Action, Sci-Fi und Comedy dank der DEFA: Das war das Hollywood der DDR

Action, Sci-Fi und Comedy dank der DEFA: Das war das Hollywood der DDR

In der DDR wurden reichlich Filme produziert. Die meisten davon stammen dabei aus der Produktionsschmiede der sogenannten DEFA.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand Deutschland vor einem kulturellen Neuanfang. Auch der Film sollte eine neue Richtung erhalten – weg von nationalsozialistischer Propaganda hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. In diesem Kontext wurde am 17. Mai 1946 in Babelsberg die Deutsche Film-Aktiengesellschaft (DEFA) gegründet, wie einem Artikel des MDR zu entnehmen ist.

Mit der Gründung der DEFA entstand das erste staatlich organisierte Filmstudio in der sowjetischen Besatzungszone. Zunächst als sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft konzipiert, ging die DEFA ab 1952 vollständig in den Besitz der DDR über und wurde zu einem volkseigenen Betrieb.

Auf dem ehemaligen Gelände der Universum-Film AG (UFA) in Babelsberg entstand das Spielfilmstudio, während Animations-, Werbe- und Dokumentarfilme in Dresden, Alt Nowawes, Babelsberg und Berlin produziert wurden.

Bis zur Wende 1989 brachte die DEFA rund 700 Spielfilme hervor, darunter etwa 160 Kinderfilme sowie der erste Sci-Fi-Film der DDR. Hinzu kamen rund 2.250 Dokumentar- und Kurzfilme sowie 750 Animationsfilme. In den 1980er-Jahren beschäftigte das Unternehmen rund 3.500 Menschen.

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Antifaschismus als oberste Maxime des Films

Von Beginn an verstand sich die DEFA als kulturelles Werkzeug der neuen antifaschistischen Ordnung. Die Kulturabteilung des Zentralkomitees (ZK) der SED nahm direkten Einfluss auf Inhalte. Statt der illusionären UFA-Traumwelt sollten gesellschaftlich relevante Filme entstehen.

Bereits mit den ersten Produktionen in den 40er-Jahren wie Wolfgang Staudtes „Die Mörder sind unter uns“ und Kurt Maetzigs „Ehe im Schatten“ wurde dieser Anspruch eingelöst. Später folgten Filme wie „Sterne“, „Ich war neunzehn“ und „Jakob, der Lügner“, die sich künstlerisch anspruchsvoll mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzten.

Doch der politische Anspruch führte auch zu Spannungen. Gerade bei zeitgenössischen Stoffen war der staatliche Einfluss spürbar: Drehbücher wurden vielfach überarbeitet oder ganz verboten. Der Film „Berlin um die Ecke“ wurde beispielsweise nie aufgeführt. 1965 fielen gleich zehn Filme dem 11. Plenum des ZK der SED zum Opfer.

Auch der Film „Die Spur der Steine“ mit Manfred Krug wurde kurz nach der Premiere aufgrund von „antisozialistischer Tendenzen“ verboten. Für viele Filmschaffende bedeutete das Einschränkung, Anpassung oder auch den Weg in den Westen.

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Die DEFA-Stiftung

Mit dem Ende der DDR wurde die DEFA 1990 in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt und durch die Treuhand verwaltet. 1992 übernahm der französische Konzern CGE das Spielfilmstudio, während das Dokumentarfilmstudio nach kurzer Übergangszeit geschlossen wurde.

Seit 1998 sorgt die DEFA-Stiftung mit Sitz in Berlin dafür, dass dieses filmische Erbe nicht verloren geht. Als gemeinnützige Stiftung unterstützt sie die Bewahrung, Digitalisierung und wissenschaftliche Aufarbeitung des DEFA-Filmschaffens – und macht es so auch für künftige Generationen zugänglich. Wer sich für die Film-Produktionen der DDR interessiert, findet auf der offiziellen Website mehr zu den Angeboten der DEFA-Stiftung.

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