Berlins ab, von der Bildungsinfrastruktur abgehängt zu werden: Die Universität lag auf DDR-Gebiet, die Gründung der FU Berlin war 1948 die Reaktion darauf. Ihr fehlte eine medizinische Ausbildungsstätte, also entstand im Ortsteil Lichterfelde ab 1958 ein kompakter Komplex mit Kliniken, Hörsälen und Instituten: das Klinikum Steglitz. Der von einem Architekturbüro aus New Orleans konzipierte Bau war Ende der 1960er-Jahre fertiggestellt und erhielt schon bald den Spitznamen „Grauer Riese“: Mit seiner rohen Betonfassade ist das Bauwerk ein beeindruckendes Beispiel für Brutalismus in Berlin.

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Die oberen Geschosse ragen über den Grundriss hinaus und sollen an die menschliche Wirbelsäule erinnern. Zu Ehren der US-amerikanischen Hilfe beim Aufbau wurde die Klinik 1994 nach Benjamin Franklin benannt, heute gehört sie zum Charité-Verbund. Das Gebäude steht seit 2012 unter Denkmalschutz.

  • Campus Benjamin Franklin Hindenburgdamm 30, Steglitz

Unfallkrankenhaus Berlin

Für schwere Verletzungen konzipiert: das Unfallkrankenhaus Berlin. Foto: Imago/Schöning
Für schwere Verletzungen konzipiert: das Unfallkrankenhaus Berlin. Foto: Imago/Schöning

Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand östlich der Berliner Stadtgrenze eine Klinik zur Behandlung von Epilepsiekranken, die später nach Wilhelm Griesinger, einem Pionier auf dem Gebiet der Psychiatrie, benannt wurde. Der Komplex hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, befand sich lange Zeit im Besitz des Vivantes-Konzerns, ist nun aber Teil des 1997 gegründeten Unfallkrankenhauses Berlin (UKB). Die historischen denkmalgeschützten Gebäude gingen Stück für Stück in den Besitz der UKB-Genossenschaft über, die hier vor allem ihre Verwaltung unterbringt. Im modernen Neubau im Marzahner Ortsteil Biesdorf werden hingegen Patient*innen aus Berlin und Brandenburg versorgt, im Falle schwerer Brandverletzungen sogar aus dem ganzen Bundesgebiet.

  • Unfallkrankenhaus Berlin Warener Straße 7, Marzahn

Bundeswehrkrankenhaus

Der Neubau des Bundeswehrkrankenhauses in Mitte. Foto: Imago/Joko
Der Neubau des Bundeswehrkrankenhauses in Mitte. Foto: Imago/Joko

Die Geschichte des heutigen Bundeswehrkrankenhauses ist zugleich die Geschichte der Krankenhäuser fürs preußische Militär und der Berliner Polizei. Mitte des 19. Jahrhunderts regte König Friedrich Wilhelm IV. an, die Lazarette für seine Garnisonen zusammenzulegen. Ein Neubau am Invalidenpark entstand, der in den 1920er-Jahren von der Berliner Sicherheitspolizei übernommen wurde. In der DDR versorgte das Krankenhaus die Volkspolizei, ein neues Bettenhaus entstand. Aber nicht nur der Sicherheitsapparat der DDR wurde hier behandelt, sondern auch dessen Opfer: Gescheiterte Fluchtversuche von Ost nach West führten oft in die Behandlungsräume des Krankenhauses, das pünktlich mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 an die Bundeswehr überging. Versorgt werden hier auch Zivilist*innen – und Mitglieder der Bundesregierung.

  • Bundeswehrkrankenhaus Berlin Scharnhorststraße 13, Mitte

Klinikum am Urban

So kompakt und zentral wie das Klinikum am Urban waren Krankenhäuser in Berlin früher nicht, sondern streckten sich über große Grünflächen am Rand der Stadt. Foto: Imago/Carsten Thesing
So kompakt und zentral wie das Klinikum am Urban waren Krankenhäuser in Berlin früher nicht, sondern streckten sich über große Grünflächen am Rand der Stadt. Foto: Imago/Carsten Thesing

Krankenhäuser in der Nachkriegszeit bedeuteten den Abschied von Ideen des 19. Jahrhunderts: Früher stand die Pavillonbauweise im Fokus, Krankenhäuser befanden sich im Grünen und waren dezentral aufgebaut. Einerseits sollte so die Genesung in angenehmer Atmosphäre erfolgen, andererseits war die Aufteilung auf viele kleine Gebäude auch im Hinblick auf Keimverbreitung und Seuchenschutz sinnvoll. Ein Fürsprecher des Sinneswandels hin zu Konzentration und Kompaktheit war Peter Poelzig, Sohn des für die Moderne in Berlin so wichtigen Architekten Hans Poelzig.

Er plädierte für kompakte Krankenhauskomplexe in zentraler Lage, die sich in den Stadtraum eingliedern – so wie der von ihm entworfene Urbankrankenhaus-Neubau, der 1966 begonnen wurde. Der Stahlskelettbau ist Kreuzbergs einziges Krankenhaus, die historischen Vorgänger werden nicht mehr medizinisch genutzt, sondern dienen als Wohnungen und Gewerberäume.

  • Vivantes Klinikum am Urban Dieffenbachstraße 1, Kreuzberg
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Jüdisches Krankenhaus Berlin

Aufbruch in die Moderne: das Jüdische Krankenhaus Berlin. Foto: Imago/Joko
Aufbruch in die Moderne: das Jüdische Krankenhaus Berlin. Foto: Imago/Joko

An der Oranienburger Straße entstand 1756 das „Juden-Lazarett“, Vorläufer des heutigen Jüdischen Krankenhauses Berlin. Seinerzeit war es Deutschlands einziges von Jüd*innen geführtes Spital, rund 100 Jahre nach der Gründung zog es an die Auguststraße, wo 1866 auch die Neue Synagoge eingeweiht wurde. Architekt beider Gebäude war Eduard Knobloch, einer der moderneren unter Preußens berühmten Architekten. Nicht nur wegen der Nähe zum berühmtesten der Krankenhäuser in Berlin genoss das Jüdische Krankenhaus einen hervorragenden Ruf, sondern auch, weil die Mediziner*innen hier Weltklasse waren.

„Kleine Charité“ nannte man die Klinik, die längst religionsübergreifend Patient*innen versorgte. 1914 zog das Krankenhaus abermals um: in einen Neubau in Gesundbrunnen, der einen Aufbruch in eine neue Zeit signalisierte. Die Architekten Konrad Reimer und Friedrich Körte, die zuvor noch Gebäude wie die Archenhold-Sternwarte in Treptow im klassizistischen Stil konzipiert hatten, bauten an der heutigen Iranischen Straße eine zeitgemäße Klinik im Stil der Moderne: schlicht mit großen Sandsteinblöcken gestaltet.

Im Zweiten Weltkrieg war das Jüdische Krankenhaus ein Sammellager, von hier wurden Menschen in die deutschen Vernichtungslager deportiert. Unmittelbar nach dem Krieg wurde es wieder als Krankenhaus genutzt. Seit 1963 wird die einstmals vollständig von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin finanzierte Klinik auch vom Land Berlin getragen.

  • Jüdisches Krankenhaus Berlin Heinz-Galinski-Straße 1, Wedding

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

Die Klinik in Lichtenberg ist eines der Krankenhäuser in Berlin, die als psychiatrische Einrichtung am Stadtrand konzipiert wurden, bevor sie zur Regelversorgung übergingen. Foto: Imago/Photothek
Die Klinik in Lichtenberg ist eines der Krankenhäuser in Berlin, die als psychiatrische Einrichtung am Stadtrand konzipiert wurden, bevor sie zur Regelversorgung übergingen. Foto: Imago/Photothek

Die Backsteingebäude, die ab 1889 in Lichtenberg entstanden, wurden zu Baubeginn als „Kasernenbaukunst“ verspottet und zeugen davon, wie Geschmack sich wandelt. Heute zieht der Komplex, reich verziert, mit Stuck geschmückt und in üppige Grünanlagen eingebettet, vor allem Bewunderung auf sich. Klinker und Strenge in der Form, aber detailliertes Schmuckwerk sind ohnehin Markenzeichen von Hermann Blankenstein, der neben der Lichtenberger Klinik für die Bauausführung bekannter Gebäude verantwortlich war. Die Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg etwa wurde von ihm volledet.

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„Dem Geisteslicht zum Schutze, gemeinem Wohl zu Nutze“, dieser etwas rätselhafte Sinnspruch steht an der Fassade des heutigen Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, und erklärt sich aus der Geschichte der Klinik: Die Vorläufer-Institution der Dietrich-Bonhoeffer-Nervenklinik, über die wir hier schreiben, war überbelegt, Berlins psychiatrische Infrastruktur musste wachsen. 1893 eröffnete die „Städtische Irrenanstalt zu Lichtenberg (Herzberge)“, die rund 100 Jahre nach ihrer Gründung zu einem Krankenhaus der Regelversorgung erweitert wurde und Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge heißt.

  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Herzbergstraße 79, Lichtenberg

St. Hedwig

Krankenhäuser in Berlin gab es vor der Eröffnung von St. Hedwig nicht in katholischer Trägerschaft. Im Bild: das über und über mit Efeu bewachsene Vorderhaus. Foto: Imago/Schöning
Krankenhäuser in Berlin gab es vor der Eröffnung von St. Hedwig nicht in katholischer Trägerschaft. Im Bild: das über und über mit Efeu bewachsene Vorderhaus. Foto: Imago/Schöning

Im 19. Jahrhundert traf die Cholera-Pandemie Berlin hart. Für die rund 20.000 Menschen katholischen Glaubens stand in der preußisch-protestantischen Stadt kein eigenes Krankenhaus bereit, Berlin war schlecht vorbereitet. Nach der Gemeinde der Hedwigskathedrale entstand zunächst ab 1846 ein Krankenhaus unter Ordensleitung, das sich noch in Privatunterkünfte einmieten musste – und rasant wuchs. Während der Märzrevolution 1848 nahm das Krankenhaus auch bei den Aufständen Verwundete auf, ab 1851 entstand endlich ein eigenes Haus an der Großen Hamburger Straße, für dessen Planung ein Kölner Dombaumeister verpflichtet wurde.

Zahlreiche Neubauten kamen bis Ende des 19. Jahrhunderts hinzu, ein Stilmix von Neugotik bis Jugendstil, der sich hinter dem 1881 fertiggestellten und dicht mit Efeu bewachsenen Vorderhaus verbirgt. Dank Zuwendungen aus dem Westen konnte die St. Hedwig-Klinik auch in der DDR auf hohem Niveau arbeiten, obwohl kirchliche Einrichtungen wenig Wohlwollen von der Staatsführung erwarten konnten. Heute kooperiert das Krankenhaus eng mit der Charité und wurde um weitere Bauten ergänzt, die sich zwar moderner ausnehmen, aber die charakteristischen Backsteinelemente beibehalten.

  • St. Hedwig-Krankenhaus Große Hamburger Str. 5-11, Mitte

Klinikum Neukölln

Lange bevor Josef Kleihues mit seinem Sohn das Architekturbüro Kleihues + Kleihues gründete, entwarf er in Berlin Gebäude – darunter auch das Krankenhaus in Rudow. Foto: Imago/Schöning
Lange bevor Josef Kleihues mit seinem Sohn das Architekturbüro Kleihues + Kleihues gründete, entwarf er in Berlin Gebäude – darunter auch das Krankenhaus in Rudow. Foto: Imago/Schöning

Reinhold Kiehl kennen wenige, sein Werk hingegen ist in Neukölln kaum zu übersehen: das Rathaus, das Stadtbad, die Orangerie im wunderschönen Körnerpark, der S-Bahnhof Sonnenallee. 1909 wurde nach seinen Plänen das Rixdorfer Krankenhaus für die damals eigenständige Stadt eröffnet, das rasant wuchs und es bald nicht nur auf 750 Betten brachte, sondern auch auf eine eigene Bäckerei und Schweinezucht. Das weitläufige Klinikareal richtete sich noch am Pavillonstil aus, die geradezu herrschaftlichen Altbauten stehen unter Denkmalschutz.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Krankenhaus erweitert und mit umliegenden Häusern zusammengeschlossen, brauchte aber dennoch neue Bauten für erweiterte Aufgaben. Mitte der 1980er-Jahre wurde ein kompakter Krankenhausneubau fertiggestellt, der mit seinen beiden parallelen Baukörpern und der lichtdurchfluteten Haupthalle in starkem Kontrast zu Kiehls Häusern steht. Entworfen haben diesen Neubau Jürgen König und Josef Paul Kleihues, dessen Konzept der „kritischen Rekonstruktion“, moderne Formen auf alten Grundrissen, die Berliner Architektur der 1980er-Jahre entscheidend geprägt hat. In der Zukunft soll das Neuköllner Krankenhaus, das zu Vivantes gehört, mit weiteren Modernisierungen und einem Neubau die größte Rettungsstelle Berlins erhalten.

  • Vivantes Klinikum Neukölln Rudower Straße 48, Buckow

Sankt-Gertrauden-Krankenhaus

So sachlich wie Sankt Gertrauden sehen Krankenhäuser in Berlin selten aus. Foto: Imago/Joko
So sachlich wie Sankt Gertrauden sehen Krankenhäuser in Berlin selten aus. Foto: Imago/Joko

Es ist ein glücklicher Zufall, dass das Krankenhaus Sankt Gertrauden so schick und schlicht aussieht – und überhaupt in Berlin steht. Der Orden der Katharinenschwestern wollte sein Krankenhaus eigentlich in Königsberg errichten, zerstritt sich allerdings mit der Stadtverwaltung. 1929 traf eine Generaloberin der Katharinerinnen 1929 in Berlin auf Hermann Brunning. Der Katholik war ein gefragter Mann in Berlin, erledigte zuverlässig von der Planung bis zur Bauausführung alles selbst, hatte sich aber in seinem Schaffen als Architekt weitestgehend auf Kirchenbauten spezialisiert.

Mit dem Katharinenorden wählte er eine Freifläche zwischen Schmargen- und Wilmersdorf aus, das neue Krankenhaus für die katholische Institution entstand kurzerhand in Berlin, nicht in Ostpreußen. Der im Vergleich zu den Pavillonbauten und klassizistischen Kliniken sehr sachliche Bau war schon 1930 fertig und überstand sogar den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet. Rot verklinkert und hell verputzt sticht es in der Umgebung immer noch hervor. In den 1990er-Jahren wurde das Krankenhaus umfangreich saniert, obwohl es kurz vor der Schließung stand. Die ist zwar abgewendet, aber auch St. Gertrauden geht mit der Zeit. Der religiöse Aspekt rückt in den Hintergrund, immer weniger Ordensschwestern leben und arbeiten hier.

  • Sankt-Gertrauden-Krankenhaus Paretzer Straße 12, Wilmersdorf

Virchow-Klinikum

Klassisch gestaltet, zählt das Virchow-Klinikum noch immer zu den modernsten Krankenhäusern in Deutschland. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Klassisch gestaltet, zählt das Virchow-Klinikum noch immer zu den modernsten Krankenhäusern in Deutschland. Foto: Imago/Jürgen Ritter

57 Einzelbauten, 2000 Betten – und sogar Wohnraum für 700 Angestellte: Das auf Initiative des berühmten Arztes und liberalen Politikers Rudolf Virchow errichtete Krankenhaus im Norden Berlins nahm 1906 den Betrieb auf. Es war das vierte städtische Krankenhaus in Berlin und zugleich das letzte, für das der Pavillonstil verwendet wurde. Schon zu Virchows Lebzeiten war der Name beschlossen worden – ein Geschenk zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 1901.

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Den Bau gestaltete der Architekt Ludwig Hoffmann, dessen Stil vor allem Reisen nach Italien geprägt hatten und der Berlin an vielen Stellen prägte – mit Wohnbauten und Schulen ebenso wie mit Krankenhausbauten in Berlin-Buch sowie der Gestaltung des Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain. Zu eklektisch, zu historisierend, durchweg mittelmäßig – die aufkommende Moderne ging mit dem einst einflussreichen Hoffmann hart ins Gericht, er geriet in Vergessenheit. Das Virchow-Klinikum allerdings war zur Eröffnung eines der modernsten Krankenhäuser Europas – im Verbund mit der Charité ist es das noch immer.

  • Charité Campus Virchow-Klinikum Augustenburger Platz 1, Wedding

Auguste-Viktoria-Klinikum

Das alte Hauptgebäude, von Paul Egeling entworfen, hat im 21. Jahrhundert einen neuen Anstrich erhalten. Foto: Imago/Joko
Das alte Hauptgebäude, von Paul Egeling entworfen, hat im 21. Jahrhundert einen neuen Anstrich erhalten. Foto: Imago/Joko

Zwischen 1903 und 1906 baute die damals eigenständige Stadt Schöneberg ein Krankenhaus, benannt zu Ehren von Auguste Viktoria, letzter Kaiserin des Deutschen Reiches. Die prächtigen, im Pavillonstil errichteten Gebäude entwarf der Schöneberger Baubeamte Paul Egeling, der nicht nur die Architektur der Gegend prägte, sondern auch das Wappen entwarf. Egeling selbst wählte den Hirsch als Wappentier aus, auch der Verwaltungsbezirk Tempelhof-Schöneberg hat dies beibehalten.

Das Klinikum allerdings war schon nach seiner Fertigstellung zu klein und wurde 1910 systematisch erweitert: So entstanden weitere Pavillons, ein Badehaus und ein eigenes Röntgengebäude. Das Krankenhaus, das in den 1970er-Jahren mit Kliniken in Steglitz zusammengelegt wurde, ist seitdem beständig gewachsen: 2019 begann der erste Bauabschnitt eines Neubaus am Grazer Damm, das Auguste-Viktoria-Klinikum wird dort in Zukunft die Aufgaben des Tempelhofer Wenckebach-Klinikums integrieren.

  • Auguste-Viktoria-Klinikum Rubensstraße 125, Schöneberg

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