Bürger leiden unter Sanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke

Bürger leiden unter Sanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke

In einem Jahr werden die Arbeiten schon begonnen haben: Die auf fünf Monate angesetzte Generalsanierung der rechten Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf ist beschlossene Sache, und dank des Infrastrukturprogramms der Bundesregierung steht auch das Geld bereit. Doch schon die Vorbereitung der Bauphase wird der Region in den nächsten Wochen einiges abverlangen.

Die westlichste Stadt in Hessen, Lorch, trifft es – wieder einmal – besonders hart. Denn aktuell und noch bis Ende März behindern die Arbeiten an der provisorischen Fortführung des Rheinuferradwegs und zur Umgestaltung des Europadreiecks in einen Kreisel den Verkehr in Rüdesheim erheblich und damit auch den Verkehrsfluss von und nach Lorch.

Vias ist unzuverlässig

Zwischen April und Juni 2026 wird die Zeit zum Luftholen für den Tourismus im westlichsten Zipfel von Hessen kaum ausreichen, denn am 10. Juli wird es nach den bisherigen Plänen mit der sogenannten Korridorsanierung zwischen Troisdorf und Wiesbaden losgehen. Die Vollsperrung der stark von Güterzügen frequentierten rechten Rheinstrecke wird bis zum 11. Dezember dauern. Dabei ist der Bahnverkehr gerade für Lorch besonders wichtig, weil viele Ausflügler und vor allem die Wanderer auf dem Fernwanderweg Rheinsteig vorzugsweise die Bahn für die Anreise nutzen.

Dies ist allerdings schon jetzt schwierig, weil die Unzuverlässigkeit des Betreibers Vias hoch ist. Das liegt zum Teil an Vias selbst, zum anderen am schlechten Zustand der Strecke und dem zeitweiligen Personalmangel im Stellwerk Oberlahnstein. Landrat Sandro Zehner (CDU) hat deshalb knapp ein Jahr vor dem Baubeginn zwar die Vorbereitung der Sanierung gelobt, aber kurzfristige Verbesserungen angemahnt, um die Verlässlichkeit auf der Bahnstrecke zu erhöhen.

Zugausfälle häufen sich

„Dass die Bahn ihre Zusage einhält und mit den Vorbereitungen für die Generalsanierung wie geplant vorankommt, ist ein wichtiges Zeichen für die Region und die Pendler“, so der Landrat. Bis zur Sperrung der Strecke von Juli 2026 an dauere es aber noch, und die RB 10 falle schon jetzt häufiger aus als sie fahre. „Wir brauchen jetzt Stabilität auf der Strecke, nicht erst nach Abschluss der Bauarbeiten“, sagt Zehner an die Bahn gerichtet.

Die Bürger litten unter häufigen Zugausfällen, Verspätungen und Umleitungen. Das müsse sich umgehend ändern. Zehner fordert Bahn, Vias und RMV auf, kurzfristig die „Verlässlichkeit der Betriebsqualität auf der Rheinschiene“ zu erhöhen. Die Bürger im Rheingau werden bereits jetzt von der Bahn auf die Zumutungen des nächsten Jahres eingestimmt. Denn schon die Vorbereitungen bringen manche Erschwernisse mit sich. In einem an alle Haushalte verteilten Faltblatt verspricht die Bahn die vom Landrat geforderte Zuverlässigkeit, weil „störungsbedingte Ausfälle“ seltener würden. Die Bürger könnten sich zudem auf modernisierte und deshalb komfortablere Bahnhöfe mit bequemeren Zugängen freuen. In den Folgejahren seien deutlich weniger Einzelbaustellen zu erwarten. Der Zugverkehr werde pünktlicher und zuverlässiger. Davon würden 2029 die erwarteten 1,5 Millionen Besucher der Bundesgartenschau im Mittelrheintal profitieren.

80 Kilometer neue Gleise

Um das zu erreichen, will die Bahn 36 Bahnhöfe modernisieren und 169 neue Weichen einbauen, ferner mehr als 80 Kilometer neue Gleise verlegen, sieben Felshänge gegen Steinschlag sichern und zwölf Bahnübergänge mit neuer Technik ausstatten. Hinzu kommen die Sanierung und der Neubau von acht Bahnbrücken und vieler Stützwände, der Bau zusätzlicher Schallschutzwände und neuer Oberleitungen. Die Reisenden werden in diesen fünf Monaten auf Ersatzbusse ausweichen müssen. Laut Landrat Zehner wird das Verkehrskonzept dazu im Herbst vorgestellt.

Damit das ambitionierte Sanierungsprogramm bis Dezember 2026 abgeschlossen werden kann, werden bis Ende dieses Jahres Vorbereitungen getroffen, die mit Bau- und Maschinenlärm einen Eindruck von der heißen Phase geben. Zu diesen Vorbereitungen zählen Bodenuntersuchungen auf Blindgänger aus dem Weltkrieg sowie der Bau von Stützwänden in Assmannshausen und Kestert. In Kestert wird zudem eine Eisenbahnbrücke abgerissen. Eine Eisenbahnbrücke an der Rheinstraße in Rüdesheim wird erneuert, Fundamente für Lärmschutzwände werden gegossen, und die Bahn richtet zudem die Logistikflächen und Materiallager für die Arbeiten her.

Die Fernzüge sind von diesen Vorbereitungen nicht berührt, weil sie regulär über die linke Rheinseite geführt werden. Im Regionalverkehr wird es rechtsrheinisch unter anderem auf der Rheingaulinie RB 10 zwischen Frankfurt und Neuwied aber schon jetzt zu Behinderungen kommen, vor allem in den Nachtstunden. Das wird das Angebot von Ersatzbussen unumgänglich machen.

Nähere Informationen gibt die Bahn unter https://rechter-rhein.deutschebahn.com/

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert