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„Bouffier befürwortet bundesweites Impfregister“
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht sich für ein bundesweites Impfregister aus, das auch der Ethikrat befürwortet. „Falsch verstandener Datenschutz“ dürfe dem nicht entgegenstehen, meint Bouffier laut dpa. „Ein Impfregister würde uns sehr helfen.“ Allerdings würde es Jahre dauern, bis eine solche Datenbank aufgebaut worden wäre. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte angekündigt, die Einrichtung eines nationalen Corona-Impfregisters zur zentralen Erfassung von Impfdaten prüfen zu lassen.
Derweil zeigen die wichtigsten Richtwerte für die hessische Corona-Politik einen Hauch von Entspannung an. Die Hospitalisierungsinzidenz ist etwas gesunken und weist tendenziell abwärts. Die Intensivstationen melden einige Covid-Patientinnen und -Patienten weniger als zur Wochenmitte. Und: Offenbach ist kein Hotspot mehr. Nach fünf Tagen unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 350 greifen die für den Hotspot-Status geltenden Regeln nicht mehr. Offenbach liegt nun knapp oberhalb von 293, bei minimal steigender Tendenz.
Die Sieben-Tage-Inzidenz stagniert allerdings. Sie spiegelt die binnen Wochenfrist verzeichneten Corona-Neuinfektionen. Anhaltend hoch ist der Anteil der in hessischen Intensivstationen behandelten Corona-Kranken, die nur teilweise oder nicht geimpft sind. Die Impfquote steht unbewegt bei knapp 70 Prozent. Und die Zahl der über Nacht gemeldeten, an Covid-19 gestorbenen Menschen ist auffallend hoch. Unter ihnen sind nun auch junge Menschen, wie Kollegin Marie Lisa Kehler in ihrer Reportage aus dem Frankfurter Uni-Klinikum berichtet.
Mehr neue Corona-Fälle
2209 neue Corona-Fälle haben hessische Gesundheitsämter über Nacht dem Robert-Koch-Institut gemeldet, zum Donnerstag waren es 2678 – und vor einer Woche 2133. Nach zehn Toten vor einer Woche kommen 30 weitere Tote hinzu. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Hessen offiziell 467.481 Personen mit einer Variante des Coronavirus angesteckt, 8497 sind an oder mit Covid-19 gestorben. Die Landes-Inzidenz beträgt weiter knapp 196; dieser Wert bezieht sich auf die binnen Wochenfrist verzeichneten Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern.
Stagnation auf Intensivstationen
Wie das Ministerium weiter berichtet, liegt die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 3,4 nach 4,2 vor einer Woche und 3,7 am Vortag. Dieser Richtwert bezieht sich auf die binnen Wochenfrist in hessischen Kliniken aufgenommenen Corona-Kranken unter 100.000 Einwohnern. Der zweite Richtwert, die Belegung der Intensivbetten mit Covid-Patienten, ist nur leicht auf 305 gesunken.
Sonntags bis donnerstags um 21.00 Uhr
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) berichtet von 282 Patienten, von denen 137 invasiv beatmet würden. Die widersprüchlichen Zahlen sind einer unterschiedlichen Zählweise geschuldet, wie es beim Land heißt. Deutlich entspannt hat sich seit vergangenen Donnerstag die Lage auf den Normalstationen, zumindest gemessen an den Patientenzahlen: 694 Corona-Kranke einschließlich 93 Verdachtsfällen stehen in der Statistik, nach 860 vor einer Woche.
66,3 Prozent der auf hessischen Intensivstationen behandelten Corona-Kranken sind demnach nur teilweise geimpft oder ungeimpft, gut 30 Prozent vollständig geimpft. Bei den übrigen Menschen sei der Impfstatus unklar, heißt es. 69,6 Prozent der hessischen Bevölkerung sind vollständig gegen Covid-19 geimpft. Auf alle impffähigen Personen über zwölf Jahren gerechnet, beträgt die Quote 78,4 Prozent.
Am Mittwoch hatten Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) die Menschen in Hessen auf weitere Einschränkungen vom 28. Dezember an eingestimmt. Demnach müssen Clubs und Tanzlokale schließen, können aber als normale Gaststätte betrieben werden. Angesichts der Unberechenbarkeit der Omikron-Variante gelte weiter „Anspannung statt Entspannung“. Dies bedinge Vorsicht im Alltagsleben. Deshalb seien mehr als zehn Personen in einer Gruppe im öffentlichen Raum bis 13. Januar nicht erlaubt, Kinder unter 15 Jahren ausgenommen. Für private Treffen empfehle das Land, diese Grenze zu beachten. Beide Politiker riefen zum Impfen und Boostern auf.
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