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Die Verbraucherzentrale listet im Rahmen ihres Phishing-Radars kontinuierlich die neuesten Phishing-Mails auf. Selbstverständlich ist die Liste nicht erschöpfend; auch andere Mails sind im Umlauf. Sie zeigt allerdings, bei welchen E-Mails man als Nutzer derzeit auf jeden Fall ein Auge offen halten sollte. In der laufenden Woche gehören dazu die folgenden Unternehmen und Organisationen.
Amazon und drei Banken betroffen
Amazon
Amazon-Kunden müssen aktuell mit unfreiwilligen Käufen oder gar leergeräumten Bankkonten rechnen. Zumindest, wenn sie auf eine E-Mail des US-amerikanischen Anbieters eingehen. Darin ist von einer fehlgeschlagenen Abbuchung im Rahmen der Prime-Mitgliedschaft die Rede. Dieser Umstand hätte eine Kündigung des Abonnements zur Folge. Heißt: Sowohl Prime Video als auch die kostenfreie Zustellung für Prime-Produkte sowie sämtliche sonstigen Vorteile des Prime-Abos sollen eingestellt worden sein.
Im weiteren Verlauf wird dem Empfänger nahegelegt, erneut eine Prime-Mitgliedschaft abzuschließen. Und zwar über einen hinterlegten Link. Dieser führt jedoch nicht zu Amazon, sondern auf eine gefälschte Webseite. Denn bei der E-Mail handelt es sich um Phishing. Sämtliche auf der verlinkten Seite eingetragene Kunden- und Banking-Daten landen bei den Cyberkriminellen. Anschließend können sie je nachdem dazu genutzt werden, um Amazon-Bestellungen aufzugeben, das Bankkonto zu plündern oder Identitätsdiebstahl zu begehen.
Ferner lassen sich die Daten auch für gezielte Phishing-Angriffe mit direkter Kundenanrede und weiteren „Seriositätsbeweisen“ verwenden. Daher empfehlen wir, die E-Mail unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben.
Drei Banken im Fokus
Abseits von Amazon-Kunden stehen gegenwärtig auch Kunden dreier Banken im Fokus von Cyberkriminellen. Dazu gehören Kunden der ING, der HypoVereinsbank und der Commerzbank. In einer entsprechenden ING-E-Mail erwähnen die Betrüger eine Aktualisierung der App – erneut über einen hinterlegten Button. Bei Nichtbeachtung würde eine Kontosperrung drohen. Diesmal deutet der Aufbau des Schreibens eher auf Malware als auf Phishing hin. Wobei der hinterlegte Button in beiden Fällen nicht betätigt werden sollte.
Bei den E-Mails der HypoVereinsbank und der Commerzbank handelt es sich derweil um klassisches Phishing. Unterm Strich bieten die Täter Kunden der HypoVereinsbank ihre Telefonnummer und Kunden der Commerzbank ihre Profile zu aktualisieren. Eine direkte Anrede fehlt jedoch in beiden Fällen. Daher empfehlen wir auch hier, nicht auf die Forderungen einzugehen. Solltest du dir nicht ganz sicher sein, kann ein Anruf beim Kundenservice die Bedenken zerstreuen. Die dazugehörige Telefonnummer solltest du jedoch unbedingt ausschließlich von der offiziellen Bankwebsite beziehen.
Phishing 2024 – bisherige Fälle
Die Liste an Phishing-Versuchen in Deutschland wird immer länger. Klar zu erkennen ist, dass es vorwiegend große Unternehmen betrifft. Sie haben viele Kunden und damit viele potenzielle Opfer von Phishing. Diese Liste zeigt, welche Unternehmen im Jahr 2024 schon von Phishing-Betrügern genutzt wurden, um deine Daten oder dein Geld zu stehlen:
- 1&1
- Comdirect
- Commerzbank
- Consorsbank
- Deutsche Bahn
- Deutsche Bank
- DHL
- Disney+
- DKB
- FedEx
- Hypovereinsbank
- ING
- IONOS
- Klarna
- LBB
- McAfee
- Netflix
- PayPal
- Postbank
- Santander
- Schufa
- Sparkasse
- Targobank
- Telekom
- TF Bank
- VR-Bank
- WEB
Was ist Phishing eigentlich?
Wenn man an Cyberkriminelle denkt, kommen einem sofort Hollywood-Bilder von Unbekannten in Kapuzenpullis in den Sinn, die in einem Keller vor fünf Bildschirmen sitzen und ihren Blick auf das Pentagon richten. Die Wahrheit sieht allerdings oftmals ganz anders aus. Denn man braucht weder fünf Bildschirme noch große Kenntnisse über Sicherheitssoftware, um an das Geld von Internetnutzern zu gelangen. Sogar ein Kapuzenpulli ist dafür nicht zwingend erforderlich. Viele Anwender verraten ihre Zugangsdaten nämlich freiwillig, wenn man sie darum bittet.
Alles, was dazu benötigt wird, ist eine E-Mail im beispielsweise Amazon-Look, die Empfänger über ungewöhnliche Kontoaktivitäten oder eine AGB-Änderung unterrichtet. Anschließend fordern die Täter ihr Opfer dazu auf, eine Autorisierung durchzuführen; indem es einen Link anklickt und sich in seinem Account anmeldet. Nur führt der Link nicht zur Amazon-Website, sondern zu einer Kopie. Die hier eingetragenen Login-Daten landen direkt bei den Cyberkriminellen. Mittlerweile steckt hinter Phishing eine regelrechte Industrie.
Weitere Betrugsmaschen & Schutzmechanismen:
- eBay Kleinanzeigen und Co.: Mit diesen Betrugsmaschen zockt man dich ab
- WhatsApp Abzocke: Das sind die hinterlistigen Maschen der Betrüger
- Privatsphäre durch Zukleben der Webcam? So machst du es besser
So erkennst du Phishing-Mails
Sobald die Betrüger deine Nutzerdaten erbeutet haben, können sie diese beispielsweise zum Identitätsdiebstahl verwenden. Sollten die Anmeldedaten zu einem mit dem Bankkonto verknüpften Dienst gehören, könnte auch dein Portemonnaie darunter leiden. Darum solltest du auf E-Mails im Allgemeinen und auf Nachrichten der oben genannten Anbieter im Besonderen achten. Weist die E-Mail Rechtschreibfehler auf? Wie sieht es mit direkter Kundenansprache aus? Handelt es sich bei dem Absender respektive bei der E-Mail-Adresse des Absenders im Kopf der E-Mail tatsächlich um PayPal? Gehört die verlinkte Webseite dem Online-Bezahldienst, oder ist die URL eher kryptisch? Alle diese Fragen können eine Phishing-Mail enttarnen.
Eine weitere, gute Selbstschutz-Maßnahme stellt die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) dar. Dabei handelt es sich um einen doppelten Anmeldeschutz, bei dem neben den Anmeldedaten eine zweite Anmeldeschranke eingerichtet wird – etwa in Form eines Codes, der auf eine zuvor hinterlegte Telefonnummer zugestellt wird. Diesen können Cyberkriminelle in der Regel nicht so einfach ergattern. Obwohl auch diese Schutzlinie nicht unüberwindbar ist. Weitere Informationen zu dem Thema erhältst du in unserem Phishing-Ratgeber:
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Bildquellen
- Neues Urteil gegen Parken auf Gehwegen: Kaspars V / shutterstock.com
- Phishing-Betrug: wk1003mike / shutterstock.com
- Amazon soll Nutzer kündigen und ihre Prime-Vorteile einstellen: Bilanol / shutterstock.com
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