„Die Kandidaten der Kartelle“
Anhänger eines Kandidaten symbolisieren mit einem Sarg die Gefahr, der Kandidaten im Wahlkampf ausgesetzt sind.
Bild: EPA
In Mexiko vertreten Politiker oft nicht das Volk, sondern die kriminellen Banden. Wer das nicht mitmacht, dem droht der Tod. Es ist nicht nur die größte Wahl, die Mexiko je gesehen hat, sondern auch eine der blutigsten.
José Alberto Alonso hätte es ebenso treffen können, doch er kam mit leichten Verletzungen davon. Der Kandidat für das Bürgermeisteramt von Acapulco, einem Badeort an der mexikanischen Pazifikküste, war vergangene Woche mit seinem Wagen unterwegs. Plötzlich sah er zwei Männer auf einem Motorrad, die ihn abpassten – und auf ihn schossen. „Wir haben überlebt, um das zu erzählen“, sagte Alonso später im Krankenhaus einem Fernsehsender. Hinter solch feigen Taten gegen Politiker im ganzen Land stünden kriminelle Banden. „Sie verhindern, dass die Mexikaner frei wählen können.“
Die Wahl an diesem Sonntag gilt als die bisher größte in der Geschichte Mexikos. Mehr als 20.000 Ämter auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene werden neu besetzt, darunter 500 Sitze im Abgeordnetenhaus sowie 15 Gouverneursposten. Es ist auch eine Testwahl für den linkspopulistischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador, der mit seiner Partei Morena derzeit im Parlament über eine absolute Mehrheit verfügt. Auch regional ist die Partei Morena zu der politischen Kraft geworden, die es zu schlagen gilt, gerade auch in ärmeren Landesteilen, wo der Präsident den stärksten Rückhalt genießt.
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