Die Nationale EUDI-Wallet: Aktueller Bericht bringt weitere Informationen

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Die Nationale EUDI-Wallet: Aktueller Bericht bringt weitere Informationen

Es gibt weitere Informationen zur Nationalen EUDI-Wallet, die von der Bundesregierung aufgrund einer kleinen Anfrage von den Grünen herausgegeben wurden. Das 38-seitige Papier, über das auch Golem berichtet, bringt dabei in einige noch offene Fragen wirklich Klarheit, die ich eigentlich über meine Presseanfrage an die Bundesagentur für Sprunginnovation (Sprind) erreichen wollte, aber bisher trotz versprochener schneller Rückmeldung bisher ausgeblieben sind. Schade drum, aber so geht es zumindest teilweise ja auch.

In der Zusammenfassung kennen wir nun auch die folgenden Infos:

  • Die Nationale EUDI-Wallet soll wie geplant am 2. Januar 2027 starten, kann dann aber ausdrücklich kein Zero-Knowledge-Proof. Bedeutet also, der Einsatz zur Altersverifikation, wofür man in Brüssel die EUDI-Wallet so gerne angepriesen hat, erstmal ins Wasser fällt, weil in Brüssel noch gar nicht alle Spezifikationen klar sind. Wann das nachgereicht wird? Völlig offen…
  • Zu den Funktionen zum Start zählt der digitale Ausweis (mit Personalausweis oder Aufenthaltstitel), digitale Nachweise wie der Führerschein und das Anlegen der Gesundheits-ID. Die Integration der elektronischen Gesundheitskarte ist für Dezember 2028 vorgesehen.
  • Die Wallet soll Passfotos fest integrieren. Das ist bislang nicht vorgesehen, aber nach der ersten Stufe geplant. Deutschland will hier mit gutem Beispiel vorangehen, hat allerdings – ihr ahnt es – noch keinen abschließenden Plan und will das nach eigener Aussage perspektivisch ausdefinieren.
  • Auf den Smartphones werden mindestens Android 13.0 oder iOS 18.0 sowie ein verbautes Sicherheitsmodul benötigt. Auch der Download erfolgt vorerst nur über den Google Play Store oder den Appstore. Gleichzeitig kann die App auch für Abläufe auf anderen Geräten (im FAQ ist von Browser-Erweiterung die Rede) verwendet werden.
  • Wichtig für alle: Alternative Appstores werden geprüft und angestrebt, Google Play Integrity wird von der Wallet NICHT verwendet und es wird grundsätzlich auch KEIN Konto bei Google oder Apple vorausgesetzt. Hilft zum Start wenig, ist aber für die Leute wichtig, die auf eine alternative Android-Distribution wie /e/ OS setzen.
  • Ebenfalls wichtig: Weitere Betriebssysteme wie Windows, macOS, Linux-Distributionen oder alternative Mobilsysteme wie Sailfish OS können und dürften zu einem späteren Zeitpunkt direkt unterstützt werden.
  • Nach internen Audits soll die Nationale EUDI-Wallet und weitere Komponenten unter einer Open Source-Lizenz (wahrscheinlich die EUPL 1.2 und auf OpenCode, wie sie das bisher gemacht haben) veröffentlicht und ein Bug Bounty-Programm gestartet werden. Das BSI wird an der Sicherheitseinschätzung beteiligt.

Das umfasst nicht alle Informationen, die ich angefragt hatte, aber immerhin kann ich euch die jetzt schon mal weitergeben. Das mit der EUDI-Wallet dürfte auch auf europäischer Ebene interessant werden, wo die EU-Kommission wegen dem französischen Vorstoß für ein Mindestalter in sozialen Medien gerade durch die Blume ziemlich zerpflückt hat und den noch strengeren Ansatz aus Österreich erst recht abblocken dürfte.

Alles in allem: Das ist alles noch nichts Halbes und Ganzes. Betrachtet man den bürokratischen Wasserkopf in Brüssel, dürfen wir wohl davon ausgehen, dass Ursula von der Leyen wegen möglicher Übergangsfristen und dergleichen schon mal erste Dehnübungen macht – wir kennen es ja.

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Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.

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