Gerade hat in Berlin die zweite Dependance des schwedischen Labels „Arket“ eröffnet. Kreativchefin Ella Soccorsi erzählt im Gespräch vom Unterschied zu H&M und beantwortet die Frage, ob Arket nicht eigentlich auch Fast Fashion macht.
Ella Soccorsi hat dieser Tage einen vollen Terminkalender. Mitte März reist sie zur Eröffnung der zweiten Berliner Dependance des skandinavischen Labels Arket in den Hackeschen Höfen an. Jetzt aber sitzt sie erst einmal in einem Büro in Stockholm und erzählt im Videocall von den ersten zehn Monaten bei Arket. Soccorsi ist ein Branchen-Profi, sie verantwortete als Kreativleitung die Designerkollektionen bei H&M, bevor sie im Mai 2023 zum Schwesterunternehmen wechselte. Hier trägt sie nun den Titel der „Head of Design and Creative“, eine Position, die eigens für sie geschaffen wurde, und kümmert sich um alle gestalterischen Belange des Unternehmens, von den Kollektionen bis zur Kommunikation.
Dass Arket zu Hennes & Mauritz gehört, dürften die meisten Liebhaber der skandinavischen Marke wohl längst wissen. 27 physische Stores gibt es bisher, Tendenz steigend. Wie erfolgreich das Label, das für seine reduzierten Entwürfe bekannt ist (und deshalb immer wieder das „The Row“ für Normalverdiener genannt wird), wirklich ist, kann man nur erahnen – den genauen Jahresumsatz und die Wachstumszahlen könne man als börsennotiertes Unternehmen nicht herausgeben, heißt es bei H&M. Allerdings ist die „Hennes & Mauritz“-Gruppe von Dezember 2022 bis November 2023 um sechs Prozent gewachsen, weniger zwar als der Konkurrent Inditex, aber allein für Arket sind in diesem Jahr neue Stores unter anderem in Warschau, Mailand und Barcelona in Planung.
Frau Soccorsi, Sie sind seit Mai 2023 als „Head of Design and Creative“ bei Arket. Wie waren die ersten zehn Monate?
Die Zeit verging wie im Flug! Für mich ging es anfangs hauptsächlich darum, die Vision und die DNA von Arket zu verstehen. Ich habe mich in die Marke vertieft und beobachtet, wie die unterschiedlichen Teams arbeiten und was gebraucht wird. Je mehr ich verstanden habe, ja je mehr ich beteiligt war, desto mehr habe ich mich in das Konzept von Arket verliebt, in die Sensibilität und die Ruhe der Marke. Und in die Tatsache, dass wir Produkte für all jene kreieren, die ihren Alltag einfacher, besser und schöner gestalten möchten.
Was macht die Marke Ihrer Meinung nach so erfolgreich?
Zunächst einmal liefern wir unseren Kunden und Kundinnen eine einfache und bessere Auswahl in Bezug auf Qualität. Ich bin eine große Verfechterin von Langlebigkeit, also dass Produkte geschaffen werden, die lange halten und jeden Tag getragen werden können. Das kann zum Beispiel das perfekte weiße T-Shirt sein. Wir haben Herren-, Damen- und Kinderkleidung, sogar Jacken für Hunde, unsere eigenen Cafés und die Abteilung mit Accessoires für zu Hause.

Ella Soccorsi hat im Mai 2023 die Kreativleitung von Arket übernommen.
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Bild: Arket
Arket wurde 2017 gegründet, ist also eine relativ junge Marke. Wie ist es gelungen, so schnell Vertrauen aufzubauen?
Arket hat eine klare Vision und Identität. Es war von Anfang an klar, wofür es steht. Die alltäglichen Essentials, die Einfachheit, aber auch unser Archivkonzept, das es unseren Kunden einfach macht, Produkte zu finden. Außerdem bieten wir Qualität und Inspiration.
Wie schafft man es denn, mit Reduktion zu inspirieren? Wie halten Sie die Geschichte am Laufen?
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