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#Chinas Einheitsfront gegen VW und Tesla

Chinas Einheitsfront gegen VW und Tesla

Li Shufu umtriebig zu nennen wäre eine Untertreibung. Als der heutige Milliardär vor 57 Jahren ein paar hundert Kilometer südlich von Schanghai in die Armut hineingeboren wurde, gab es im sozialistischen China keine Unternehmer. Li war trotzdem einer.

Hendrik Ankenbrand

Als er 1982 von der Uni abging, kaufte er eine Kamera, um mit Fotos von Touristen Geld zu verdienen. Wenig später eröffnete er seinen ersten Laden für Kameras. Er machte seine erste Million Yuan damit. Anschließend baute er erst Teile für Kühlschränke, dann komplette Kühlschränke. Mitte der neunziger Jahre – Li verkaufte inzwischen Motorroller – erwarb er einen Daimler und nahm ihn komplett auseinander. So entstand der „Geely Nummer eins“: eine Kopie der E-Klasse auf der Plattform eines chinesischen Hongqi-Autos mit Radkappen von Audi, vor der sich Li Shufu stolz ablichten ließ.

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Im Februar 2014 war Geely zum größten privaten Autohersteller des Landes aufgestiegen. Damals tauchte Li Shufu auf einmal im Pekinger Künstlerviertel 798 bei einem Hackertreffen auf. Das Auto der Zukunft, erklärte er den verdutzten Computernerds, werde „kein Haufen Blech“ mehr sein, sondern ein „intelligentes Lebewesen mit einer Seele“. Da surrten in Chinas Hauptstadt bereits seit einem halben Jahr die schicken Sportwagen des amerikanischen Elektroautobauers Tesla über die Straßen.

Das Auto der Zukunft

Als Li Shufu am Mittwoch das neue Logo für sein in Hangzhou angesiedeltes Autoimperium vorstellte – in Grau statt wie bisher in Blau –, schwärmte der Unternehmer von der „Hochtechnologie“ und „Erforschung“ des Universums. Wie Li die Zukunft des Automobilbaus zu erobern gedenkt, hat er in den vergangenen Tagen bekanntgegeben: Da verkündete Geely je eine Partnerschaft mit dem Pekinger Suchmaschinengiganten Baidu, dem Internet- und Technologieriesen Tencent aus Shenzhen und dem taiwanischen Foxconn-Konzern, der künftig mehr will, als für die Marge von einem Prozent in seinen gewaltigen Fabriken in Chinas Süden die iPhones für Apple zusammenzubauen.

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Mit allen drei Unternehmen will Geely künftig Autos mit Elektroantrieb bauen, in denen selbstredend der Roboter autonom über die Straßen lenkt. Prompt stieg der Kurs der Geely-Aktie an der Börse innerhalb von wenigen Tagen um ein Viertel.

Li Shufu ist in den höchsten politischen Kreisen Pekings beliebt, Präsident Xi Jinping treibt seine Vorhaben voran.


Li Shufu ist in den höchsten politischen Kreisen Pekings beliebt, Präsident Xi Jinping treibt seine Vorhaben voran.
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Bild: Reuters

Einer der reichsten Männer weltweit

Für die Aktionäre und Geely-Haupteigner Li selbst, dessen Vermögen Ende des vergangenen Jahres bei geschätzt knapp 20 Milliarden Dollar stand, ist das ein Befreiungsschlag zur rechten Zeit. Denn nur weil Li große Ziele hat, heißt das noch lange nicht, dass er sie stets erreicht. Der klein gewachsene Mann hat zwar den reichlich maroden schwedischen Autobauer Volvo übernommen, saniert und gerettet. Doch im eigenen Haus dümpeln die Verkäufe vor sich hin. Von den 2 Millionen Fahrzeugen, die Geely 2020 verkaufen wollte, wäre der Konzern bei letztlich 1,3 Millionen verkauften Autos wohl auch ohne die Viruspandemie weit entfernt geblieben.

Die Elektroautos, die Geely unter der Marke Geometry seit einiger Zeit anbietet, erhalten zwar freundliche Bewertungen, verkaufen sich aber bisher weit weniger gut als die der Konkurrenz des Schanghaier Start-ups Nio. Das hat gerade mit einer neu vorgestellten Limousine, deren Batterie angeblich für tausend Kilometer Wegstrecke reicht, in China wahre Begeisterungsstürme ausgelöst.

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