„Zieht sich die Menschheit gerade den Boden unter den Füßen weg?“, fragen Jörg Blech und Matthias Rillig in ihrem Buch. Aber Lesende werden nicht (nur) mit Schreckensszenarien konfrontiert. Natürlich lassen die Autoren – Spiegel-Redakteur und Bodenökologe an der FU Berlin – Probleme wie Bodenerosion und Mikroplastik nicht unerwähnt. Doch es scheint ihnen vielmehr darum zu gehen, Begeisterung für den Boden und seine Lebewesen zu wecken. Und wer um die Leistungen auch für den Menschen weiß, versteht, warum Böden schützenswert sind.
Das Autorenduo nimmt die Lesenden mit auf eine Reise in die Unterwelt. Dort erfahren wir teils Überraschendes: So ist es im Boden nicht etwa still. Studien zeigen, dass Bodenlebewesen durchaus Geräusche wahrnehmen und auch selbst welche machen.
In gesunden Böden mit einer Vielzahl an Organismen gedeihen Kulturpflanzen, die uns mit Energie und Nährstoffen versorgen. Sie halten unser Trinkwasser sauber und puffern klimatische Schwankungen ab. Informativ, unterhaltsam und gut verständlich werden die Bodenprozesse beschrieben. Die Ausgangsfrage beantworten Blech und Rillig differenziert, mit vielversprechenden Ansätzen gegen eine bodenlose Zukunft.
Rezension: Salome Berblinger
Jörg Blech, Matthias Rillig
Mutter Erde
Ullstein Verlag. 384 S., 25,99 €
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