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Seit dem Frühjahr sind erstmals in Deutschland mehr als eine Million Reisemobile registriert. Der Bestand hat sich seit 2017 mehr als verdoppelt. Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf sollte die Stimmung also blendend sein. Ganz so rosig ist sie aber nicht. Die erfolgsverwöhnte Branche muss eine Durststrecke durchstehen. Auf die Pandemie und den Camping-Boom folgten Überproduktion und Überkapazität. Produktionszahlen und Neuzulassungen sanken wieder.
Der Tiefpunkt scheint mittlerweile durchschritten, die zwischenzeitlich proppenvollen Höfe der Händler lichten sich wieder. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass es bald wieder aufwärts geht. Die private Nachfrage bleibt stark. Wer sein gebrauchtes Fahrzeug abgeben möchte, findet weiterhin Kaufangebote. Noch nie gab es so viele Übernachtungen auf Campingplätzen in Deutschland.
Babyboomer im Auge behalten
Als Gewinner aus diesen turbulenten Jahren werden die umsichtigen Kaufleute hervorgehen. Die in den Jahren der Sonderkonjunktur nicht alle Bedenken über Bord warfen, sondern sie als Ausnahmezeit erkannten und nun, in der Marktbereinigung, nicht panisch ihre Wagen zu Geld machen müssen. Was zudem Mut macht: Die Babyboomer gehen in den Ruhestand, haben mehr Zeit und oft ein gut gefülltes Portemonnaie. Diese Kunden gilt es im Auge zu behalten.
Der Vanlife-Boom mag erfreulich sein, gut fürs Image, er führt künftige Kunden ans Reisemobil heran. Aber Geld muss heute und morgen verdient werden, und das geht gut mit zahlreichen, zahlungskräftigen und reisefreudigen Ruheständlern. Auch wenn Allradantrieb, immer größere Batterien und generell autonomes Reisen im Trend liegen, sollten die Hersteller daran denken, ihre Wagen so auszustatten, dass die älter werdende Klientel noch so lange wie möglich an Bord bleiben kann und will. Welche Ideen sie haben, sehen Sie noch bis Sonntag in Düsseldorf.
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