
Obwohl die Zahl essbarer Pflanzen kaum zu überblicken ist, geht es auf unseren Tellern und in den Supermarktregalen erstaunlich oft recht gleichförmig zu. Denn der Großteil unserer Ernährung basiert auf nur gut zwanzig im großen Stil angebauten Nutzpflanzen. Warum ist das so? Dieser Frage geht die Biologin Sarah M. Schmidt in ihrem ersten Buch nach.
Jedes der elf Kapitel ist einer wohlbekannten Nutzpflanze gewidmet – von A wie Apfel über K wie Kartoffel bis hin zu Z wie Zuckerrübe. Hinter jeder dieser alltäglichen Pflanzen steckt eine faszinierende Geschichte, die oft Tausende von Jahren zurückreicht und in weit entfernten Gegenden der Welt ihren Ursprung hat. Die Geschichten handeln von findigen Menschen, die ihr Wissen über Generationen weitergegeben und verfeinert haben, aber sehr oft auch von Kolonialismus, Ausbeutung, Gier und ungebremstem Kapitalismus.
Neben der Kulturgeschichte der jeweiligen Pflanzen widmet sich die Autorin auf verständliche Weise auch biologischen Aspekten. Sie erklärt etwa, wie man durch Züchtungen gewünschte Eigenschaften einer Pflanze herausbildet und verstärkt. Und sie macht klar, weshalb die mangelnde genetische Vielfalt von Massenprodukten wie Bananen und Weizen zu großen Problemen führen kann.
Nicht zuletzt ist Buch von Sarah M. Schmidt eine Aufforderung dazu, neue Wege zu gehen – weg von der genormten Monotonie und hin zu einer vielfältigeren Ernährung. Christoph Walter
Sarah M. Schmidt
Ohne Mücken keine Schokolade
Leykam, 320 S., € 25,–
ISBN 978-3-7011-8334-0
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