Deshalb wurde dieser DDR-Spielfilm nie im Kino gezeigt

Deshalb wurde dieser DDR-Spielfilm nie im Kino gezeigt

Einer der größten Filmstars der damaligen Zeit verließ in den 70ern die DDR. Sein Aufbruch in den Westen schlug hohe Wellen.

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Der Schauspieler Manfred Krug zählte in der DDR zu den gefragtesten Schauspielern. Das DEFA-Gesellschaftsdrama „Feuer unter Deck“ wurde jedoch 1977 zu seinem letzten Filmprojekt im Osten. Doch wie kam es dazu?

Die unscheinbare Produktion wurde nicht wie geplant in den Kinos gezeigt. „Feuer unter Deck“ sollte ursprünglich 1977 Premiere feiern, wurde jedoch nach Produktionsschluss von der DDR-Kulturbehörde verboten.

Nicht nur Schauspieler*innen wie Manfred Krug wollten die DDR verlassen, auch Sportler*innen flohen vor der Stasi. Hier findet ihr den Trailer zur Doku „Stasi FC“.

Krugs herzzerreißende Ausreise

Schauspieler*innen und Kunstschaffende hatten es in der DDR nicht leicht. Kunst wurde als gesellschaftliche Aufgabe angesehen, weshalb die Werke und die Künstler*innen selbst den Ideologien der SED entsprechen mussten. Dazu gehörte, dem Staat Treue zu leisten.

Als Manfred Krug 1976 die Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterschrieb, verschärfte sich die Situation des Schauspielers. Der Darsteller galt, laut Behörden, als zunehmend problematisch und aufmüpfig gegenüber dem Staat.

Nachdem Krug seinen Ausreiseantrag im April 1977 stellte, haben die Behörden die Kinopremiere „Feuer unter Deck“ verboten. Seine Flucht vor der Zensur galt als Staatsverrat, wobei der Schausteller bei seiner Ankunft im Westen sagte:

„Die DDR, bei der es mir schwerfiel, sie zu verlassen, das waren die Leute, das war mein Publikum.“

Manfred Krug im ZDF-Interview 1977

Laut Krug war die offizielle Begründung für die abgebrochene Premiere, er hätte einen Genossen in Erfurt geschlagen, ein vorgeschobener Vorwand (via Spiegel).

Der Kultfilm wurde erstmals 1979 im Fernsehen der DDR ausgestrahlt, bekam jedoch nur eine Mitternachtsvorstellung (via Bundeszentrale für politische Bildung). 1982 fanden die ersten Kino-Premieren statt. Heutzutage gilt der Film als eine klassische, nostalgische DDR-Komödie.

Darum geht es in „Feuer unter Deck“

Kapitän Otto Scheidel (Manfred Krug) verliert mit dem Elbdampfer „Jenissei“ nicht nur sein Schiff, sondern auch seine Partnerin Carola „Caramba“ (Jutta Hoffmann), die das ausgemusterte Schiff als Restaurant übernimmt.

Als bei Niedrigwasser einige Schiffe auf der Elbe feststecken, kapert Otto die „Jenissei“ unter dem Ruf „Feuer unter Deck“. Bei der Rettungsaktion wird das Schiff jedoch schwer beschädigt.

Im riskanten Einsatz erkennt Caramba, wie viel Otto und den Männern ihre Arbeit auf dem Schiff bedeutet. Trotz zerstörtem Restaurant deutet sich eine Versöhnung des Paares an.

In unserem Quiz könnt ihr euer DDR-Film-Wissen auf die Probe stellen.

Die Produktion verbildlicht, weshalb es vielen Menschen schwer fiel sich den Macht-Strukturen der DDR zu widersetzen. Krug wurde wegen seiner politischen Haltung von seiner Karriere abgehalten, wodurch er letztendlich die Entscheidung traf, die DDR zu verlassen. Den Stream von „Feuer unter Deck“ findet ihr kostenlos auf dem offiziellen YouTube-Kanal der DEFA.

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