#Deutsche Wirtschaft stagniert im zweiten Quartal

„Deutsche Wirtschaft stagniert im zweiten Quartal“

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal stagniert. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte, blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum ersten Quartal saison- und kalenderbereinigt unverändert (0,0 Prozent). Im ersten Quartal war das deutsche BIP noch um 0,8 Prozent gewachsen.

Die Liste der Belastungen für die deutsche Wirtschaft in diesem Frühjahr war lang: Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Energiekrise, steigende Preise und die anhaltenden Lieferengpässe. Hinzu kamen jüngst immer mehr Anzeichen, dass sich die Weltkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte zunehmend abkühlen könnte. Grund dafür sind auch Sorgen vor einer Rezession in Amerika.

Die dortige Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um rund 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, nachdem das amerikanische BIP schon im ersten Quartal um 0,4 Prozent gesunken war. Damit ist die amerikanischen Wirtschaft in eine sogenannte technische Rezession abgerutscht. Davon sprechen Ökonomen, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge schrumpft. Die hohe Inflation und die anhaltenden Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank Fed bremsen die Wirtschaft zunehmend.

Frankreich und Spanien wachsen

Andere große Volkswirtschaften im Euroraum wuchsen hingegen im zweiten Quartal. Frankreich, nach Deutschland die zweitgrößte Volkswirtschaft, konnte zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent zulegen, wie das nationale Statistikamt Insee am Freitag auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Im ersten Quartal war die französische Wirtschaft wegen der Folgen der Corona-Pandemie noch stagniert.

Laut den französischen Statistikern gingen zwar die Verbraucherausgaben im Frühjahr um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. Dafür legten aber die Geschäftsinvestitionen um 0,6 Prozent zu. Der Außenhandel steuerte einen Großteil zum Wachstum bei, da die Importe um 0,6 Prozent zurückgingen und die Exporte zugleich um 0,8 Prozent anzogen. Für das Gesamtjahr erwartet die französische Notenbank ein Wachstum um 2,3 Prozent, das Finanzministerium prognostiziert 2,5 Prozent. Die Unsicherheit über die Energieversorgung in Europa und der Krieg in der Ukraine belasten gleichwohl auch den Ausblick für die dortige Konjunktur.

Spaniens Wirtschaft ist im zweiten Quartal ebenfalls überraschend deutlich gewachsen. Nach einem schwachen Plus um 0,2 Prozent zum Jahresauftakt, stieg die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das spanische Statistikamt INE am Freitag in Madrid mitteilte.

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