#Besser als Chuck-Norris-Witze

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„Besser als Chuck-Norris-Witze“

Vor kurzem hätte ich fast Tequila bestellt, weil mir ein freundlicher Mann mit vielen Tattoos damit auf die Nerven ging. Er tat das nicht etwa in einer Bar, sondern auf Instagram. Regelmäßig prostet Dwayne „The Rock“ Johnson auf seinem Account im knappen Muscleshirt seinen Fans mit einem Glas Agavenschnaps seiner eigenen Marke „Teremana“ zu. Und dass man nicht sofort weiterscrollt, sondern tatsächlich für eine Sekunde überlegt, ob dieser Tequila, der so hübsch über die Eiswürfel im Glas schwappt, eine Chance in der Hausbar hätte, liegt vor allem an Johnson. Von Influencern lässt man sich ja längst nichts mehr empfehlen. Man kennt die Tricks, die Filter und Weichzeichner. Was also macht dieser Millionenschwere Schauspieler auf seinem Social-Media-Auftritt richtig?

Ein Blick auf den Beginn seiner Karriere ist hier aufschlussreich: Der in Kalifornien geborene und auf Hawaii aufgewachsene Dwayne Johnson entstammt einer Wrestlerfamilie. Sein Vater, der Kanadier Wayde Bowles, holte als erster schwarzer Profi-Wrestler Titel. Seine samoanische Großmutter Ofelia Maivia war die erste Frau, die in den Achtzigerjahren Profi-Wrestler im Pazifikraum managte. Johnson folgte der Familientradition, wurde zu einem der besten Wrestler der Welt und erhielt neben zahlreichen Titeln den Kampfnamen „The Rock“, den er weiterhin als Spitznamen trägt. Vor allem aber lernte er: die größtmögliche Show für das Publikum bieten, ohne dabei selbst Schaden zu nehmen.

Diese Lektion beherzigt er auch nach dem Ende der Profi-Wrestler-Karriere. Seit er mit Actionfilmen wie „Die Mumie kehrt zurück“ (2001) im Filmgeschäft startete, ist das Publikum, das nun sein Gesicht kennt, noch größer geworden. Ob im Kino mit der Abenteuer-Fortsetzung „Jumanji: The Next Level“ oder auf Netflix mit der Diebeskomödie „Red Notice“: Dwayne „The Rock“ Johnson garantiert Millionen von Zuschauern. (Wer nicht glaubt, dass er mehr könne, als den lustigen Muskelmann geben, schaue sich bitte den Thriller „Southland Tales“ von Richard Kelly an.) Im Gegensatz zu manch anderem Star gelingt ihm aber der Spagat, eine öffentliche Person darzustellen, von der Fans annehmen können, dass sie seinem tatsächlichen Charakter sehr nahe kommt, ohne dass er zu viel seines Privatlebens preisgibt. Scrollt man sich durch den Instagram-Account von Johnson, fällt auf, dass er gut kuratiert: Work-Out-Videos (denn die Muskeln pflegt er auch nach seiner Wrestlingkarriere weiter), Foodie-Bilder (denn wer viel trainiert, darf auch eine Familienportionen Waffeln zum Frühstück verdrücken), ein bisschen Werbung für seine neuesten Filme und, sehr selten, Bilder seiner Familie.

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