#Befleckter Nikolaus

Befleckter Nikolaus



Schattenseite: Allein in Ghana und der Elfenbeinküste sind 1,6 Millionen Kinder beim Kakaoanbau in schwere Arbeiten involviert.

Bild: Nana Kofi Acquah

Kinderarbeit ist im Kakaoanbau weiterhin stark verbreitet und verringert sich nur langsam. Der Kampf dagegen ist mühsam – auch, weil oft Informationen über die Herkunft der Bohnen fehlen. Hilft das Lieferkettengesetz?

Dieses Problem ist seit langem bekannt. Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten versprachen die großen Schokoladenhersteller, auf eine drastische Reduktion der Kinderarbeit in Westafrika hinzuwirken. Doch seither wurden alle Ziele verfehlt. Aufgegeben haben die Hersteller den Kampf gegen die Misere freilich nicht, wie der Einsatz der Barry Callebaut AG exemplarisch zeigt. Das Schweizer Unternehmen ist der größte Schokoladenhersteller der Welt. Das weiß nur kaum jemand, weil Barry Callebaut nicht mit eigenen Marken unterwegs ist, sondern seine Kakao- und Schokoladenprodukte zur Weiterverarbeitung oder Verpackung an Anbieter wie Nestlé, Mondelez, Mars, Ferrero, Unilever und Hershey‘s liefert.

Die Schweizer haben sich vorgenommen, die Kinderarbeit in der eigenen Beschaffungskette bis zum Jahr 2025 zu beseitigen. So steht es in dem Nachhaltigkeitsprogramm „Forever Chocolate“, das der Konzern 2016 vorgelegt hat. Seither berichtet Barry Callebaut Jahr für Jahr über den Stand der Dinge. Der Report über das Geschäftsjahr 2020/21, der an diesem Freitag veröffentlicht wird, zeigt, wie mühsam das Unterfangen ist. Den Angaben zufolge hat Barry Callebaut gut 21.000 Fälle von Kinderarbeit entdeckt – das sind nur 7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

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