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Zu „Star Trek“ gibt es unzählige Anekdoten. Diese hier ist dabei wahrlich rührend.
Als „Star Trek“ Mitte der 1960er-Jahre im Fernsehen startete, wirkte die Serie wie ein Blick in eine ferne Zukunft, in der Zusammenarbeit und Vielfalt selbstverständlich waren. Was viele Zuschauer*innen damals nicht ahnten: Der kulturelle Einfluss der Serie reichte weit über Unterhaltung hinaus und wurde auch durch eine Schlüsselfigur der US-Bürgerrechtsbewegung geprägt.
1966 zeigte „Star Trek: The Original Series“ erstmals ein Zukunftsbild, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft gleichberechtigt zusammenarbeiteten. Eine zentrale Rolle spielte dabei Nyota Uhura, dargestellt von Nichelle Nichols. Sie war eine der ersten schwarzen Frauen im amerikanischen Fernsehen, die nicht als Klischee, sondern als kompetentes Mitglied der Hauptbesetzung auftrat.
Nichelle Nichols war damit eine Wegbereiterin für mehr Sichtbarkeit von Minderheiten in den Medien, insbesondere in fiktionalen Formaten. Dennoch stand sie kurz davor, die Serie nach der ersten Staffel zu verlassen, um eine Karriere am Broadway anzustreben.
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Martin Luther King war großer „Star Trek“-Fan
In einem späteren Interview mit NPR erinnerte sich Nichols daran, dass sie ihre Entscheidung bereits mit Serienerfinder Gene Roddenberry besprochen hatte, der darüber sehr enttäuscht war. Kurz darauf besuchte sie eine Benefizveranstaltung der Bürgerrechtsorganisation NAACP in Beverly Hills. Dort wurde ihr gesagt, jemand wolle sie kennenlernen, der sich selbst als ihr größter Fan bezeichnete. Dieser Mann war Martin Luther King Jr.
Nichols erzählte, sie habe ihm gesagt:
Zitat:
„Dr. King, ich wünschte, ich könnte mit Ihnen draußen marschieren.“
Seine Antwort habe sie tief getroffen:
Zitat:
„Nein, nein, nein. Das verstehst du nicht. Wir brauchen dich nicht draußen beim Marschieren. Du marschierst bereits. Du zeigst, wofür wir kämpfen.“
King machte ihr damit klar, dass ihre Rolle im Fernsehen selbst ein politisches Statement sei. Als Nichols ihm später eröffnete, dass sie plane, „Star Trek“ zu verlassen, habe sich seine Miene schlagartig verändert. Er habe gesagt:
Zitat:
„Wovon sprichst du? Das kannst du nicht tun. Verstehst du nicht, was [Gene Roddenberry] erreicht hat? Zum ersten Mal werden wir weltweit so gesehen, wie wir gesehen werden sollten.“
Besonders eindrücklich für Nichols war seine Bemerkung:
Zitat:
„Verstehst du, dass das die einzige Serie ist, die meine Frau Coretta und ich unsere kleinen Kinder lange genug aufbleiben lassen, um sie zu sehen?“
Nichols beschrieb sich selbst in diesem Moment als sprachlos. Sie erkannte, dass allein ihre Präsenz als schwarze Frau in einer verantwortungsvollen Position an Bord der Enterprise eine Botschaft transportierte. Indem sie in der Serie blieb und später auch in den Kinofilmen auftrat, wurde sie zu einem frühen Symbol für Repräsentation in Science-Fiction, im Fernsehen und in der Popkultur insgesamt.
Jahre später erlebte Nichols, wie nachhaltig diese Wirkung war. Sie erinnerte sich an ein Treffen mit Whoopi Goldberg, die in „Star Trek: The Next Generation“ die Figur Guinan spielte. Goldberg erzählte ihr, sie sei neun Jahre alt gewesen, als sie „The Original Series“ gesehen habe, und diese Erfahrung habe sie dazu inspiriert, Schauspielerin zu werden. Nichols sagte dazu: „Das hat etwas in meinem Herzen bewegt.“ Für sie bestätigte sich damit Kings damalige Aussage: „Du wurdest ausgewählt.“
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