#Der Zeit voraus

Der Zeit voraus

Wenn Vertreter der Flughafenbetreibers Fraport Journalisten über die Baustelle des Terminal 3 führen, folgt ein Superlativ dem nächsten. Die größte privatwirtschaftlich finanzierte Baustelle Europas, das größte kommerziell genutzte Parkhaus Europas, eine Dachkonstruktion so groß wie mehrere Fußballfelder, eine führerlose Bahn, die Passagiere mit bis zu 80 Kilometern in der Stunde vom Fernbahnhof ins neue Terminal bringt. Und unter dem Strich vier Milliarden Euro prognostizierte Baukosten. Auch das sei in Europa Spitze.

Es könnte alles so schön sein, wenn das Coronavirus der Entwicklung des Luftverkehrs keine Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Doch auf der Baustelle ist davon nichts zu merken. Im Gegenteil: Ende nächsten Jahres sollen auf dem riesigen Baufeld neben der Autobahn A5 täglich bis zu 3000 Arbeiter tätig sein, außerdem noch mehrere Hundert Ingenieure, Bauleiter und Mitarbeiter von Fraport. Denn beim Flughafenbetreiber ruht die Hoffnung auf dem Jahr 2026. Bis dahin soll sich der Flugverkehr erholt haben und auf dem Vor-Corona-Niveau angekommen sein. Spätestens dann werde das dritte Terminal benötigt, sagt Bauleiter Christian Bierend während des Rundgangs.

Neubau wird eingemottet

Der Bau soll in großen Teilen schon früher fertig sein und wird „eingemottet“, um bei Bedarf schnell in Betrieb zu gehen. Dieser Zeitpunkt könnte zumindest für den autonom zu betreibenden FlugsteigG schon vor dem Jahr 2026 liegen. Das sei abhängig von der Entwicklung der Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen.

Im kommenden Jahr werden erste Teile des neuen Terminals an Fraport übergeben und ein Testbetrieb beginnt. Das Parkhaus mit 8500 Stellplätze auf neun Etagen soll ebenfalls 2022 fertig sein. Gut 2000 Stellplätze nutzen dann zunächst einmal die Baufirmen für ihr Personal.

Großbaustelle: Die gewaltige Dachkonstruktion für das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen entsteht.



Bilderstrecke



Terminal 3 in Frankfurt
:


Der Zeit voraus

Der Neubau hat auch Auswirkungen auf das Terminal 1. Dort wird gerade ein Bahnhof für die Flughafenbahn gebaut, die weitgehend auf Stelzen, entlang der A5 aber auch ebenerdig, das Terminal 1 und den Fernbahnhof mit dem neuen Abfertigungsgebäude verbindet. Eine ganze Reihe dieser Stützen zeigt bereits den künftigen Fahrweg. Bis zu 4000 Menschen kann diese Bahn pro Stunde in jede Richtung transportieren. Geplant ist ein Zwei-Minuten-Takt, damit niemand lange warten muss. Der neue Bahnhof entsteht derzeit zwischen dem Terminal 1 und dem gegenüberliegenden Hotel. Er wird rund einhundert Meter lang und ruht auf 22 etwa 13 Meter hohen Betonstützen. Dazu muss die Verkehrsführung vor dem Terminal 1 geändert werden. Die Bahn soll ebenfalls bis 2026 betriebsbereit sein. Sollte der G-Riegel am neuen Terminal früher in Betrieb gehen, würden vorerst Pendelbusse die Passagiere ins neue Terminal bringen. Die bestehende Flughafenbahn wird auch nach der Eröffnung der neuen in Betrieb bleiben.

„Immer geradeaus zum Flugzeug“

Von den Unternehmen, die am Flughafen tätig sind, kommt laut Auftraggeber Fraport etwa die Hälfte aus der Region. Sie verbauen täglich eine Betonmenge, die bis zu 5000 Badewannen füllen würde. Die gesamte Baustelle ist nach Angaben von Bauleiter Bierend so groß wie einhundert Fußballfelder, das fertige Terminal könnte etwa 25 Fußballfelder fassen. Der übrige Platz wird gebraucht, um die vorab bestellten Fertigteile an der Baustelle zu lagern. Vieles werde Monate früher produziert, was Fraport von Lieferengpässen und den damit aktuell verbundenen Preissteigerungen sowie Rohstoffmangel weitgehend unabhängig machen soll.

Läuft alles glatt und wollen in einigen Jahren tatsächlich wieder mehr Menschen fliegen, werden im neuen Terminal von 2026 an jährlich bis zu 19 Millionen Passagiere abgefertigt. Liefe es noch besser als vorhergesagt, gibt es eine Erweiterungsoption auf bis zu 25 Millionen Fluggäste. Die sollen sich trotz der Größe des Terminals leicht zurechtfinden. „Immer geradeaus zum Flugzeug“ sei die Vorgabe für die Planer gewesen, erinnert Bierend. Irrwege wie im Terminal 1 werde es im Neubau nicht geben, die Wege seien klar strukturiert. Verlaufen ausgeschlossen, verspricht der Bauleiter.

Aktuell konzentriert sich alles auf die Montage der mächtigen Dachkonstruktion, die in kleinen Teilen angeliefert und auf der Baustelle montiert wird. Fünf Elemente, jedes fast so groß wie ein Fußballfeld, werden danach mit Spezialkränen auf eine Hilfskonstruktion gehoben und von dort auf Schienen über den Rohbau des Hauptgebäudes geschoben. Damit wäre der Bau dicht, der Innenausbau kann beginnen. Um das neue Terminal zu erschließen, werden etwa zehn Kilometer neue Straßen gebaut, inklusive eines neuen Autobahnanschlusses bei Zeppelinheim, für den der Wald bereits gerodet ist.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert