#Die Olympischen Spiele schrumpfen weiter

Die Olympischen Spiele schrumpfen weiter

Die Olympischen Spiele in Japan schrumpfen im Takt eines Abzählreims weiter zusammen. Am Donnerstag hatten die Veranstalter Zuschauer in der Hauptstadt Tokio und in drei angrenzenden Präfekturen ausgeschlossen, um das Risiko eines Anstiegs der Covid-Infektion zu vermindern. In fünf weiter entfernt liegenden Präfekturen, in denen die Pandemielage weniger besorgniserregend erscheint, sollten Zuschauer bei Fußball-, Softball- und Baseballspielen aber weiter in begrenzter Zahl dabei sein dürfen. Diese Entscheidungen wackeln nun.

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Patrick Welter

Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

Am Freitag kündigte die nördlichste Präfektur Hokkaido ein, dass sie keine Zuschauer für Fußballspiele im Hokkaido Dome zulassen werde. Am Samstag folgte die Präfektur Fukushima für Softball- und Baseballspiele in der Stadt Fukushima. Damit sind Zuschauer der Olympischen Spiele noch in den Präfekturen Miyagi (Fußball) und Shizuoka (Bahnradrennen) zugelassen. Ibaraki will zu Fußballspielen nur Schulkinder zulassen, die in einem besonderen Eintrittskartenprogramm an den Sport und die internationale Atmosphäre herangeführt werden sollten.

Die Organisatoren schließen aber Absagen auch aus diesen drei Präfekturen nicht aus. Derzeit seien in diesen Präfekturen keine Änderungen geplant, heißt es in der Pressemitteilung des Organisationskomitees der Spiele.

Die Entscheidung ist besonders bitter für die Präfektur Fukushima, die mit den Wettkämpfen die Aufmerksamkeit darauf lenken will, wie sehr die Region sich von der alten Kraftwerkshavarie im Jahr 2011 in Kraftwerk Fukushima Daiichi erholt hat. „Die steigenden Infektionszahlen in der Präfektur lassen keinen Optimismus zu“, begründete Gouverneur Masao Uchibori die Entscheidung. Schon am 21. Juli wird in Fukushima als erstes Sportereignis der Spiele noch vor der offiziellen Eröffnung ein Softballspiel zwischen Japan und Australien stattfinden.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, wandte sich derweil am Samstag in einer Videobotschaft an die Sportler und versprach ihnen trotz des Verzichts auf Zuschauer in fast allen Stadien ein Massenpublikum. „Es werden ganz andere Umstände sein, aber Sie brauchen sich in den Stadien nicht alleine fühlen“ sagte Bach. „Milliarden Menschen aus der ganzen Welt werden an den Bildschirm gefesselt sein. Ich hoffe, dass sie diese Unterstützung fühlen.“  

Das IOC erwartet, dass mehr als fünf Milliarden Menschen die Spiele vor den Fernsehern verfolgen werden. Bach begründete die Absage an Zuschauer damit, dass die Spieler in einem sicheren Rahmen stattfinden sollten.

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