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Wer etwas zu sehr will, bekommt mitunter genau das Gegenteil. Diese Erfahrung machen gerade Wirtschaftsminister Robert Habeck und seine Grünen. Vor gut einem Jahr gaben sie das Ziel aus, dass in Deutschland künftig 500.000 Wärmepumpen jährlich installiert werden sollen. Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sollte Hauseigentümern kaum eine andere Wahl lassen, als nach einer Heizungshavarie eine solche Stromheizung einzubauen. Doch planwirtschaftliche Methoden kommen in einer freien Gesellschaft nicht gut an. Erst recht nicht, wenn es um etwas so Privates wie die eigenen vier Wände geht.
Quittung für detailversessene Politik
Die neuen Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sind die Quittung für eine detailversessene Politik: Um 60 Prozent sind die Anträge auf Zuschüsse für neue Wärmepumpen, ein zuverlässiger Indikator für die Nachfrage, gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Manch ein Hauseigentümer wird den Kauf einer Wärmepumpe nur verschieben. Schließlich hat die Ampelkoalition höhere Zuschüsse in Aussicht gestellt. Ein Umschwenken hin zu mehr Holzheizungen, Solarthermie oder Fernwärme ist nicht zu erkennen. Das ist die eigentlich schlechte Nachricht der Zahlen: Es sinkt nicht nur das Interesse an Wärmepumpen, sondern an Gebäudesanierungen insgesamt.
Überraschend ist das nicht. Die hohe Inflation zwingt die Haushalte, Prioritäten zu setzen. Die Preise sowohl für Heizungen als auch Handwerker erreichen Höhen, die in ländlichen Regionen kaum noch im Verhältnis zu den Immobilienpreisen stehen. Hinzu kommen Pläne der EU, Sanierungspflichten für Häuser mit hohem Energieverbrauch zu verhängen.
Kein Wunder, dass Eigentümer angesichts dieser Gemengelage erst mal abwarten. Die Bundesregierung sollte der Versuchung widerstehen, mit noch höheren Zuschüssen speziell den Absatz von Wärmepumpen zu stützen. Klimafreundlich heizen lässt sich auch auf anderen Wegen – und im Land der hohen Strompreise oft auch günstiger.
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