#Banken im Libanon wollen für drei Tage schließen

„Banken im Libanon wollen für drei Tage schließen“

Die Banken im Libanon wollen von Montag an für drei Tage schließen. Man wolle auf diese Weise gegen die „wiederholten Angriffe auf Banken und insbesondere auf Bankangestellte“ protestieren, teilte die Vereinigung der Banken im Libanon (ABL) am Freitag in einer Erklärung mit. Sie entschuldigte sich bei den Einlegern „für etwaige Unannehmlichkeiten oder Verzögerungen“, die sich aus dieser Schließung ergeben könnten. Die Sicherheit der Banken, der Angestellten und der Kunden sei „von großer Bedeutung“. Hintergrund sind dramatisch zunehmende Zwischenfälle, in denen verzweifelte Bankkunden mit Gewalt, manchmal mit Vorgehaltener Waffe, die Herausgabe ihrer Guthaben in Bar erzwingen wollen. Am Mittwoch hatte es zwei Geiselnahmen gegeben, am Freitag wurden etwa ein halbes Dutzend Vorfälle gemeldet.

Seit im Herbst 2019 eine ungekannte Wirtschaftskrise über das Land hereinbrach, müssen Heerscharen von Libanesen zusehen, wie ihre Ersparnisse zerrinnen. Damals kollabierte ein Schneeballsystem, mit dem die Zentralbank den Wert der libanesischen Währung auf unnatürlich hohem Niveau stabil gehalten hatte. Die Privatbanken haben – eigentlich illegale – Kapitalverkehrskontrollen verhängt, sodass die die Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre vor der Krise angesparten Dollarguthaben haben. Sie bekommen nur begrenze Mengen ausgezahlt – in einheimischer Währung und zu einem unseriös schlechten Kurs. Der Wert des libanesischen Pfundes ist auf dramatische Weise verfallen, die Preise sind in die Höhe geschossen.

Die Privatbanken haben maßgeblich zu der aktuellen Krise beigetragen. Über sie beschaffte sich die Zentralbank auf Pump Devisen. Anleger wurden mit Renditen gelockt, die weit über das marktübliche Maß hinausreichten. Korrupte Politiker, Zentralbankfunktionäre machten mit dubiosen Finanzdeals Millionen, auch die Spitzenmanager verdienten gehörig mit und ignorierten alle Warnungen. Mit Beginn des finanziellen Kollaps wurde die Dollarguthaben auf den Privatbanken eingefroren. Großeinleger mit guten Verbindungen konnten allerdings noch schnell Milliarden von Dollar außer Landes schaffen.

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