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Ein ikonischer Designer sollte ursprünglich die Borg in „Star Trek“ neu erfinden. Doch leider kam es nie zu diesem Auftrag.
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Die Borg gehören zu den ikonischsten Gegenspielern der „Star Trek“-Geschichte. Selbst Menschen, die mit dem Franchise wenig anfangen können, kennen die emotionslosen Cyborgs mit ihrer kollektiven Maschinenintelligenz und dem geflügelten Satz „Widerstand ist zwecklos“.
Doch beinahe hätten die wohl furchteinflößendsten Gegner der Sternenflotte noch ganz anders ausgesehen. Für „Star Trek: Der erste Kontakt“ wurde nämlich ausgerechnet H. R. Giger als möglicher Designer ins Auge gefasst.
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Die Borg aus „Star Trek“
Die Borg feierten ihren ersten Auftritt im Jahr 1989 in der „Star Trek: The Next Generation“-Episode „Zeitsprung mit Q“. Dort dienten sie der Crew der USS Enterprise-D als abschreckendes Beispiel für eine Bedrohung aus den Tiefen des Alls, auf die die Föderation noch nicht vorbereitet war.
Die Borg existieren nicht als Individuen, sondern als Kollektiv, das sich jeder Waffe anpasst. Wird eine Drohne mit einem Phaser getötet, ist die nächste immun. Ihr Auftreten erinnert an mechanische Zombies: blasse Haut ohne Pigmentierung, Körper durchzogen von Metallplatten, Schläuchen und Implantaten, die Augen, Ohren oder Münder blockieren.
Schon früh fiel auf, dass das biomechanische Design der Borg stark an die Arbeiten von H. R. Giger erinnert. Der Schweizer Künstler ist vor allem für das Design des Xenomorphs aus Ridley Scotts „Alien“ aus dem Jahr 1979 bekannt. Auch in seinen übrigen Werken verschmelzen menschliche Körper auf verstörende Weise mit industriellen Elementen.
Wie das Magazin Cinefantastique im Jahr 1996 berichtete, wurde Giger tatsächlich kontaktiert, um das Erscheinungsbild der Borg für „Star Trek: Der erste Kontakt“ zu überarbeiten. Zu einer Zusammenarbeit kam es jedoch nicht.
Leichte Änderung, doch nicht durch Giger
In „Star Trek: Der erste Kontakt“ präsentierten sich die Borg dennoch in veränderter Form. Ihre Metallplatten wirkten enger anliegend und erinnerten stärker an maßgeschneiderte Rüstungen. Die Implantate und Schläuche blieben, doch das Design erschien organischer.
Die vormals rein weiße Haut zeigte nun Flecken und Hautirritationen, die Figuren schwitzten und wirkten insgesamt animalischer und bedrohlicher. Ob diese Überarbeitung eine Verbesserung darstellt, ist bis heute Geschmackssache.
Das Make-up der Borg-Gesichter entwarf der langjährige „Star Trek“-Maskenbildner Michael Westmore, während Deborah Everton für die Körperkostüme verantwortlich zeichnete. Cinefantastique erwähnte lediglich beiläufig, dass H. R. Giger für den Film konsultiert worden war, sich aber gegen eine Mitarbeit entschied. Die Gründe dafür wurden nie offiziell genannt. Möglicherweise spielte eine Rolle, dass „Star Trek: The Next Generation“ bereits stark von seiner Bildsprache inspiriert war.
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Diese Projekte faszinierten Giger mehr
Zur selben Zeit arbeitete Giger unter anderem an dem Science-Fiction-Horrorfilm „Species“ und war als kreativer Berater sowie Setdesigner an der deutschen Horror-Komödie „Killer Condom“ aus dem Jahr 1996 beteiligt. Beobachterinnen merkten später an, dass Giger offenbar lieber an einem exzentrischen Projekt wie „Killer Condom“ mitwirkte als an einer großen „Star Trek“-Kinoproduktion.
Giger galt als exzentrische Persönlichkeit. Am Set von „Alien“ trug er den Spitznamen Graf Dracula. Es liegt nahe, dass er wenig Interesse daran hatte, sich den Vorgaben eines großen Studios und den Anmerkungen von Produzentinnen zu unterwerfen.
Gerade „Star Trek“ stand in den 90er-Jahren unter strenger Aufsicht. Executive Producer Rick Berman wachte sehr genau über das Erbe von Franchise-Schöpfer Gene Roddenberry. Ein unberechenbarer Künstler wie Giger hätte sich in diesem Umfeld vermutlich schwergetan.
Hinzu kam, dass „Star Trek: Der erste Kontakt“ die Borg nicht nur optisch, sondern auch erzählerisch neu definierte. In „The Next Generation“ besaßen sie eine einzige kollektive Intelligenz. Im Kinofilm wurden sie stärker als eine Art Bienenstaat dargestellt, mit Arbeiter*innen, Drohnen und einer Königin, gespielt von Alice Krige. Diese Borg-Queen handelte eigenständig, zeigte Emotionen und traf individuelle Entscheidungen, ein deutlicher Bruch mit dem bisherigen Konzept.
„Star Trek: Der erste Kontakt“ kam 1996 in die Kinos und wurde sowohl von Kritiker*innen als auch an den Kinokassen ein großer Erfolg. Bis heute gilt der Film als einer der besten Beiträge der gesamten „Star Trek“-Reihe. Ob eine Mitarbeit von H. R. Giger das Ergebnis verbessert hätte, bleibt reine Spekulation.
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