Die wahre Geschichte hinter dem Hollywood-Kracher

Die wahre Geschichte hinter dem Hollywood-Kracher

In „Le Mans 66“ liefern sich Ford und Ferrari ein aufreibendes Duell auf der Rennstrecke. Doch wie viel wahre Geschichte steckt in dem Traumfabrik-Drama?

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1966 gilt das Rennen von Le Mans als wichtiger Wettbewerb im Autosport. Europäische Mitbewerber regieren das prestigeträchtige Rennen, aber auch Ford will dabei mitmischen. Die Amerikaner verpflichten den Rennfahrer Ken Miles (Christian Bale), um das Autohaus an die Spitze zu führen. Doch das ist mit einigen Hürden verbunden. Erzählt „Le Mans 66“ eine reale Begebenheit?

Ihr habt „Le Mans 66“ noch nicht gesehen? Dann schaut euch im Video den Trailer zum Oscar-prämierten Werk an.

Diese wahre Geschichte steckt hinter „Le Mans 66“

Tatsächlich lieferten sich Ford und Ferrari damals ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Hoheit auf der Rennstrecke. Der Wettbewerb im Nordwesten Frankreichs gilt dabei als eins der legendärsten Rennen. Regisseur James Mangold hat für sein Hollywood-Drama nicht nur auf von Ford bereitgestelltes Archivmaterial zurückgegriffen, sondern auch auf AJ Baimes Buch „Go Like Hell: Ford, Ferrari and their Battle for Speed and Glory at Le Mans“.

„Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ basiert also auf realen Geschehnissen. Doch Filmfans stellen sich vermutlich die Frage, inwieweit sich das Sportdrama an die wahre Geschichte hält.

So akkurat orientiert sich „Le Mans 66“ an der wahren Geschichte

Rennsport-Kenner*innen werden sicherlich schon erkannt haben, dass Mangold die wahre Geschichte um einiges straffer erzählt und hier und da ein bisschen mehr Dramatik hinzugefügt hat.

Ford-Chef Henry Ford II. wollte damals unbedingt erfolgreich im Rennsport mitmischen. Tatsächlich wollte Enzo Ferrari 1963 seine Edelauto-Manufaktur verkaufen. Ford-Vizepräsident Lee Iacocca schickte einen seiner Manager ins italienische Modena, um den Deal unter Dach und Fach zu bringen – während er es im Film in Form von Jon Bernthal selbst tut. Dass der Kauf scheiterte, lag aber nicht daran, dass sich Fiat 50 Prozent des Unternehmens sicherte, sondern an Enzo Ferrari selbst. Denn das als „Il Commendatore“ bekannte Firmenoberhaupt hatte etwas dagegen, dass jemand anderes die Geschicke des Renn-Teams in die Hand nehmen wollte.

Auch die Entwicklung des legendären Ford GT40, der für die Amerikaner den Sieg bringen sollte, hat der Regisseur ein ganzes Stück komprimiert. Nach dem geplatzten Deal schraubte das Autohaus direkt an dem Prototypen. Der erfahrene neuseeländische Ingenieur Bruce McLaren ist zwar mit an Bord, doch der Wagen entpuppt sich als unzuverlässig.

Als Fans von Sportfilmen könnt ihr im Quiz ins Rennen gehen:

Beim Rennen von Le Mans 1964 bleibt der motorisierte, vermeintliche Heilsbringer mit verschiedenen Schäden liegen, und auch im Folgejahr kann Ford trotz der Bemühungen von Testfahrer Ken Miles und Ingenieur Carroll Shelby nicht punkten und bleibt hinter der Konkurrenz zurück. Auch wenn sich der Film viel Zeit für die Entwicklung des Wagens nimmt, thematisiert er nicht alle Widrigkeiten, gegen die der Autobauer ankämpfte – und setzt erst zu den Vorbereitungen für das Rennen 1966 ein.

Wie genau nimmt es „Le Mans 66“ mit den Charakteren?

Im Film hat Carroll Shelby irgendwann mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Den Ingenieur und ehemaligen Rennfahrer ereilte auch im wahren Leben eine Herzerkrankung: Angina Pectoris. Mit dieser Diagnose konzentrierte sich der Le-Mans-Gewinner von 1959 – damals noch in einem Aston Martin – auf die Rennwagen-Entwicklung. 1990 unterzog er sich einer Herztransplantation, sechs Jahre später spendete ihm sein Sohn Mike eine Niere. Shelby verstarb 2012 im Alter von 89 Jahren.

Wie auch in „Le Mans 66“ porträtiert waren Shelby und sein kongenialer Mitstreiter Ken Miles zwei grundverschiedene Charaktere, die von Christian Bale und Matt Damon grandios verkörpert werden. Auch in der wahren Geschichte sollen die beiden Charakterköpfe nicht immer einer Meinung gewesen sein. Ob es aber derart krachte, wie im Film dargestellt, lässt sich allerdings nicht rekonstruieren.

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