#Die schönsten Bücher für die Ferien

Die schönsten Bücher für die Ferien

Die Suche nach der verirrten Katze

Der Wald ist eine Guckkastenbühne, ein Farbfleck in einer matten Landschaft, und die beiden Jungen, die ihn durch eine quadratische Öffnung im linken Seitenteil betreten, sind voller Erwartung. Vor der Bühne ist eine Bank für die Zuschauer, daneben ein Abfallbehälter, an dem ein Zettel hängt, auf dem nach einer vermissten Katze gesucht wird. Könnte das vielleicht diejenige sein, die mitten auf der Bühne auf einem Baumstumpf hockt? Die Brüder jedenfalls nähern sich ihr und verwandeln sich gemeinsam in einen Wolf, doch das Angebot, die verirrte Katze aus dem Wald zu bringen, stößt verständlicherweise auf deren Misstrauen. Auch als Brieftaube haben die Brüder keinen Erfolg. Bis sich das Blatt wendet und alle drei aus den Rollen fallen. Den Text des 2014 verstorbenen Jürg Schubiger hat Eva Muggenthaler in zauberhaft kleinteilige Bilder überführt, die jedes für sich eine ganze Reihe von eigenen Geschichten erzählen. Den eigentlichen Text stellt das nicht in den Schatten, sondern leuchtet ihn aus allen Richtungen aus. Er erweist sich als glänzender Ausgangspunkt für die zeichnerische Interpretation. Und stellt nebenbei eine Frage, die Menschen jeden Alters stellen könnten: Wer muss ich sein, um dein Interesse zu wecken und dich dazu zu bringen, mir zu vertrauen?

Jürg Schubiger, Eva Muggenthaler: „Mein Bruder und ich und die Katze im Wald“. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2021. 24 S., geb., 15 Euro. Ab 5 J.

Einmal Sibirien und zurück

Es gibt viele gute Gründe, mit dem Zug zu fahren“, so fängt das Buch an, und das Vorwort zählt sie dann auf: Züge sind praktisch als Verbindung von A nach B, sie sind sicher, zuverlässig und umweltfreundlich. All das ist richtig, aber zum Glück belässt es dieses prächtige Bilderbuch nicht dabei. Denn all die vernünftigen Gründe sind schnell vergessen, wenn es um  – so der Untertitel des Buchs  – „die schönsten Zugreisen aus aller Welt“ geht, die hier opulent vorgestellt werden. Man möchte sofort einsteigen: in Zuglegenden wie den japanischen Shinkansen oder die Transsibirische Eisenbahn, den Glacier Express in den Alpen oder den nordamerikanischen Rocky Mountaineer. Oder in weniger bekannte Züge wie den Namibia Desert Express, der 354 Kilometer durch Wüstengebiete fährt. Die Bilder zu den einzelnen Zügen verbinden Klarheit mit Treue zum Gegenstand, das Äußere der Züge ist auf das Wesentliche reduziert und dadurch leicht wiederzuerkennen. Daneben entsteht eine kleine Länderkunde der jeweils durchquerten Gebiete, zudem werden Himmelsphänomene wie Polarlichter und Mitternachtssonne knapp und effizient erläutert. Und so kommt die Vernunft durch die Hintertür doch noch zu ihrem Recht: Wer will nach dieser Lektüre noch mit dem Auto in den Urlaub fahren?

Ryan Johnson, Nathaniel Adams: „Reisen mit der Eisenbahn“. Verlag Kleine Gestalten, Berlin 2020. 72 S., geb., 19,90 Euro. Ab 7 J.

Der Blick auf die Welt beim  „Reisen mit der Eisenbahn“


Der Blick auf die Welt beim „Reisen mit der Eisenbahn“
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Bild: Ryan Johnson

Smilla mit dem grasgrünen Haar

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