Architektur aus Wachs

Architektur aus Wachs
Architektur aus Wachs
Honigbienen passen die Struktur ihrer Waben flexibel an – auch unter erschwerten Bedingungen. © Golnar Gharooni-Fard /CC-by 4.0

Wie ein Teppich aus Wachs und Farbe breitet sich diese grazile Wabenstruktur von oben nach unten aus. Doch die Waben auf diesem Bild sind keine gewöhnlichen: Sie sind geschichtet, gekippt, verschmolzen – ein Lehrstück in flexibler Konstruktion. Der Baumeister? Honigbienen.

Um herauszufinden, wie die sozialen Insekten auf ungewöhnliche Baubedingungen reagieren, präsentierten Forschende um Golnar Gharooni-Fard von der University of Colorado in Boulder mehreren Bienenvölkern 3D-gedruckte Kunststoffplatten mit sechseckigen Mustern in verschiedenen Größen. Der Clou: Diese wichen deutlich von den natürlichen Vorlieben der Tiere ab. Doch statt sich irritieren zu lassen, reagierten die Bienen mit erstaunlicher Kreativität.

Wenn die vorgegebenen Zellen zu klein waren, verschmolzen die Tiere mehrere davon zu größeren, überlappenden Einheiten. Bei zu großen Mustern bauten sie schräge Zellränder, um die Öffnungen zu verkleinern, ohne die Tiefe zu verlieren. Und bei besonders großen Fundamenten legten sie einfach eine neue Schicht normal großer Waben darüber – gestützt auf die vorhandene Struktur. So schufen die Bienen schließlich funktionale Waben, die ihren Anforderungen entsprachen.

„Diese winzigen Baumeister scheinen ein intuitives Verständnis für die Physik kollektiver Konstruktion zu haben“, betont Co-Autorin Orit Peleg. „Wir beginnen gerade erst, die vielfältigen Strategien zu verstehen, die sie anwenden – Kippen, Verschmelzen, Schichten – um Strukturen zu formen, die ihren Bedürfnissen auf bemerkenswert anpassungsfähige Weise entsprechen.“




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