#Charles III. bleibt in Ascot den Traditionen seiner Mutter treu

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Auf keinem Feld muss König Charles III. sich so oft mit der Frage auseinandersetzen, ob er wohl den Fußstapfen seiner Mutter folge, wie auf dem grünen Turf der Rennbahn. Alle, die auf den britischen Inseln dem Galoppsport folgen, gaben eher zweifelnde Prognosen ab: Der neue König interessiere sich ja mehr für Blumen als für Pferde. Doch bisher hat Charles sie ins Unrecht gesetzt.

Nicht nur nahm er seine ­Ge­burts­tagsparade zu Pferde ab, er ­erschien in dieser Woche auch an bisher allen Renntagen der königlichen Rennwoche in Ascot, einem Höhepunkt des britischen Galopp­kalenders.

Und wie seine Mutter Elisabeth II. eröffnete Charles jeden Nachmittag mit einer Promenade, der Vorfahrt der königlichen Gäste in offenen Landauern auf dem Geläuf, gut sichtbar für die mehr als 60.000 Zuschauer, die ihrem Monarchen freundlich winkten, sofern ihre Hände nicht mit den Videoaufnahmen ihrer Mobiltelefone beschäftigt waren.

Rührungsträne und Silberpokal

Als Krönung dieser Rennbahn-Auftritte bescherte „Desert Hero“ im zweiten Rennen am Donnerstag dem Königspaar sogar einen Sieg. Der „King George V.“-Preis für drei Jahre alte Galopppferde brachte den Eigentümern „HM The King & HM The Queen“, wie sie im Rennprogramm verzeichnet wurden, ein Preisgeld von 40.000 Pfund.

Das Albany-Stakes-Rennen in Ascot, Berkshire, Großbritannien


Das Albany-Stakes-Rennen in Ascot, Berkshire, Großbritannien
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Bild: Imago

Dem König kam dabei eine Rührungsträne als er einen kleinen Silberpokal erhielt und diesen bei der Preisverleihung gleich vom Sockel stieß. Es war der „Ladies Day“ in Ascot, jener Tag der Rennwoche, der durch hochkarätige Ansetzungen und durch ambitionierte Ausstaffierungen der Gäste sein besonderes Gepräge bekommt.

Strike Kleiderordnung: Catherine Prinzessin von Wales bei der königlichen Zeremonie in Ascot, 2023.


Strike Kleiderordnung: Catherine Prinzessin von Wales bei der königlichen Zeremonie in Ascot, 2023.
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Bild: Imago

Die Kleidungsvorschriften für die Queen-Anne-Tribüne, das größte der diversen Zuschauerareale, sorgen ohnehin schon für tiefere Griffe in Garderobenschränke oder Portemonnaies: Von den Herren werden komplette Anzüge und Krawatten verlangt, Cutaways (die in England „morning suits“, also Morgenanzüge, heißen) sind möglich, und auf der be­nachbarten Königlichen Tribüne ver­pflichtend. Für Damen gilt: Som­merkleider, aber ohne Spaghet­ti­träger, und Kopfbedeckung.

Daraus lässt sich, wie alle Zuschauer, deren Aufmerksamkeit nicht ausschließlich den Pferden gilt, an jenem Tag bald bemerken, allerhand machen: je kleiner die Fascinators, also die aus Federn, Tüll und Blumen ­fabrizierten Haarreifen, desto aufwendiger die Frisuren; aktuell haben künstlich gestützte Aufsteck-Kon­struktionen Saison. Allzu breite Krempen und aufragende Aufbauten sind bei den Hüten eigentlich verpönt, weil sie anderen Tribünengästen die Sicht nehmen können, das erhöht mitunter den Reiz, sie dennoch zu tragen.

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