CCS-Technik: Kohlendioxidspeicherung ist eine Mentalitätsfrage

CCS-Technik: Kohlendioxidspeicherung ist eine Mentalitätsfrage

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Hätte Elon Musk jemals ein Elektroauto gebaut, wenn er sich nur gefragt hätte, ob sich das vom ersten Tag an lohnen würde? Hätten die Biontech-Gründer die mRNA-Technologie erforscht, wenn sie nur auf schnelle Gewinne aus gewesen wären? Natürlich nicht.

Vor diesem Hintergrund irritiert es, wenn das Umweltministerium eine neue Klimaschutztechnologie mit dem Argument verbieten will, diese sei ja nicht wirtschaftlich. „Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen“, wettert der SPD-Staatssekretär. „Ja, und?“, kann man nur entgegnen.

Inhaltlich geht es um ein neues Gesetz, das auch in Deutschland erlauben soll, CO2 in Produktionsprozessen abzuscheiden und unterirdisch zu speichern, genannt CCS („Carbon Capture and Storage“). Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) will CCS auch in Gaskraftwerken zulassen, das Umweltministerium interveniert. Das klingt technisch, ist im Kern aber eine Mentalitätsfrage: Eröffnet man im Klimaschutz möglichst viele Optionen, die sich in der Praxis beweisen müssen, oder glaubt man schon wieder, es besser zu wissen, und definiert, was die einzig wahre Lösung ist?

CCS steht den Erneuerbaren nicht im Weg

Richtig ist, dass Fachleute der Technologie in Gaskraftwerken wenige Chancen geben. Ob das in zehn Jahren noch immer so sein wird, weiß kein Mensch. Ein Strohmann-Argument ist es jedoch, wenn das Umweltministerium zudem behauptet, CCS in Gaskraftwerken würde dem Ausbau der Erneuerbaren im Weg stehen. Diesen Gegensatz gibt es nicht.

Gaskraftwerke sind künftig die Ausputzer, wenn nicht genug Wind weht und die Sonne nicht scheint. Sie so effizient und klimafreundlich wie möglich zu machen, ist absolut sinnvoll. Ob die CCS-Technologie, die mit hohen Investitionen verbunden ist, dafür der beste Weg ist, muss sich im Wettbewerb zeigen. Falsch wäre es, für CCS in Gaskraftwerken Milliardensubventionen bereitzustellen. Davon ist bislang aber auch keine Rede.

Leider lässt es tief blicken, dass sich die schwarz-rote Koalition selbst über dieses, im Koalitionsvertrag vereinbarte, Vorhaben öffentlich streitet. In der Energie- und Klimapolitik begegnen sich Union und SPD mit Misstrauen. Ob der von der Wirtschaftsministerin versprochene Neustart in der Energiepolitik so klappen kann? Es sieht bislang nicht danach aus.

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