
Dieses Spitzkrokodil (Crocodylus acutus) tut wahrlich keiner Fliege etwas zuleide. Es zeigt keinerlei Regung, obwohl Bremsen auf seiner Schnauze sitzen und sich von seinem Blut ernähren. Statt sie zu verscheuchen, fixiert das Reptil mit seinen goldenen Augen die Kamera. Spitzkrokodile werden üblicherweise vier Meter lang. Auffällig und charakteristisch für diese in Mittel- und Südamerika beheimatete Art ist die deutliche Erhebung vor den Augen, auf der es sich die Blutsauger oberhalb der Wasserlinie gemütlich gemacht haben.
„Ich habe dieses Foto während einer Forschungspause im Coiba-Nationalpark in Panama gemacht“, erzählt der Fotograf Zeke Rowe von der Freien Universität Amsterdam. „Das Krokodil lauerte in einem Gezeitensumpf am Strand. Ich kam so nah und tief wie ich mich traute und wartete auf diesen direkten Blickkontakt.“ Das eindrückliche Bild wurde beim diesjährigen Wildtier-Fotowettbewerb der British Ecological Society zum Gesamtsieger gewählt.
Unter dem Motto „Ökologie erfassen“ haben die Veranstalter die besten Naturfotos aus der ökologischen Forschung und von Hobbyfotografen weltweit gesucht. Ausgezeichnet wurden neben dem Gesamtsieger auch ein Publikumsliebling bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft im Jahr 2025 und jeweils ein Gewinner in neun Unterkategorien. Diese Rubriken sammelten Fotos unter den Schlagworten „Tiere“, „Pflanzen und Pilze“, „Wechselwirkungen“, „Ökologen in Aktion“, „Mensch und Natur“, „Natur, Ernährung und Landwirtschaft“, „Juteverarbeitung“, „Mobile Ökologie“ und „Ganz nah dran“.
Zu sehen sind auf diesen Siegerbildern unter anderem ein Wallace-Flugfrosch (Rhacophorus nigropalmatus) mit so ausgeprägten Schwimmhäuten, dass ihm seine Füße als Fallschirm für Gleitflüge zwischen Bäumen dienen. Andere Bilder zeigen die tierärztliche Untersuchung eines aus Menschenhandel und Wilderei geretteten Schimpansen, in Wasser eingeweichte Jute-Stäbe sowie einen Schwarm aufgescheuchter Vögel, die aufmerksam von einer trinkenden Löwin an einem Wasserloch beobachtet werden.
„Die unglaublichen Bilder im diesjährigen Fotowettbewerb sind eine perfekte Demonstration dafür, wie Fotografie uns um die Welt transportieren kann, indem sie uns die alltäglichen Wunder und dramatischen Momente der Ökologie erblicken lassen“, sagt die Präsidentin der British Ecological Society, Melanie Austen. „Es bereitet mir große Freude, diese Vielfalt in den diesjährigen Beiträgen zu sehen – von Korallen, die verlassene Flaschen auf den Philippinen besiedeln, über Wattflächen in British Columbia bis hin zum grünen Schimmer von Gezeiten-Seegraswiesen in der Tamar-Mündung.“
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