Deutsche Bank verlängert Stadion-Vertrag bis 2035

Die Deutsche Bank bleibt bis mindestens 2035 Namensgeber des Stadiongeländes in Frankfurt. Wie der Dax-Konzern und die Eintracht am Freitag mitteilten, wurde der eigentlich bis Mitte 2027 laufende Vertrag vorab um weitere acht Jahre verlängert. Dadurch wird die Laufzeit an den bestehenden Stadionmietvertrag der Eintracht mit der Stadt Frankfurt angeglichen.

Bisher sollen zwischen fünfeinhalb und sechs Millionen Euro im Jahr an die Eintracht geflossen sein. Mit Blick auf die Dauer der verlängerten Partnerschaft und den aktuellen Erfolg der Eintracht sowie die zusätzlichen Leistungen dürften insgesamt bis 2035 rund 100 Millionen Euro an die Eintracht fließen. Damit ist das Abkommen mit der Bank der wirtschaftlich bedeutendste Kooperationsvertrag in der Geschichte des Klubs. Offiziell äußerten sich beide Parteien am Freitag nicht zu den Beträgen.

Im Leistungsumfang der Partnerschaft ist künftig auch die E-Sports-Akademie des Klubs enthalten, deren Namensgeber die Bank ebenfalls ist, der Konzern wird zudem Nachhaltigkeitspartner sowie offizieller Bankpartner. Bereits heute nutzt der Klub Produkte, Dienstleistungen und die Expertise der Deutschen Bank in wesentlichen Finanz- und Servicebereichen – von Zahlungsprozessen bis zu Beratungsleistungen.

„Zentrales Fundament für unsere Entwicklung“

„Die Verbindung mit der Deutschen Bank ist für uns in vielerlei Hinsicht besonders – sie steht für Vertrauen, Weitsicht und gemeinsame Werte“, sagt Axel Hellmann, Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Der Vertrag bilde „ein zentrales Fundament unserer strategischen Entwicklung,  wirtschaftlich, infrastrukturell und mit Blick auf unsere Ambitionen im nationalen wie internationalen Wettbewerb“.

Die vorzeitige Verlängerung sei ein starkes Bekenntnis zur Region, zum Standort Frankfurt und zur engen Verbindung zweier starker Marken. „Sie hat große Tragweite und ist maßgeblich für den langfristigen Kurs der Eintracht“, lässt sich Hellmann zitieren.

„Die Eintracht ist ein außergewöhnlicher Verein“

„Eintracht Frankfurt ist ein außergewöhnlicher Verein mit internationalem Anspruch, regionaler Stärke und klarer Haltung – das passt hervorragend zu uns“, sagt Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. „Wir sind stolz darauf, den Deutsche-Bank-Park auch künftig als Namensgeber zu begleiten.“ Die Partnerschaft mit der Eintracht gehe über reines Sponsoring hinaus: „Sie ist Ausdruck unseres langfristigen Bekenntnisses zum Standort Frankfurt und zu den Menschen, die sich mit dieser Region identifizieren.“

Auch Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) lobte die Vereinbarung als Bekenntnis zweier starker Marken zu Frankfurt. „Dass zwei weltweit bekannte Institutionen mit Frankfurter Wurzeln über viele Jahre so eng und verlässlich zusammenarbeiten, ist alles andere als selbstverständlich – und umso begrüßenswerter. Die Deutsche Bank geht hier vorbildhaft voran, gerade in Zeiten, in denen der Wirtschafts- und Sportstandort Deutschland solche klaren und langfristigen Signale dringend braucht“, sagt Josef.

Seit Sommer 2020 ist die Deutsche Bank Namensgeber des Stadionareals, zu dem auch der Campus der Eintracht gehört, in dem sich unter anderem die Geschäftsstelle des Klubs befindet. Zuvor hieß das Stadion seit der Neueröffnung 2005 Commerzbank-Arena, unter Fans ist das 100 Jahre alte Stadion freilich nach wie vor das Waldstadion. Seit 2020 betreibt die Eintracht das Stadion, das der Stadt Frankfurt gehört, selbst. Die Partnerschaft mit der Deutschen Bank ist seitdem einer der zentralen Bausteine für die Eintracht, nicht nur aus finanzieller Sicht.

Eintracht: Banken als „wirtschaftliches Rückgrat“

Schließlich gehören die Banken am Finanzplatz Frankfurt laut Vorstandssprecher Hellmann zu den wichtigsten Unterstützern des Klubs. Inzwischen stammen mehr als 500 Partner des Vereins aus der Frankfurter Finanzszene. „Sie sind unser wirtschaftliches Rückgrat“, sagt Hellmann.

Im Oktober hatten Medien das Gerücht verbreitet, der chinesische Automobilhersteller BYD, der künftig seinen Deutschlandsitz in Offenbach haben wird, wolle die Namensrechte am Stadion von der Deutschen Bank übernehmen. Schon damals hatte Hellmann deutlich gemacht, dass es zwar immer Gespräche mit internationalen Konzernen über Kooperationen gebe, die Deutsche Bank aber den ersten Zugriff auf die wichtige Namenspartnerschaft habe.

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