#Chefs wollen wissen, welcher Mitarbeiter geimpft ist

Chefs wollen wissen, welcher Mitarbeiter geimpft ist

Corona-Impfungen sind aus Sicht der Wirtschaft offenbar keine reine Privatangelegenheit. So will die große Mehrheit der deutschen Unternehmen ihre Mitarbeiter auffordern, den Arbeitgeber über erfolgte Impfungen zu informieren. Das ergab eine große Umfrage durch das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG bei 500 Chefs internationaler Unternehmen.

Mark Fehr

Laut der KPMG-Umfrage ist eine klare Kommunikation über Impfungen aus Sicht der Chefs relevant für ihre Unternehmen. Dazu sagt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates bei KPMG Deutschland: „Viele CEOs sind besorgt, dass nicht alle ihre Mitarbeiter Zugang zu einem Covid-19-Impfstoff haben werden, was sich auf bestimmte Märkte und Teile der Unternehmenstätigkeit nachteilig auswirken kann.“

Impfungen werden laut KPMG als der zentrale Schlüssel für die Immunisierung weiter Teile der Weltbevölkerung und die Bekämpfung der Pandemie gesehen. Dabei sei allerdings zu erwarten, dass es einige Zeit dauern werde, bis die Impfkampagnen abgeschlossen seien.

Konkret für Deutschland ergab die international durchgeführte KPMG-Umfrage, dass 94 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter auffordern wollen, sie über erfolgte Impfungen zu informieren. Ein Viertel der deutschen Unternehmen erwartet zudem, von Kunden und Besuchern über deren Impfstatus informiert zu werden. Unternehmen sollten laut KPMG deshalb darauf vorbereitet sein, diese Daten zu erfassen und gleichzeitig Datenschutzregeln einzuhalten. Das sei keine leichte Aufgabe, wie die Diskussion über die Corona-Warn-App gezeigt habe.

Sogar Bewerbungsgespräche künftig virtuell

Ihre Informationsbedürfnisse und Maßnahmen begründen die Unternehmen damit, Mitarbeiter und Kunden vor der Pandemie schützen zu wollen. Ein Drittel der befragten deutschen Unternehmenschefs will aus diesem Grund auch weiterhin Dienstreisen von Mitarbeitern einschränken.

In diesem Punkt sind die deutschen Top-Manager laut KPMG vorsichtiger als ihre internationalen Kollegen. Die Einschränkung von Dienstreisen zeige, dass eine Rückkehr zu einem Zustand wie vor der Pandemie nicht erreicht werden könne.

Die Corona-Pandemie hat ortsunabhängiges Arbeiten in fast allen Unternehmen regelrecht erzwungen. Bisher waren diese Formen des Arbeitens, etwa das mittlerweile populäre Homeoffice, laut KPMG eher ein Thema für Individualisten und Aussteiger. Künftig aber würden solche Arbeitsformen viele Branchen und Unternehmen prägen.

Auch für die Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern setzen Unternehmenslenker auf virtuelle Kommunikation über digitale Plattformen. Instrumente dafür seien Chat Bots, Social Media aber auch die gute alte Unternehmens-Webseite oder der noch altmodischere Griff zum Telefon. Die Hälfte der befragten Chefs will sogar Bewerbungsgespräche künftig verstärkt virtuell führen.

Mit Blick auf die Frage, ob dank Impfungen eine rasche Rückkehr zur Normalität möglich sei, sind viele Unternehmenschefs eher pessimistisch. 46 Prozent der internationalen Befragten rechnen nicht vor dem kommenden Jahr damit. Nur etwa ein Drittel geht davon aus, dass noch in 2021 eine Rückkehr zur Normalität möglich sei. Und 22 Prozent sagen sogar, dass sich ihre Geschäfte und Arbeitsabläufe durch die Pandemie für immer verändert hätten.

KPMG hat 500 Chefs der größten Unternehmen in 11 Ländern befragt, davon 50 in Deutschland. Weitere Länder waren etwa Amerika, China, Japan oder Australien. Die Befragung erfolgte durch telefonische Interviews im Februar und März 2021. Befragt wurden nur Unternehmen mit mindestens 500 Millionen Dollar Umsatz.

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