#Deutsche Bahn streicht Partner-Bahncard – das ist die irre Begründung

Deutsche Bahn streicht Partner-Bahncard – das ist die irre Begründung

Familien und Paare zahlen bald mehr, wenn sie regelmäßig mit der Deutschen Bahn fahren. Denn ohne große Ankündigung hat die Bahn der Partner-Bahncard den Todesstoß verpasst und schafft sie ab. Die Begründung ist aberwitzig. Ein Kommentar.

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Für Familien, bei denen beide Erwachsene eine Bahncard 50 haben, bedeutet die Abschaffung der Partner-Bahncard eine jährliche Mehrbelastung von 117 Euro. Denn für den zweiten Erwachsenen gilt künftig der volle Preis der Bahncard – 234 Euro im Jahr. Ausnahmen gibt es beispielsweise für Senioren, da es hier rabattierte Senioren-Bahncards gibt.

Bahncard abgeschafft: Kuriose Begründung

Die Begründung der Bahn, warum man, die Bahncard schafft, ist durchaus kurios. Auf Facebook hat man sich auf Kundenbeschwerden dazu geäußert. Demnach hätten Umfragen ergeben, dass die Kunden „die Konditionen der Partnerkarte als komplex empfinden“. Die Partnerkarte sei sowohl in Bezug auf die Geltungsdauer als auch in Bezug auf die Rabattstufe und Wagenklasse an die Hauptkarte gekoppelt, heißt es von der Bahn.

Warum das als kompliziert empfunden werden soll, erschließt sich nicht. Schließlich lautet die Faustformel: Die gleiche Karte noch einmal – nur günstiger. Jeder, der es schafft, eine Bahn-Fahrkarte zu kaufen, sollte auch in der Lage sein, diese Formel zu verstehen. Wenn die Bahn die Abschaffung der Rabatt-Karte wirklich so begründen will, sollte sie in der nächsten Umfrage dringend klären, ob die Kunden den Unterschied zwischen Super Sparpreis, Sparpreis, Flexpreis und Flexpreis Plus in der ersten und zweiten Klasse verstehen.

Doch die Begründung geht noch weiter. „Zudem erzeugt der Bestellprozess der Partnerkarten sowohl für die Kund:innen als auch auf Seiten der Deutschen Bahn einen hohen Aufwand, da unter anderem die Dokumente zum Nachweis der Ehe/Partnerschaft vorgelegt bzw. geprüft werden müssen.“ In der Praxis erfolgt das allerdings anders. Hier reicht die Vorlage des Ausweises am Bahnschalter oder eine gleichzeitige Beauftragung. Eine Partnerschaft wird nicht geprüft – und wäre wohl außer bei einer Ehe auch schwer möglich.

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Prüfung von Adressen zu aufwendig?

Nur etwa drei Prozent der Bahncard-Nutzer hätten die Partner-Bahncard genutzt. „Der Anteil war zudem immer weiter rückläufig“, heißt es weiter. Möglicherweise hängt das aber auch mit einer seit zwei Jahren andauernden Pandemie-Situation zusammen. Abschließend heißt es von der Bahn wörtlich: „Ehe- /bzw. Lebenspartner:innen von BahnCard-Inhabenden, die am Erwerb einer eigenen BahnCard interessiert sind, können sich zukünftig gezielt für eine für sie passende Karte aus unserem BahnCard-Sortiment entscheiden.“

Für alle zwischen 26 und 65 Jahren hat die Bahn hier aber abseits der Bahncard zum Normalpreis und einer Probe-Bahncard nichts im Angebot, sofern nicht eine volle Erwerbsminderung oder eine Behinderung von mindestens 70 Prozent vorliegt. Fraglich, ob hier die Prüfung der Nachweisdokumente weniger Aufwand bereitet als die Prüfung der identischen Meldeadresse auf einem Personalausweis. Nimmt man die Begründung der Bahn also ernst, müsste sie also auch diese Bahncards abschaffen.

Die Abschaffung der Partner-Bahncard ist das falsche Signal an alle, die überlegen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen. Die finanzielle Hürde, als Familie oder in einer Partnerschaft eine bezahlbare spontane Bahnfahrt anzutreten, liegt bei zwei Bahncard 50 bei fast 450 Euro pro Jahr. Und selbst dann sind spontane Tickets noch vergleichsweise teuer. Von Berlin nach Hamburg und zurück sind es beispielsweise 173 Euro für zwei Personen. Günstigere Preise sind nur mit vielen Wochen Vorlauf zu bekommen. Ein Schub für die Verkehrswende ist der Schritt nicht.

Bildquellen

  • Deutsche Bahn streicht Möglichkeit zum Ticketkauf: Deutsche Bahn
  • Bahncard 25: Michael Stupp

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