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Ein TV-Moderator im Drogensumpf steht im Mittelpunkt von „Portobello“. Doch wie viel wahre Geschichte steckt in dem packenden Drama-Format?
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1977 kommt für den Fernsehmoderator Enzo Tortora (Fabrizio Gifuni) der große Durchbruch, denn mit seiner Talkshow „Portobello“ unterhält er für sieben Jahre das italienische Publikum. Doch als ihm vorgeworfen wird, Teil des organisierten Verbrechens zu sein, ändert sich sein Leben vom einen auf den anderen Tag. Hat die Geschichte, die nach typischer Hollywood-Unterhaltung klingt, einen realen Hintergrund? Wir gehen dem Fall auf den Grund.
„Portobello“ startet am 20. Februar 2026 auf HBO Max. Einen kleinen Vorgeschmack liefert euch der offizielle Trailer im Video.
Steckt hinter „Portobello“ eine wahre Geschichte?
Ja, die erste italienische HBO-Eigenproduktion basiert auf realen Tatsachen – und behandelt einen der größten Justizirrtümer der italienischen Geschichte. Im Fokus steht der beliebte TV-Moderator Enzo Tortora, der in den 70ern und 80ern als eins der bekanntesten Fernseh-Gesichter Italiens gilt. Über sieben Staffeln lang führte der in Genua geborene Medienmann durch die Primetime-Spielshow „Portobello“, die auf dem italienischen Sender RAI ausgestrahlt wurde. 1985 findet seine Karriere ein jähes Ende.
Mehrere mutmaßliche Kriminelle, die als Kronzeugen und Informanten fungieren, unterstellen Tortora Verbindungen zur Camorra – eine der ältesten kriminellen Organisationen Neapels. Drogen-, Waffen- und Menschenhandel stehen auf der Tagesordnung der mafiösen Vereinigung. Schließlich ist es Giovanni Pandico, ein Verbündeter von Gangsterboss Raffaele Cutolo, der nicht nur „Portobello“ regelmäßig verfolgt, sondern auch den Namen des Moderators ins Spiel bringt. Und tatsächlich klopft die Polizei 1983 an Tortoras Hotelzimmertür, um ihn zu verhaften – und er wird zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Was wurde aus Enzo Tortora aus „Portobello“?
Der Moderator musste einen langwierigen und anstrengenden Prozess über sich ergehen lassen und saß mehrere Jahre im Gefängnis. 1987 folgt die Erlösung: Tortora wird vom italienischen Kassationsgerichtshof freigesprochen, die Verurteilung in Gänze aufgehoben. 1987 bestätigte der Oberste Gerichtshof die Unschuld des Showmasters – und strebte ein Verfahren gegen die Richter ein, die Tortora unrechtmäßig verurteilt hatten. Bis heute gilt der Fall um den populären TV-Mann als einer der legendärsten Justizirrtümer Italiens, der das Volk in seiner Meinung spaltete.
Tatsächlich kehrte Tortora noch mal ins Fernsehen zurück. Vier Jahre nach seiner Verhaftung und Verurteilung belebte der Showmaster seine Sendung „Portobello“ 1987 wieder und feierte sein Bildschirm-Comeback mit den legendären Worten: „Nun, wo haben wir aufgehört?“. Im Mai des darauffolgenden Jahres verstarb Tortora mit 59 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.
Wie nah ist „Portobello“ an der wahren Geschichte dran?
Im Gespräch mit Variety stand Regisseur Marco Bellocchio („Die Bologna-Entführung“, „Und draußen die Nacht“) Rede und Antwort zu „Portobello“. Fasziniert habe den Filmemacher vor allem, wie der TV-Moderator mit seiner Zeit im Gefängnis umgegangen ist. In den Briefen an an seine Partnerin Francesca Scopelliti berichtete Tortora, dass er sich an das Knast-Leben mit fünf Zellengenossen zu gewöhnen versuchte und dabei „vor allem sein tiefes Erstaunen über diese missliche Lage zum Ausdruck“ brachte.
Inwieweit Bellocchio die wahre Geschichte zu „Portobello“ aus dramaturgischen Gründen ausgeschmückt hat, lässt sich nur schwer beurteilen. Im Interview mit Variety bestätigte der Regisseur aber, dass ihm Authentizität sehr wichtig war:
„Aber es stimmt, ich wollte sowohl den Schauplatz als auch die Geschichte realistisch darstellen.“
Da vor allem die namensgebende Fernsehsendung im Mittelpunkt steht, war Bellocchio an authentischen Schauplätzen gelegen. Demnach wurde das „Portobello“-Studio in Cinecittà detailgetreu rekonstruiert, um ein realistisches und wiedererkennbares Bild der damaligen Zeit zu zeichnen.
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