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Direktbanken wie die ING oder die DKB haben entweder nur wenige oder gar keine Geldautomaten mehr. Daneben verschwinden immer mehr Filialen von Banken und Sparkassen. Und mit ihnen meist auch die Geldautomaten und damit auch das Bargeld. Und wenn es noch eine Filiale vor Ort gibt, hat diese häufig kaum noch Scheine und Münzen vorrätig. Sein Sparschwein zur Bank schleppen, auf dem Tresen auskippen und aufs Konto einzahlen? Wenn das heutzutage noch stellenweise möglich ist, dann meist nur gegen Gebühren. Ja, die Banken lassen Bargeld, ein nach wie vor legales Zahlungsmittel, still und langsam verschwinden. Aber warum?
Der Bargeld-Aufstand
In Schweden etwa wird fast nur noch digital bezahlt. Es gibt immer mehr Läden und Geschäfte, die gar kein Bargeld mehr annehmen. In Deutschland ist das zwar noch nicht so ausgeprägt, und immer wieder sieht man Schilder, auf denen so etwas steht wie: „Kartenzahlung erst ab 10 Euro“. Trotzdem gibt es auch hierzulande mehr und mehr Geschäfte, in denen Bargeld unerwünscht ist. In Schweden formiert sich nun eine Gegenbewegung. Die Initiative „Bargeldaufstand“ will Geschäfte per Gesetz dazu zwingen, Scheine und Münzen zu akzeptieren. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Björn Eriksson, Sprecher der schwedischen Initiative, dass Banken eher kein Geld damit verdienen, Bargeld zu verwalten. „Aber eine Bezahlkarte, die Gebühren kostet, daran kann eine Bank eben schon verdienen“, sagt Eriksson.
→ Bargeld anonym? Wie wir überwacht und verfolgt werden
Und so nutzen viele Banken und Sparkassen das Momentum auch in Deutschland, dass immer mehr Menschen bargeldlos bezahlen, und lassen Bargeld eben indirekt verschwinden. Etwa indem es Gebühren kostet, wenn man Bargeld auf sein Konto einzahlen will. Oder dass für das Abheben von Bargeld unter einem bestimmten Betrag Gebühren fällig werden. Oder indem man Geldautomatensprengungen als Grund dafür anführt, dass diese vielerorts abmontiert werden.
Banken wollen Geld verdienen, nicht verwalten
Stattdessen verweisen Banken immer häufiger auf Supermärkte, wo Kunden eben auch Geld abheben können. Und wälzen damit die Kosten, die ansonsten ihnen entstehen würden, auf Aldi, Lidl und Co. um. Und das ist gar nicht so wenig. Laut Handelsinstitut EHI wurden letztes Jahr 12,31 Milliarden Euro an Supermarktkassen abgehoben. Jede Abhebung kostet die Händler bis zu 0,2 Prozent Gebühren an die Banken. 2023 waren das 17,23 Millionen Euro. Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel sagt dazu: „Die Banken ziehen sich aus der Bargeldversorgung zurück. Und der Handel springt ein – und zahlt auch noch drauf.“ Dass auch Supermärkte diesen für sie teuren Weg nicht lange gehen werden, dürfte klar sein. Und auch wenn Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel ist und die Europäische Zentralbank regelmäßig betont, dass es weiterhin wichtig ist, ist das Ende von Münzen und Scheinen absehbar.
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