In Kanada und Russland brennt es. Tausende Flächenbrände lodern quer durch Sibirien, die meisten an den Vegetationsübergängen im Süden, wo es bereits wärmer und trockener ist; fast hundert Feuer wurden im Westen Kanadas, in der Provinz Alberta registriert, bis Anfang Mai sind dort bereits knapp 383.000 Hektar Wald abgebrannt. Viele Feuer, das ist eigentlich nichts Besonderes, hier wie dort, doch Katastrophenmeldungen um diese Jahreszeit sind ungewöhnlich. Im sibirischen Kurgan sind Menschen im Feuer gestorben, in Kanada wurde noch nie so früh im Jahr der Notstand ausgerufen. 29.000 Menschen im seenreichen Alberta mussten evakuiert werden. 408 Brände bis Anfang Mai, eine enorme Trockenheit, das ist ungewöhnlich. Die Situation insgesamt im Westen Kanadas sei weiter „unberechenbar“, berichtete der Sender Global News aus Edmonton.
Unberechenbar, das ist wohl die passende Beschreibung für das regionale Feuerrisiko in den sogenannten borealen Wäldern, wie der Tundra und den nördlichen Steppengebieten. Klar ist nur so viel: Die Brandgefahr ist in den letzten Jahren insgesamt gestiegen. Höhere Temperaturen – Westkanada etwa liegt im Schnitt schon fast zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau – und längere Trockenphasen haben die Feuerperioden verlängert. Der Klimawandel ist hier ein besonders mächtiger Treiber von Katastrophen. Was die Prognosen zusätzlich erschwert. Für die nächsten Tage wird nach dem jüngsten Regen eine für die Jahreszeit überraschende, rekordverdächtige Hitzeglocke über dem Westen Nordamerikas erwartet.
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