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Er spielte in mehr als 90 Episoden von „Star Trek“ mit, dennoch kennt so gut wie niemand sein Gesicht. Hier findet ihr heraus, wer hinter der Maske dieses kleinen Fan-Lieblings steckt.
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In der Welt von „Star Trek“ gibt es Figuren, die trotz weniger Worte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine davon ist Morn, der wortkarge Stammgast aus Quarks Bar, dessen wahres Gesicht viele Zuschauer*innen lange nicht zu sehen bekamen.
Morn tauchte erstmals in der „Deep Space Nine“-Pilotfolge „Der Abgesandte“ auf. Zunächst war er lediglich als stummer Barbesucher im Hintergrund zu sehen, der seine Sorgen mit undefinierbaren außerirdischen Drinks ertränkte. Tatsächlich sprach er im Verlauf der Serie nur ein einziges Mal.
Dennoch entwickelte sich um ihn rasch ein regelrechter Mythos. Andere Figuren beschrieben ihn als unverbesserlichen Schwätzer, charmanten Frauenhelden und ehemaligen Träger einer prächtigen Haarpracht.
In der Episode „Wer trauert um Morn?“ aus dem Jahr 1998 wurde zudem enthüllt, dass er eine kriminelle Vergangenheit gehabt haben soll und angeblich ein geheimes Vermögen auf der Station versteckt hielt. All diese Geschichten machten die Figur umso amüsanter, da Morn selbst dazu beharrlich schwieg.
Der Name ist vermutlich kein Zufall: „Morn“ ist ein Anagramm von „Norm“, jener Barfigur aus der Sitcom „Cheers“, die von George Wendt gespielt wurde. Einige „Star Trek“-Fans sind zudem der Meinung, dass die Sitcom und das Sci-Fi-Franchise unmittelbar miteinander verbunden sind – was jedoch nur eine Fan-Theorie ist.
Über die Jahre brachte es Morn auf insgesamt 94 Auftritte in „Deep Space Nine“ sowie jeweils eine Episoden in „The Next Generation“ und „Voyager“.
Apropos „The Next Generation“. Wusstet ihr, dass die Stars von „The Next Generation“ einst den Ruf hatten „Arschlöcher zu sein“? In unserem Video erfahrt ihr, warum:
Der Star hinter der „Star Trek“-Maske
Hinter der Maske steckte der Künstler Mark Allen Shepherd. Sein Gesicht blieb durch die aufwendige Maske vollständig verborgen. Obwohl Shepherd nur wenige Schauspiel-Credits vorweisen kann, war er in einer Folge ohne Maske zu sehen. In „Wer trauert um Morn?“ scheint Morn zunächst gestorben zu sein, woraufhin Quark (Armin Shimerman) eine feierliche Totenwache für seinen treuesten Kunden veranstaltet.
In einer Szene führt Quark einen Bajoraner zu Morns Stammplatz und bezeichnet diesen als Ehrenthron. Dieser Bajoraner wurde ebenfalls von Shepherd gespielt. Für viele Fans dürfte dies einer der seltenen Momente gewesen sein, in denen sie sein Gesicht erkannten – sofern sie wussten, wie Sheperd aussieht.
Shepherd versteht sich in erster Linie als bildender Künstler. Auf seiner Website und seinem YouTube-Kanal beschäftigt er sich ausführlich mit seiner Zeit bei „Deep Space Nine“. Unter anderem veröffentlichte er dort eine Videoreihe mit dem Titel „Morn Speaks“, in der er über die Serie und andere „Star Trek“-Produktionen spricht. Seine künstlerische Arbeit brachte er auch aktiv in die Produktion ein. Gegenüber StarTrek.com schilderte er eine Begegnung mit Mitgliedern der Ausstattungsabteilung:
„Ich erinnere mich, dass in der Woche nachdem Morn auf dem Titelblatt des Entertainment Weekly-Magazins erschienen war, zur Mittagszeit die Produktionscrew die großen Tore zur Bühne öffnete und Mickey Michaels und Penny Juday aus der ,DS9‘-Kunstabteilung hereinkamen. Und beide bemerkten mich irgendwann und sagten etwas über das Titelblatt, und meine Antwort war: ‚Danke und wenn Sie möchten, ich bin auch Künstler und würde Ihnen gerne einige meiner Arbeiten zeigen.‘“
Shepherd brachte daraufhin ein Fotobuch mit Gemälden mit, die genau dem Stil entsprachen, den man für eine Science-Fiction-Serie wie „Deep Space Nine“ suchte. Einige Gemälde, die in den Quartieren der Figuren zu sehen sind, stammen demnach vermutlich von ihm.

Interessante Verbindungen
Laut einem weiteren Interview mit StarTrek.com soll Shepherd zudem entfernte familiäre Verbindungen zu historischen Persönlichkeiten haben. Demnach sei sein elffacher Urgroßvater Stephen Hopkins 1620 mit der Mayflower in die Neue Welt gereist. Dessen Tochter Constance heiratete den Siedler Nicholas Snow III. Dessen Vater wiederum soll auch ein Vorfahr des „Star Trek“-Schauspielers DeForest Kelley gewesen sein.
Kelley stamme zudem von Königin Elisabeth Stuart von Böhmen (1596–1662) ab. Shepherd erklärte, bei weiteren Nachforschungen Verbindungen zwischen sich, Königin Elisabeth II., George Washington, „Star Trek“-Darstellerin Denise Crosby und weiteren bekannten Persönlichkeiten entdeckt zu haben. Die entsprechenden Stammbäume gelten jedoch als umfangreich und schwer nachzuvollziehen.
Auch wenn Mark Allen Shepherd nur selten ohne Maske vor der Kamera stand, blieb seine Darstellung des schweigsamen Morn vielen Zuschauer*innen im Gedächtnis. Die Serienschaffenden schätzten die Figur so sehr, dass sie ihr sogar eine eigene Episode widmeten. Damit wurde Morn zu einem außergewöhnlichen Beispiel dafür, wie viel Persönlichkeit und Dramaturgie selbst in eine nahezu stumme Nebenfigur gelegt werden können.
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