
Laut eigener Aussage wollte Thanos die Hälfte aller Lebewesen im Universum auslöschen, damit die verbleibende Hälfte gedeihen könne. Auf seiner Heimatwelt Titan musste er erleben, wie die Überbevölkerung alles ins Chaos stürzte und wollte dies für das restliche Universum verhindern. Einige Zuschauer*innen stimmten dem Bösewicht gar zu und meinten, Überbevölkerung ist ein großes Problem, das notfalls mit radikalen Mitteln gelöst werden muss.
Wie wenig Sinn Thanos‘ Plan wirklich ergibt, zeigten einige Beispiele jedoch ziemlich deutlich. Wenn zum einen sämtliche Lebewesen zur Hälfte ausgelöscht werden, betrifft dies auch Tiere und Pflanzen. Die Nahrungsversorgung der Menschen wird entsprechend ebenfalls stark angegriffen. Die Verbliebenen hätten also deutlich mehr Platz, mehr Essen aber nicht unbedingt.
Noch stärker wiegt das Argument, dass Thanos‘ scheinbar ultimative Lösung nur kurz anhält. Die Menschheit hat beispielsweise knapp 40 Jahre gebraucht, um seinerzeit ihre Bevölkerung von drei Milliarden auf sechs Milliarden Menschen zu verdoppeln. Thanos kann sich also keinesfalls einfach zur Ruhe setzen, sondern müsste eigentlich alle paar Jahrzehnte erneut schnippen, um seinem Ziel gerecht zu werden.
Wer jetzt also denkt, dass Thanos‘ Absichten völlig unlogisch wären und er stattdessen einfach die doppelte Anzahl an Ressourcen mit den Infinity-Steinen herstellen solle: Genau das ist der Punkt. Er ist nicht ohne Grund der Bösewicht und trägt in den Comics schließlich auch den Beinamen „Mad Titan“, also Verrückter Titan.
Die Macher wollten bewusst zeigen, dass es Thanos nicht um eine sinnvolle Lösung eines möglichen Problems mit Überbevölkerung geht. Vielmehr ist sein Stolz gekränkt worden, als er seinerzeit von Titan aufgrund seiner radikalen Vorschläge verstoßen wurde. Deswegen hat er sich auf diese eine, grausame Scheinlösung versteift und geht dafür buchstäblich über Leichen.
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