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Für die NAS-Serie von UGREEN gibt es keine native Version des PLEX Media Server. Ob sich das eines Tages ändert, steht in den Sternen. Glücklicherweise aber gibt es Docker und somit die Möglichkeit, tausende Software-Pakete manuell zu installieren. Das funktioniert mit PLEX hervorragend, erfordert aber ein wenig Handarbeit. Diese Anleitung soll Euch so gut es geht durch den Prozess leiten.
Vor einigen Monaten bin ich endgültig auf ein NAS von UGREEN umgezogen und habe mein Synology DS 923+ in Rente geschickt. Alle meine Anforderungen sind mit dem, was das Betriebssystem UGOS Pro und die von UGREEN mitgelieferten Apps können, inzwischen abgedeckt. Nur PLEX gibt es bislang nicht.
Ich schreibe hier seit einiger Zeit über meine Erfahrungen. In dieser Reihe sind bislang die folgenden Artikel erschienen:
Inzwischen läuft hier das iDX6011 Pro, das macht aber keinen Unterschied, die Vorgehensweise ist identisch.
Alle nachfolgend beschriebenen Schritte werden über die Benutzeroberfläche von UGOS Pro durchgeführt, entweder über die Desktop-App oder das Webinterface im Browser.
Vorbereitung
- Öffne die Systemsteuerung auf dem UGREEN NAS und aktiviere unter „Terminal“ den SSH-Zugriff. Das ist nur vorübergehend notwendig, nach der Einrichtung solltest Du das aus Sicherheitsgründen wieder deaktivieren.
- Benutze anschließend einen SSH-Client wie Putty, um Dich auf Deinem NAS mit Benutzername und Passwort anzumelden (das sind die gleichen Daten, mit denen Du Dich auch an der UGOS-Oberfläche anmeldest).
- Nach der Anmeldung gibst Du den Befehl „id user“ ein, wobei Du user durch Deinen Benutzernamen ersetzt. Notiere die Werte für „uid“ und „gid“. In den allermeisten Fällen wird das „1000“ und „10“ sein, wenn Du der Hauptnutzer bist. Diese Werte benötigen wir in Schritt 4.
Schritt 1: Docker installieren
Sofern noch nicht erledigt, muss im ersten Schritt logischerweise zunächst Docker über das App Center installiert werden.
Schritt 2: Verzeichnisse anlegen
Jetzt müssen einige Verzeichnisse angelegt werden. Öffne hierzu die App „Dateien“, wechsle zu „Freigegebener Ordner“ und klicke auf das Pluszeichen. Der Name des Hauptordners ist freibleibend, „Plex“ ist die naheliegende Wahl.
Unterhalb dieses Ordners legst Du die folgenden Verzeichnisse an:
- config
- data
- movies
- music
- pictures
- transcode
- tv shows
Anschließend kannst Du die Medienordner sogleich mit Filmen, Musik und Fotos „befüllen“.

Wichtig: Es muss sichergestellt sein, dass der User, mit dem Du Docker und Plex einrichtest, volle Zugriffsrechte auf das soeben angelegte Hauptverzeichnis und alle Unterverzeichnisse hat.

Schritt 3: PLEX-Image installieren
Jetzt geht es ans Eingemachte. Öffne Docker, klicke auf „Image“, wähle den Reiter „Repository“ und gib in das Suchfeld „plex“ ein.
Das Paket „linuxserver/plex“ ist das richtige. Klicke rechts auf den nach unten zeigenden Pfeil, um den Download zu starten. Die Versionsnummer kann frei bleiben. Ein Klick auf „Bestätigen“ startet den Download.

Schritt 4: Plex-Container konfigurieren
Nach dem Download klickst Du unter „Image“ auf „Lokal“ und neben linuxserver/plex auf „Erstellen“.
Jetzt gibst Du dem Container einen Namen und legst, falls gewünscht, CPU- und RAM-Beschränkungen fest. Hier gibt es keine festen Vorgaben. Das hängt davon ab, wie leistungsfähig Dein NAS ist und wie viele Ressourcen Du dem Plex-Server genehmigen möchtest.
Wichtig ist, dass die Option „Automatischer Neustart“ aktiviert ist, damit der Server immer läuft.
Nicht im Screenshot zu sehen: Setze das Häkchen bei „GPU“ verwenden, wenn Du Hardware-Transcoding verwenden möchtest. Zusätzlich solltest Du im Abschnitt „Sonstiges“ ganz unten den Privilegmodus aktivieren, damit Docker vollen Hardwarezugriff hat.

Weiter unten beim Punkt „Volume“ weist Du jetzt jedem vorher angelegten Verzeichnis den gleichnamigen Mountpunkt im Plex-Container zu. Hier musst Du darauf achten, dass für alle Verzeichnisse die Berechtigung „Lesen/Schreiben“ gesetzt wird.

Bei der Konfiguration des Netzwerks wählst Du den Netzwerkmodus „host“.

Die meisten Umgebungsvariablen kannst Du so lassen, wie sie sind. Unter „PUID“ und „PGID“ trägst Du die Werte ein, die Du vorhin über den SSH-Zugriff ermittelt hast.
Die Variablen „LANGUAGE“ und LANG“ änderst Du in „de_DE.UTF-8“.
Zwei Variablen müssen zudem manuell angelegt werden. Klicke hierzu am Ende der Liste auf „Hinzufügen“ und lege die folgenden Variablen an:
- Name: TZ
Wert: Europe/Berlin - Name: PLEX_CLAIM
Wert: Der Code, den Du wie nachfolgend beschrieben erhältst
Rufe die URL https://plex.tv/claim auf, melde Dich mit Deinem Plex-Konto an und notiere den Code, der Dir angezeigt wird, oder kopiere ihn direkt in die Konfiguration.

Achtung, der erzeugte Code läuft nach fünf Minuten ab. So lange hast Du Zeit, die Konfiguration noch einmal zu überprüfen und auf „Bestätigen“ zu klicken. Damit wird der Container erzeugt und gestartet.
Du hast es geschafft!
Der Container wurde erstellt und läuft. Updates sind künftig übrigens ganz einfach: Klicke auf die drei Punkte und wähle „Aktualisieren“ aus dem Menü. Wenn es eine neue Plex-Version gibt, startet automatisch das Update.

Funktionstest
Rufe die Plex-Oberfläche im Browser auf. Gib dazu die IP-Adresse Deines NAS ein, gefolgt von :32400/web.
Beispiel: http://192.168.188.114:32400/web
Wenn Du alles richtig gemacht hast, startet die Weboberfläche von Plex. Jetzt kannst Du Deinen Server benennen, die Mediatheken einrichten und alle Grundeinstellungen vornehmen. Und dann: Viel Spaß beim Streamen!
Transparenz: Die Hardware wurde uns von UGREEN kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.
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