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#Bei Amazon: Der extrem erfolgreiche Katastrophenfilm, der das Kino veränderte, aber von der Wissenschaft bis heute verlacht wird

Kann ein Film zugleich Wegbereiter und Lachnummer sein? Ja, denn genau das trifft auf einen Kult-Katastrophenfilm der 90er zu, der bei Amazon Prime Video streamt.

Im vergangenen Sommer eroberte der Katastrophenfilm Twisters die Kinos und spielte weltweit über 372 Millionen US-Dollar ein . Eine beeindruckende Summe, die aber 28 Jahre zuvor vom Vorgänger des Blockbusters tatsächlich noch übertroffen wurde.

Twister von Regisseur Jan De Bont (Speed) konnte einen weltweiten Umsatz von fast 500 Millionen US-Dollar  verzeichnen und wurde damit zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres 1996 (hinter Independence Day).

Abzusehen war dieser immense Erfolg jedoch keineswegs. Warum? Der Katastrophen-Actioner, in dem Bill Paxton und Helen Hunt Jagd auf Tornados machen, startete im Mai in den US-Kinos, was damals als ziemlich ungünstiger Zeitraum für einen Blockbuster-Release galt. Zudem handelte es sich bei Twister um einen Originalfilm, der für sich allein stand und kein bereits etabliertes Franchise im Rücken hatte. Ein Flop wurde prognostiziert, doch es kam anders.

Das clevere Twister-Marketing revolutionierte das Kino nachhaltig

Ein Bild, mit dem Twister auch heute noch assoziiert wird, ist fraglos das der fliegenden Kuh, die von einem Wirbelsturm erfasst wurde. Die finanzierenden Studios Warner und Universal setzten in den veröffentlichten Trailern auf effektvolle Szenen wie diese, um ihren Film zu vermarkten und trafen damit den Nerv des Publikums. Hier waren nicht die Schauspielenden, sondern die gezeigten Tornados die Stars.

Zusätzlich profitierte Twister enorm von der realen Berichterstattung, die in der Zeit um dessen Kinostart herum stattfand. Dieser wurde von den Verantwortlichen nämlich nicht zufällig in den Spätfrühling gelegt, wenn vor allem im Mittleren Westen der USA für gewöhnlich die Tornado-Saison beginnt. Die TV-Nachrichten waren dementsprechend voll von echten Aufnahmen zerstörerischer Stürme, was die Neugier des Publikums auf den Film nur noch mehr anheizte.

Diese erregte Aufmerksamkeit war wirtschaftlich Gold wert, stellte sie doch sozusagen kostenlose Werbung für den Film dar. Die L.A. Times  sprach damals sogar von einem „Marketing-Phänomen„. Schnell entstand ein Hype um Twister, den die Menschen nun natürlich auch auf der großen Leinwand erleben wollten.

Der Rest ist Kino-Geschichte: Das Zusammenspiel aus (später oscarnominierten) spektakulär-realistischen Effekten, überwiegend positiven Kritiken und cleverem Marketing fruchtete. Der Katastrophenfilm legte 1996 das damals erfolgreichste Mai-Eröffnungswochenende überhaupt  hin und beeinflusste die Vermarktungs- und Veröffentlichungsstrategien zukünftiger Blockbuster nachhaltig.

Fortan beschränkte sich deren Marketing, wenn möglich, nicht mehr ausschließlich auf Trailer und Werbespots. Und auch der Mai war als Startzeitraum keine Sperrzone mehr, sondern wurde nach dem Twister-Erfolg plötzlich zum neuen Beginn der Sommer-Blockbuster-Saison erklärt.

Die Wissenschaft entlarvte viele inhaltliche Fehler in Twister

Im Siegeszug von Twister mag es vor 28 Jahren ein wenig untergegangen sein, dass sich die Macher:innen des Films durchaus ein paar kreative Freiheiten nahmen, wenn es um die korrekte Darstellung von Tornados und den Umgang mit diesen geht. Vor allem im Blockbuster-Kino gilt schließlich: Inhaltlicher Nonsens kann selbstverständlich auch grenzenlos unterhaltsam sein (Ja, du bist gemeint, Armageddon!).

Wie Business Insider  zusammengefasst hat, haben wissenschaftliche Expert:innen in Twister so einige faktische Fehler gefunden. Unter anderem folgende:

  • In Wirklichkeit wird die Wucht eines Tornados anhand einer Schadenskala bemessen, erst nachdem er gewütet hat. Im Film findet bereits vor dessen Auftreten eine Vorhersage der Tornadostärke statt, was so gut wie unmöglich ist.
  • Anders als in Twister behauptet, ist ein grünlich gefärbter Himmel kein garantiertes Anzeichen dafür, dass ein Tornado entstehen wird.
  • Die diversen Arten, wie die Charaktere in Twister Schutz vor den Stürmen suchen, würden in Wahrheit wohl zu ihrem Tod führen. So sind Brücken und Autos absolut keine sicheren Verstecke, um einen Tornado zu überleben.

Um aber das berühmteste Bild aus Twister noch einmal aufzugreifen und die wichtigste aller Fragen zu klären: Wie Sturm-Experte Greg Carbin gegenüber Alabama.com  verriet, sei eine umherfliegende Kuh während eines wirklich starken Tornados „gar nicht so ungewöhnlich.“

  • Zum Weiterlesen: Stars erblindeten bei wahnsinnigem Dreh zu Twister

Wo läuft Twister und die Fortsetzung Twisters im Stream?

Um Twister schauen zu können, bietet die Streaming-Flatrate von Amazon Prime Video die aktuell beste Gelegenheit dazu. Das Sequel Twisters ist hingegen für alle Abonnent:innen von WOW kostenlos verfügbar.

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